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Stadt hält an Geothermie fest – Zu Standort für geplante Explorationsbohrung Stellung bezogen


Nachricht von: Kreisbote
Weilheim / Schongau, 01.12.2011 12:00

Von MARIA HOFSTETTER, Weilheim – Die Stadträte halten weiter an einer geothermischen Nutzung in Weilheim fest, quer durch die Fraktionen. Jetzt wollen sie mit einer Resolution an das Umweltministerium erreichen, dass in der Lichtenau – allerdings wie ursprünglich beabsichtigt auf Weilheimer Grund – doch noch ein Bohrplatz für eine geothermische Anlage eingerichtet werden kann.
Nach den jüngsten Plänen sieht der Investor „Erdwärme Oberland“ vor, an einem Sammelbohrplatz in Lichtenau Nord auf Wielenbacher Flur vier Tiefenbohrungen durchzuführen. In der Sitzung am 24. November im Weilheimer Rathaus ging es nun darum, zu diesem Antrag von „Erdwärme Oberland“ an das Bergamt Südbayern aus städtischer Sicht Stellung zu beziehen.
Die Lage des Bohrplatzes in Lichtenau Nord stößt bei den Nachbarn auf Vorbehalte, wie sich in der Diskussion zeigte, denn die Erschließung müsste über Weilheimer Straßen führen. So wurde die Zu- und Abfahrt des Schwerlastverkehrs über Iglauer-, Sudeten- und Altvaterstraße bei einer Ortsbesichtigung vom Weilheimer Bauausschuss kritisch beurteilt. Auch die Anwohner haben gegenüber der Stadt ihre Befürchtungen und Sorgen über Lärmbelästigungen und Gefahren durch den Transport hoher Tonnagen, besonders für die dort lebenden Kinder, geäußert. Vor der Einrichtung der Baustelle, forderte der Bauausschuss, müsse eine Beweissicherung über die Eignung und den Zustand der Zufahrtsstraßen erbracht werden.
In ihrer Stellungnahme ersucht die Stadt das der Regierung von Oberbayern unterstellte Bergamt eindringlich zu prüfen, ob für die Bohrung nicht der „bohrtechnisch und geologisch günstigere Standort weiter östlich“ auf Weilheimer Flur gewählt werden kann. Dieser sei weit entfernt von jeglicher Bebauung und von den Straßen her kaum einsehbar. „Erdwärme Oberland“ würde diesen Standort ebenfalls für günstiger erachten, argumentiert die Stadt. Die Crux ist aber, dass sich das Grundstück am Rande eines europäischen Vogelschutzgebietes befindet, also müssten dessen Grenzen verschoben werden. Um dies zu erreichen, sollen alle politischen Hebel in Bewegung gesetzt werden, vom Landrat bis hin zu den Abgeordneten in Berlin.
Die Stadt müsse in ihrer Stellungnahme klar zum Ausdruck bringen, „dass Weilheim hinter der Geothermie steht“ und an der Abnahme von Fernwärme großes Interesse habe, sagte Bürgermeister Markus Loth. Da gegen das von der Stadt favorisierte Areal in der Lichtenau auch Vorbehalte bestehen, soll mit den Grundstückseigentümern über eine alternative Fläche angrenzend an das Vogelschutzgebiet verhandelt wer- den. Auf die Frage von Grünen-Stadtrat Alfred Honisch an die bei der Sitzung anwesenden Vertreter von „Erdwärme Oberland“, wo der Investor die Geothermiezentrale zu bauen beabsichtigt, ließ ihn Projekt- planer Heiko Wilhelm nur wissen: „Zum Standort kann man heute noch nichts sagen.“
In ihrer Stellungnahme an das Bergamt fordert die Stadt Weilheim die Behörde auf, vor den Explorationsbohrungen in Lichtenau Nord „alle Belange umfassend zu überprüfen“ und diese nur dann zu genehmigen, „wenn eine Gefährdung der Bevölkerung auszuschließen ist“.
Die beabsichtigten Geothermiebohrungen beschäftigten in der vergangenen Woche auch den Wielenbacher Gemeinderat, der für das Bergamt Süd ebenfalls eine Stellungnahme auszuarbeiten hatte.

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