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Mario und andere Kindereien


Nachricht von: Kreisbote
Kreisbote, 14.02.2012 12:00


Erst auf Drängen der Piraten Landsberg ließ CSU-OB-Kandidat Mathias Neuner das Foto auf seiner Homepage mit dem Copyright-Hinweis aufs Impressum versehen. Screenshot: Kreisbote
Von CHRISTOPH KRUSE,
Landsberg/Kaufering – Der Wahlkampf um das (Ober-) Bürgermeisteramt geht in die heiße Phase, die Bandagen werden härter, sowohl in Landsberg als auch in Kaufering. Da werden schon einmal kleine Nicklichkeiten gegen den jeweiligen Konkurrenten ausgepackt – auch in punkto Urheberrecht.
Den Auftakt machten die Landsberger Piraten. Die hatten auf der Internetseite von CSU-Kandidat Mathias Neuner eine schöne Ansicht der Landsberger Altstadt samt Lechwehr entdeckt. Dieses Bild hatten aber nicht etwa Neuner oder ein anderer Christsozialer geschossen, sondern ein gewisser „Mario“ aus Augsburg. Das Problem: Dieses Bild darf nach dem „GNU-Lizenz“-Standard frei und kostenlos verwendet werden, allerdings muss der stets der Urheber genannt werden – sein angegebener Name „Devilm25“ hätte ausgereicht.
Das hatten Neuner und seine Wahlkampfstrategen versäumt, was Tobias Frage von den Piraten Landsberg zu der süffisanten Feststellung brachte, man finde es „erfreulich, dass auch die CSU den Vorteil von gemeinschaftlich und kostenfrei zu nutzenden Daten offensichtlich erkannt hat“. Trotzdem legten die Piraten Mathias Neuner nahe, die Lizenzbedingungen einzuhalten und „den Namen des Rechteinhabers sowie die Quelle zu nennen“.
Die Freude war dann offiziell auch ganz auf seiten Neuners. „Wir finden es sehr beachtlich, dass die Piratenpartei Landsberg unser Vorgehen im Internet auf allen Kanälen lobt und freuen uns sehr, dass auch sie erkannt haben, dass die CSU (...) eine moderne Partei ist, die die Zeichen der Zeit erkennen und auch umsetzen kann.“ Bei der Erstellung der Neuner-Internetseite sei man mit dem Impressum noch nicht fertig ge­worden. Der Hinweis auf das Foto ist im Impressum inzwischen mit „* © Foto; Autor & Quelle > Link“ nachgeholt worden, entschuldigte sich Neuner.
Nachts im Einsatz
Auf einem ähnlichen Feld spielte sich das jüngste Scharmützel im Bürgermeister-Wahlkampf in Kaufering ab. Im Flyer und auf den Plakaten der UBV vermisste CSU-Kandidat Stefan Puchmayr den Vermerk „V.i.S.d.P.“ – Verantwortlich im Sinne des Presserechts – und wies Mitbewerber Erich Püttner dann offenbar auch darauf hin. Püttner soll daraufhin persönlich nachts seine Plakate mit dem entsprechenden Hinweis beklebt haben. Prof. Michael Kortstock (UBV) war die Verärgerung über den Querschuss der Konkurrenz bei der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates deutlich anzumerken. „Mit solchen Kindereien sollten wir uns eigentlich nicht aufhalten. Ich fordere alle Beteiligten auf, auf eine sachliche Basis zurückzukehren“, sagte er, ohne einen direkten Adressaten zu nennen.
Bei Erich Püttners Wahlkampfveranstaltung im Brückenwirt meinte Fraktionssprecher Börries zu Castell zu dem Thema vieldeutig: „Wer den Film ,Ben Hur‘ kennt, weiß, dass wir im Wagenrennen schon um die erste Kurve rum sind und die Messer, die ausgefahren werden, langsam größer werden.“ Püttner selbst wollte den Vorgang auf Nachfrage des KREISBOTEN nicht kommentieren. „Das schadet alles nur dem Ansehen des Amtes. Für mich ist das erledigt.“


Püttners Wahlplakat hier noch ohne den Vermerk „V.i.S.d.P.“. Foto: Bauch




Ihre Kommentare

14.02.2012 23:47, Landsber, Marc (nicht geprüft)
Na ja, das ist doch die CDU/CSU, die immer mit Urheberrecht und Copyright herumwirft. Dann soll sie es auch ernst nehmen. Sonst ist das doch nur Heuchelei!
Darum finde ich es lustig und fair, wenn die Piraten darauf hinweisen.
Jedenfalls wünsch ich den Piraten viel Glück.
Mal sehen, wie weit die kommen.... bin ja mal gespannt.
Und ich geh wählen! mal sehen, ob sogar Piraten.

15.02.2012 12:32, Kaufering, Beobachter (nicht geprüft)
Wahrlich Kindereien. Nur das sich der Kauferinger CSU-Bürgermeisterkandidat Herr Puchmeyer völlig im Ton vergriffen hat. Mit der Androhung von Staatsanwalt und Gefängnis und Abholung der Plakate durch die Polizei, gegenüber Herrn Püttner, zeigt er sein wahres Berliner Gesicht. Bleibt nur zu hoffen das dieser politische Still nicht in Kaufering Einzug hält.


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