S-Bahnbahnhof Buchenau

Petition gegen "halbherzigen" Umbau

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Die Unterstützer des Aktionsbündnis „Barrierefreier Ausbau Bahnhof Buchenau“ beim Bürgerfest der Brucker Bürgervereinigung am Stand der VdK.

Buchenau - Die Unterstützer des Aktionsbündnis „Barrierefreier Ausbau Bahnhof Buchenau“ haben ihre Petition öffentlich unterzeichnet und beim Bürgerfest der Brucker Bürgervereinigung (BBV) neue Unterstützer hinzugewonnen.

Als der Stadtrat sich im Frühjahr für eine Variante des behinderten gerechten Ausbaus des Buchenauer Bahnhofes entschied, waren nicht alle euphorisch.

Die Variante sieht eine neue barrierefreie Fußgängerunterführung in der Mitte der Bahnsteige vor, einen neuen, dritten Bahnsteig (Gleis 3) auf der Südseite (Buchenauer Platz) und drei Aufzüge. Der neue Südbahnsteig (Gleis 3) soll barrierefrei auf 96 Zentimeter Höhe errichtet werden, genauso wie der bestehende Nordbahnsteig (Gleis 1) erhöht wird. Der alte Mittelbahnsteig (Gleis 2) bleibt auf der Bahnsteighöhe von 76 Zentimeter.

"Höhenunterschied unüberwindbar"

„Dieser Höhenunterschied von 20 Zentimeter von der S-Bahnkante zum Bahnsteig ist für Rollstuhlfahrer unüberwindbar“, heißt es in der Stellungnahme von Martina Lampl, Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderung der Stadt Fürstenfeldbruck. So sei die Barrierefreiheit trotz teurem Umbau nicht gegeben. Denn alle S-Bahnen, die im Bahnhof Buchenau enden oder von Schnellzügen überholt werden müssen, halten an diesem Bahnsteig.

Im Aktionsbündnis „Barrierefreier Ausbau Bahnhof Buchenau“ engagieren sich neben den Behinderten- und Seniorenbeiräten von Stadt und Landkreis Sozialverbände wie der VdK, die Caritas, Kinderhilfe und die Diakonie. Auch bürgerschaftliche Organisationen wie Verkehrsforum FFB, die Bürgerinitiative „S4-Ausbau jetzt“, Bund Naturschutz, Slow-food und der Fahrgastverband „Pro Bahn“ sitzen mit im Boot. Aus der Parteienlandschaft haben bisher BBV, SPD, Grüne und Linke unterzeichnet.

Aufforderung an Bayerische Staatsregierung

Das Bündnis will nun Unterschriften aus der Bevölkerung sammeln und hat damit auf dem Fest der BBV begonnen. Am Aktionstag der Bürgerinitiative „S4-Ausbau jetzt“ am 17. September möchten die Vertreter eine weitere Gelegenheit direkt am Bahnhof Buchenau nutzen. In ihrem Schreiben fordert das Aktionsbündnis die Bayrische Staatsregierung auf, ihren Einfluss als Aufwandsträger beim Umbau gegenüber den betroffenen Stellen des Eisenbahnwesens kompromisslos wahrzunehmen, mit dem Ziel einer uneingeschränkten Barrierefreiheit des Bahnhofs Buchenau.

Rampen seien keine Alternative

Martina Lampl kommentierte das Argument der Bahn, im Notfall würde der Lokführer Rampen bereitstellen können, um eingeschränkten Personen Zustieg oder Verlassen der S-Bahn ermöglichen zu können, das in der Süddeutschen Zeitung zitiert wurde: „(...) da sollen Lokführer aus ihren Führerhäusern aussteigen, die Rampe hervorholen und zur Türe spurten, aus der ich aussteigen muss. Das Alles im eng getakteten und verspätungsanfälligen Fahrplan der S4. Es geht beim Thema Inklusion nicht nur um Rollstuhlfahrer. Alte Menschen mit Rollatoren sind genauso betroffen. Was macht der Lokführer und vor allem der Fahrplan, wenn fünf eingeschränkte Personen in der Buchenau auf dem Weg zu ihrer Wohnung aussteigen müssen?“.

Umbau erfülle Kriterien für „Bayern barrierefrei 2023“ nicht

Wenig Verständnis hatte auch der stellvertretende SPD-Vorsitzende Martin Haisch für das Kopfschütteln des amtierenden Bürgermeisters Erich Raff (CSU), es würden Verbesserungen ermöglicht werden: „Seit Jahrzehnten können ältere und eingeschränkte Personen den Bahnhof Buchenau nicht nutzen. Die Investition in den Bahnhof hat eine Dimension, aus der offensichtlich wird, dass weitere „Nachbesserungen“ in den nächsten 50 Jahren nicht zu erwarten sind. Die bayrische Staatsregierung hat sich mit ihrem Programm „Bayern barrierefrei 2023“ selbst auf ernsthafte Inklusion festgelegt.“ Es könne nicht angehen, einen Bahnhof halbherzig umzubauen.

kb

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