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Leuchtendes Beispiel


Nachricht von: Kreisbote
Kempten / Isny / Westallgäu, 12.01.2012 10:00


André Lehmann (v.l., Julis Augsburg), Abgeordneter Sebastian Körber, Inga Thiemicke (Julis Augsburg), Bianca Buchenberg (Julis Kempten), Max Weinkamm (Sozialreferent und berufsmäßiger Stadtrat der Stadt Augsburg), Fridolin Fluhr (Julis Augsburg), Christof Gregor (Julis Kempten) und Arno Erlei (Behindertenbeiratsvorsitzender der Stadt Augsburg) bei ihrem Treffen in der Fuggerstadt. Foto: privat
Von KREISBOTE,
Kempten/Augsburg – Die schwäbischen Jung-Liberalen haben jetzt in einem Gespräch mit den Kemptener und Augsburger Behindertenbeiräten den Status Quo der Barrierefreiheit in den beiden größten schwäbischen Städten unter die Lupe genommen. Dabei kommen die Nachwuchs-Liberalen zu einem etwas überraschenden Ergebnis: Kempten geht als leuchtendes Beispiel voran, Augsburg hingegen zeigt größere Defizite.
Der Kemptener Behindertenbeiratsvorsitzende Albrecht Hung zog gegenüber den Julis eine vergleichsweise positive Bilanz. Gerade in der Frage der Neugestaltung von öffentlichen Plätzen sei der Beirat wiederholt befragt und in die Entscheidungsprozesse auch entsprechend eingebunden gewesen. Problematischer sei vielmehr der Dialog mit der Privatwirtschaft, da Stellungnahmen dort häufig auf taube Ohren stießen. So habe man beispielsweise wiederholt versucht, eine Veränderung der Zapfhahnhöhe an den Kemptener Tankstellen zu bewirken – bisher jedoch ohne nennenswerten Erfolg.
Deutlich schlechter bewertet man die Zustände in Augsburg. Bei einer Begehung der Altstadt durch den Augsburger Behindertenbeiratsvorsitzenden Arno Erlei und den Augsburger Sozialreferenten Max Weinkamm im Rahmen eines Aktionstages zum Thema „Barrierefreiheit“ wurde jetzt unter anderem auf die Pflastersteine im Altstadtbereich verwiesen, die aufgrund ihrer Spaltenbreite nach wie vor großes Gefahrenpotential für Rollstuhlfahrer bergen. Zudem seien, so die Feststellung des Gremiums, die hohe Stufen bei den Eingängen zu Geschäften und öffentlichen Einrichtungen im Innenstadtbereich (z.B. Tourismuscenter am Rathausplatz) mit großen Einschränkungen für Menschen mit Behinderung verbunden. „Natürlich können wir den architektonischen Charakter der Augsburger Altstadt nicht einfach von heute auf morgen grundlegend verändern“, so Müller. „Man darf aber durchaus verlangen, dass bei Neubauten und Sanierungsarbeiten die Meinung des Behindertenbeirates gehört wird.“ Dies sei aber bei der Neugestaltung des Anna-Hofes nicht in ausreichendem Maße geschehen.
„Für Millionen Menschen schränken Barrieren in öffentlichen Gebäuden, Kultur- oder Freizeiteinrichtungen oder gar auch im privaten Wohnraum die eigene Freiheit ein”, befand Sebastian Körber, baupolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag. „Unsere Aufgabe ist es daher, ein größtmögliches Maß an Teilhabe durch den Abbau von Barrieren zu ermöglichen.“

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