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Fischtoxische Substanzen im Stadelbach: Kripo sucht nach den Verursachern


Nachrichten von Kreisbote
Weilheim / Schongau, 29.07.2010 18:00

Von KREISBOTE; Peißenberg – Zu einem Großeinsatz rückten am vergangenen Donnerstag nach einem auffälligen Fischsterben im Stadelbach Feuerwehr und Katastrophenschutz auf dem „MTP“-Gelände aus.
Alle 20 Minuten gingen zwei Feuerwehrleute in aufgeblasenen Chemiekalienvollschutzanzügen in die Galvanisierung, sichteten dort die Stoffe und banden Flüssigkeiten. Von den rund 80 Helfern, die mit Fahrzeugen und Gerät aus Peißenberg, Weilheim, Penzberg, Schongau und Peiting vor Ort waren, wurden sehr viele Gebinde festgestellt. Welche und wie viele Stoffe in der Halle lagern, war zunächst nicht klar. Die Behälter waren dicht, so die Spezialisten der Feuerwehr.
Am 13. Juli waren im Stadelbach beim Rigi-Center unzählige tote Fische entdeckt worden. Die Weilheimer Polizei hatte daraufhin Proben gesichert und die zuständigen Behörden eingeschaltet. Als Austrittsquelle konnte laut Polizeisprecher Roman Hörfurter das Gelände eines Galvanik-Betriebes ausgemacht werden. Das Gebäude ist die ehemalige Galvanisierung von „Grillo“, die nicht zu „MTP“ gehört und unter Zwangsverwaltung steht. Von dort aus gelangten die Schadstoffe in den Stadel- und Wörthersbach , was vermutlich zu dem Fischsterben und einer Gefährdung der Anwohner geführt hat, die ihre Gärten mit dem Wasser aus dem Bach versorgten.
Wasserwirtschafts- und Landratsamt prüfen die Proben auf gefährliche Inhaltsstoffe, die Kripo Weilheim sucht noch nach den Verursachern.
Gesundheitliche Beeinträchtigungen bei den Anwohnern sind nach den Ermittlungen des Gesundheitsamtes nicht aufgetreten. Nach den starken Regenfällen wird nicht mehr mit erhöhten Schadstoffkonzentrationen im Bachwasser und auf den damit gegossenen Gartenfrüchten gerechnet. Obst und Gemüse, das am 13. Juli abends mit Wasser aus dem Stadel- und Wörthersbach in Peißenberg gegossen wurde, sollten vor Zubereitung und Verzehr gründlich unter fließendem Wasser gewaschen werden, rät das Gesundheitsamt.
Fische sind an dem »Giftmix« erstickt
Die Ursache des Fischsterbens ist laut Wasserwirtschaftsamt weitgehend geklärt. Eine Wasserproben- analyse hat ergeben, dass aus dem stillgelegten Betriebsgebäude Wasser, welches fischtoxische Substanzen enthielt, in den Stadelbach eingeleitet wurde. Der Giftmix war verantwortlich für das Fischsterben. „Die Fische sind offensichtlich erstickt“, teilt das Landratsamt mit. Unterhalb des Firmengeländes wurden geschädigte Fisch- nährtiere gefunden, eine langfristige Schädigung sei aber nicht anzunehmen. Zwischenzeitlich wurden in dem Bach schon wieder Krebse gefunden.

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