"Zusammenhalt statt Hetze" mit fast 500 Demonstranten auf dem Rathausplatz

Kein Platz für Populismus

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Walter Voit, Sprecher der Grünen
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Hans Well und die Wallbappn
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Hans Well und die Wallbappn
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Gröbenzell – Fast 500 Bürger versammelten sich am 17. November am Abend mit Kerzen, Plakaten und Fahnen auf dem Rathausplatz in Gröbenzell. Sie drückten damit ihren Unmut gegen den von der Alternative für Deutschland (AfD) eingeladenen Publizist und Redner Jürgen Elsässer, der in Gröbenzell über den „Islam – Gefahr für Europa“ referierte, friedlich aus.

Die Veranstalter hatten mit rund 100 Besuchern gerechnet - gekommen waren fast 500. „Wir sind sehr angetan, dass so viele Bürger gekommen sind“, begrüßte Walter Voit, Sprecher der Grünen in Gröbenzell, die Besucher auf dem vollen Rathausplatz und betonte, dass der Protest nicht der AfD gelte, sondern der „schillernden“ Figur Jürgen Elsässer, der die Gesellschaft spalten wolle. „Eine AfD, die Elsässer auftreten lässt, diskreditiert sich selbst“, meinte Voit. Jürgen Elsässer, der unter anderem auch bei Pegida- und Legida-Veranstaltungen auftrete, stehe für Waffenrecht, Bürgerwehren, Hetze gegen den Islam und den Umsturz des Regimes, erläuterte der SPD-Kreisvorsitzende Michael Schrodi. Der Vorsitzende, selbst in Gröbenzell aufgewachsen, wünschte sich zwar einen anderen Anlass für ein solches Treffen, freute sich aber, dass so viele Leute Flagge zeigen. „Wir wollen unsere Demokratie verteidigen“, bekräftigte er. Musikalisch umrahmt wurde die Demonstration von „Hans Well und die Wellbappn“ aus Türkenfeld, die bei ihren Auftritten Applaus und Gelächter vom Publikum ernteten. Neben allen Parteien im Gemeinderat unterstützten weitere Künstler und Verbände, unter anderem der Bund Naturschutz, der Deutsche Gewerkschaftsbund, Fürstenfeldbruck ist bunt – nicht braun, die „Jusos“ der SPD Fürstenfeldbruck, der Sozialverband Vdk Gröbenzell und der Künstler Guido Zingerl, die Demonstration.

"Wir sind nicht naiv"

Hendrik Grallert, Ortsvorsitzender der FDP, war zunächst skeptisch: „Wir haben lange überlegt, ob wir an der Veranstaltung teilnehmen“. Die AfD-Wähler sollten ernst genommen werden, frei nach dem Zitat von Rosa Luxemburg: „Freiheit ist die Freiheit des anders Denkenden“, sagte er. Die Globalisierung könne nicht aufgehalten werden und auch wenn viele profitieren, werden es andere nicht. Dennoch: „Wir sind nicht naiv, wir brauchen Lösungen, aber genauso naiv ist es, sich abzuschotten und stumpfen Radikalismus auszuüben, wie hier in Gröbenzell,“ sagte er an die AfD-Anhänger gerichtet. Die Gemeinderätin Marianne Kaunzinger (UWG) hatte einen anderen Vorschlag: „Rucken wir einfach zusammen, sodass der Populismus keinen Platz hat“.

Irritierte Blicke des Publikums zog die Aktion einer Splittergruppe von etwa fünfzehn Demonstranten, vorwiegend Jugendlichen, abseits der Groß-Demo, auf sich. Entgegen dem Anliegen der Veranstalter, die AfD-Veranstaltung nicht zu stören, machten die Demonstranten mit lauten Anti-AfD-Parolen und Plakaten Stimmung vor dem Bürgerhaus, in dem Elsässer sprach. Auf Nachfrage bei der Polizei musste jedoch nicht groß eingeschritten werden.

Der Dekan des katholischen Dekanats Fürstenfeldbruck, Albert Bauernfeind, dessen Rede Kaunzinger vortrug, predigte über Toleranz, Freiheit, Werte und Frieden. Für allgemeine Zustimmung sorgte gegen Ende ein Satz von Michael Leonbacher, von den Freien Wählern: „Wir sind eine sehr gastfreundliche Gemeinde, aber den Elsässer hätten wir in Gröbenzell nicht gebraucht“.

Felix Hamann

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