Aktiv gegen Mobbing - Aktionswoche der Ökumenischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in FFB

Sie warten auf Anrufe (von links): die Psychologin und Familientherapeutin Berit Lütteke sowie die Diplom-Sozialpädagogen Martina Hübner und Niels Melville. Foto: Dieter Metzler

Wenn Konflikte und Streitereien gar nicht aufhören, macht es keinen Spaß mehr, in die Schule zu gehen. Manche Schüler werden ständig ausgegrenzt und fertiggemacht. Von Mobbing ist die Rede, wenn jemand immer wieder gezielt gedemütigt und/oder angefeindet wird. 133 Anrufer griffen 2011 hilfesuchend zum Hörer und wählten das Eltern- bzw. das Kummertelefon der Ökumenischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Fürstenfeldbruck an.

Seit zwölf Jahren gibt es die Ökumenischen Beratungsstellen in Fürstenfeldbruck, Gröbenzell und Germering für Eltern, Kinder und Jugendliche Immer wieder machte die gemeinsame Einrichtung der Caritas und Diakonie in der Vergangenheit wie z. B. im Dezember 2009 mit der Telefonaktion für Eltern, die zum Konsumverhalten ihrer Kinder Fragen hatten, mit speziellen Aktionen auf sich aufmerksam. Mit einer Aktionswoche „Aktiv gegen Mobbing“ möchten die Beratungsstellen diesmal nun im Landkreis Fürstenfeldbruck erneut auf ein Angebot aufmerksam machen, das eigentlich schon immer besteht. Eltern und alle, die mit Kindern leben oder arbeiten, können sich am Elterntelefon unter der Rufnummer 08141-5125256 vom 18. bis 21. Juni von den Fachkräften beraten lassen. Zur gleichen Zeit haben auch Kinder und Jugendliche am Kummertelefon unter der Rufnummer 08141-512525 die Möglichkeit, sich Unterstützung und Rat zu holen. Die Telefone sind am 18., 19. Und 20. Juni von 15 Uhr bis 18 Uhr geschaltet. „Mobbing ist ein durchgehend aktuelles Thema im Alltag von Kindern und Jugendlichen“, berichtete Diplom-Sozialpädagoge Niels Melville, der Anfang April für Peter Donhauser zum Fachberatungsteam der Ökumenischen Beratungsstelle stieß. Eltern, Angehörige und Fachkräfte stellen sich oft die Frage, wie sie den Kindern helfen können, aus der Opferrolle und dem dadurch verursachten Leid herauszukommen. Laut einer Online-Umfrage der Universität Koblenz-Landau haben 54 Prozent Schüler aller Klassenstufen Erfahrungen mit Mobbing gemacht. Als Mobbing werden negative Handlungen definiert, die von einem oder mehreren Individuen einem anderen Individuum über einen längeren Zeitraum zugefügt werden. Die Bandbreite dessen, was als Mobbing gilt, ist groß: Längst wird unter Mobbing nicht nur körperliche Gewalt verstanden, sondern viel mehr auch das Auslachen, Beleidigen, Verbreiten von Unwahrheiten, Ausschließen, Zerstörung vom persönlichen Eigentum. Beim Thema „Mobbing“ sind viele Kinder, Eltern sowie Lehrer hilf- und machtlos. Das zunächst Erschütternde ist, dass nirgends Mobbing so oft festgestellt wurde, wie in der zweiten Klasse der Grundschule. Die Beratungskräfte gehen bei den Anrufen sowohl auf die Kennzeichen von Mobbing sowie Mobbing-Strukturen und geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Mobbing ein, als auch individuell auf die problematischen Situationen und Vorfälle und versuchen mit den Betroffenen Wege aus der Mobbing-Falle zu finden. Selbstverständlich kann man sich anonym an die Beratungsstelle wenden. Alle Gespräche werden vertraulich behandelt. „Für uns gibt es keine blöden Fragen und kein Problem, für das man sich schämen müsste“, so Melville.

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