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Kampf dem Flächenverbrauch


Nachricht von: Kreisbote
Starnberg, 03.12.2011 11:00


Ein Kälbchen und ein Ferkel sowie Gemüse aus der Region hatten die Bäuerinnen und Bauern mitgebracht, um gegen die Patentierung von Lebensmittel bei Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner und Bauernpräsident Gerd Sonnleitner zu demonstrieren. Foto: Jaksch
Von OLIVER PULS, Herrsching – Deutliche Worte fand Bauernpräsident Gerd Sonnleitner bei der Landesversammlung des Bayerischen Bauernverbands in Herrsching am vergangenen Montag: Keine Patentierungsverfahren auf Tiere und Pflanzen. „Das lehnen wir strikt ab.“
Die Protestnote ging vor allem an Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU), die sich im Sinne einer freien und natürlichen Landwirtschaft gegen diese Pläne einsetzen soll. Sonnleitner, der im kommenden Frühjahr nach zwei Jahrzehnten als Präsident der bayerischen und deutschen Landwirte zurücktreten wird, befürchtet eine Monopolisierung und Industrialisierung bei der Herstellung von Saatgut und Lebensmitteln. Aber auch der Flächenverbrauch beschäftigte den obersten Landwirt: So beklagte Sonnleitner, dass täglich rund 20 Hektar in Bayern der Landwirtschaft entzogen werden, somit immer mehr Betriebe verloren gehen. Und der Gipfel sei für ihn außerdem, dass EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos mindestens sieben Prozent der Ackerflächen stilllegen möchte. Was für im Freistaat grob geschätzt 100.000 Hektar ausmachen würden. Auch bei diesem Thema forderte er Landwirtschaftsministerin Aigner auf, „hier mal kräftig auf Putz zu hauen“. Und diese versprach, vor allem bei der Flächenreform, alles zu unternehmen, dass dieses bürokratische Monstrum nicht eingeführt werde. „Hier müssen richtig dicke Bretter gebohrt werden“, so die Ministerin zu den anwesenden Landwirten.
Die Nachfolge für den scheidenden Gerd Sonnleitner beschäftigte die Versammelten nur am Rande, ein paar Namen machen aber bereits die Runde: Etwa Walter Heidl, der niederbayerische Bezirkspräsident. Oder der Oberallgäuer Kreisobmann Alfred Enderle. Wer Nachfolger wird, entscheidet sich im Frühjahr 2012 nach der Wahl der Bezirkspräsidenten.

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