29jährige Richterin klagt wegen Lärmbelästigung - Olching fürchtet um Dorado für Sandbahnfahrer

Im vergangenen Jahr wurden die Sandbahnfahrer des Motorsportclubs Olching (MSCO) zum dritten Male in Folge Deutscher Speedwaymeister. Im nächsten Jahr feiert der MSC sein 60-jähriges Bestehen. Tausende von Besuchern strömen jährlich zu den Veranstaltungen. Sandbahnrennen haben in Olching Tradition und die Gemeinde weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht. Doch weil nun eine Anwohnerin - es handelt sich um eine 29jährige Richterin - erfolgreich geklagt hat, könnte dies das Aus für den Bahnsport in Olching bedeuten. Die Entscheidung des Gerichts hat nicht nur unter den Motorsportfreunden für Entsetzen und Entrüstung gesorgt.

Die 29-jährige Klägerin, selbst Richterin, die erst im Jahre 2005 in die Nachbarschaft der Olchinger Speedway-Anlage gezogen war, reichte Klage beim Verwaltungsgericht wegen unzumutbarer Lärmbelästigung ein, nachdem mehrere Beschwerden an die Gemeinde Olching und an das Landratsamt in Fürstenfeldbruck für sie nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt hatten. Ihrer Meinung nach würde der Motorenlärm an den Trainingstagen und während der Rennveranstaltungen das Maß der Zumutbarkeit bei weitem übersteigen. Nach Einschätzung des Landratsamtes hingegen bewege sich der Lärm der Bahnsportler in zumutbarem Rahmen. Das Münchner Verwaltungsgericht folgte dem Grunde nach der Klage der Olchingerin. Dem MSC wurde zwar nicht direkt der Lärm zum Verhängnis, sondern eine für eine Umbaumaßnahme im Jahre 1982 fehlende Baugenehmigung. Damals hatte der MSCO die 400 Meter lange Bahnstrecke geringfügig um zehn Meter verkürzt und zum besseren Wasserablauf eine Drainage eingezogen. Dafür hätten nach Auffassung des Gerichts eine Baugenehmigung und eine Genehmigung nach dem Immissionsschutzgesetz beantragt werden müssen. Mit dem Urteil wurde das Landratsamt nun verpflichtet die Speedway-Anlage stillzulegen. Der MSCO hat jüngst auf seiner Monatsversammlung beschlossen alles für einen Fortbestand der Speedway-Anlage zu tun. Als erstes wird der Verein die vom Gericht angemahnte fehlende Genehmigung nachträglich beim Landratsamt beantragen. Bürgermeister Andreas Magg und Sportreferent Tomas Bauer haben ihre Unterstützung signalisiert. Weiter will der Verein die Gemeinde, das Landratsamt und den ADAC an einen „Runden Tisch“ zusammenbringen, kündigte der MSCO-Vorsitzende Ulrich Brehmer an, um das weitere Vorgehen zu beraten. Im vorausgegangenen Verfahren habe der Verein auf einen Rechtsbeistand verzichtet, weil nicht der MSCO, sondern das Landratsamt beklagt wurde. Inzwischen haben Fans über 2000 Unterschriften gesammelt, um damit den Verein bei der Rettung der Speedway-Anlage zu unterstützen. Selbst im Internet haben sich mehrere Gruppen von etwa 1000 Mitgliedern zur „Rettung der Olchinger Speedwaybahn“ zusammengeschlossen. Um jedoch die für heuer noch geplanten Rennen durchführen zu können, wie beispielweise die Renn-Veranstaltung am Fronleichnamstag, bleibt den beteiligten Parteien – Landratsamt und MSCO – nur der Revisionsweg, denn nur durch den bekommt das Urteil aufschiebende Wirkung.

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