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Autos raus aus der Innenstadt? – CSU-Ortsverband Weilheim lud zum Bürgergespräch »Erweiterung der Fußgängerzone«


Nachrichten von Kreisbote
Weilheim / Schongau, 28.07.2010 16:00


Keinen Bedarf für große Veränderungen sieht der Sprecher des AK-Innenstadt, Max Lipp, der sich gegen eine Aussperrung der Autos aussprach. Foto: Müller
Von GEORG MÜLLER; Weilheim – Fahrzeuge raus aus der sanierten Innenstadt oder behutsame Verringerung des Verkehrs? Vergrößerung der Fußgängerzone oder alles lassen wie es ist? Über diese Fragen sind sich die Weilheimer uneins. Mit dem Ziel, dazu „des Volkes Stimme zu hören“, lud der CSU-Ortsverband am vergangenen Mittwoch zu einem Bürgergespräch. Nach zweistündiger kontroverser Diskussion kündigte Fraktionsvorstand Klaus Gast die Bildung eines gemeinsamen Arbeitskreises an.
Wie wichtig das Thema genommen wird, zeigte sich an der großen Besucherresonanz des Gesprächsabends. Der Saal im Gasthof Oberbräu war bis auf den letzten Platz von Bürgern, Gewerbetreibenden und Vertretern des Stadtrats besetzt.
„Das Gesicht der Stadt wird sich verändern. Was wollen wir jetzt tun, damit sich alle wohlfühlen?“, beschrieb CSU-Ortsvorstand Karl-Josef Fischer die angepeilte Vorgabe.
Gleich zu Beginn des Abends klärte Verkehrsreferent Dr. Claus Reindl (BfW) im Namen der „Bürger für Weilheim“ ein „Missverständnis“ auf. Es sei nicht richtig, dass die Fraktion die gesamte Innenstadt zur autofreien Zone erklären wolle. Konsens sei nur, die Verkehrszahlen herunterzubringen. Dazu habe man einen Sachverständigen einschalten wollen, erklärte Reindl. Sein Vorschlag zum Thema: Bildung eines gemeinsamen Arbeitskreises mit Vertretern aller Fraktionen.
Max Lipp trug im Namen des Gewerbe- und Einzelhandelsverbands, der Standortförderung und des Aktionskreises Innenstadt vor, dass kein Bedarf an weiterer großer Veränderung bestehe. Zwar sei der Verkehr in der Pöltnerstraße immer noch zu heftig, aber autofahrenden Kunden dürfe der Zugang zur Innenstadt nicht verwehrt werden. „Die Hälfte kommt aus dem Umland, wenn die wegbleiben, dann wird es ruhig. Die Fußgängerzone darf nicht überdimensioniert werden“, forderte er. Für Robert Stöppel ist die verkehrsberuhigte Zone in der Pöltner Straße die ideale Lösung. Allerdings müsste bei den Schwellen nachgebessert werden, um die Geschwindigkeiten zu verringern. „Da muss etwas Handfestes her“, so Stöppel.
Die Vorschläge des Agenda-Arbeitskreises „Mobilität und Verkehr“ sprach Erich Zimmermann an. Sie beinhalten, die bestehende Fußgängerzone um Hof-, Lederer- und Pöltnerstraße zu erweitern oder Pöltnerstraße, Kirchplatz und Hofstraße zur verkehrsberuhigten Zone sowie die Admiral-Hipper-Straße zur Sackgasse zu erklären. Damit wäre der Verkehr ganz aus der Innenstadt heraus. Allerdings seien das nur Ideen, die im Gespräch mit den Interessengruppen geklärt werden könnten.
Nach zweieinhalbstündiger, kontroverser Diskussion sah sich Klaus Gast, der den Abend moderiert hatte, einen Schritt weiter. „Es gibt zwar viele Zwischenlösungen, aber die Stadt darf nicht abgetötet werden durch totale Aussperrung des Verkehrs. Wir wollen einen Kompromiss, mit dem wir alle leben können. Ich denke an einen gemeinsamen Arbeitskreis oder runden Tisch“, resümierte er. Nach den Sommerferien sollen die Bürgergespräche weiter geführt werden.

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