Alkohol in der Werbung - Gymnasiasten setzen sich im Unterricht mit dem Problem auseinander

Immer mehr Kinder und Jugendliche betrinken sich bis zur Besinnungslosigkeit. Viele Eltern sehen die Problematik und wünschen sich ein Werbeverbot für Bier, Wein und Schnaps. Die Studie einer Krankenkasse ergab, dass junge Leute mehr Alkohol trinken, wenn sie regelmäßig TV-Spots oder Plakate für Bier, Sekt oder Schnaps sehen. Wie sollen Kinder und Jugendliche den Unterschied erkennen können, wenn sie zur besten Sendezeit TV-Werbung sehen (müssen), in der Alkohol in Verbindung mit Spaß, Unterhaltung und Freunden gebracht und suggeriert wird, dass Party und Stimmung nur mit Alkoholkonsum möglich ist?

Im Rahmen des Gesundheitstages im vergangenen November haben sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 11c des Gröbenzeller Gymnasiums intensiv und kritisch mit der Alkohol-Werbung auseinandergesetzt. Unter dem Titel „Alkoholkonsum bei Jugendlichen durch den Einfluss der Werbung“ entstand anschließend unter der Leitung der Kunstlehrerin Nada Jordan und Deutschlehrer Hans Rauscher in den Fächern Kunst und Deutsch ein interessantes und gelungenes Unterrichtsprojekt. „Heutzutage ist eine Bier-Werbung ja fast nicht mehr von einer Mineralwasser-Werbung zu unterscheiden“, sagte Nada Jordan. „Konkrete Anlässe für diese Auseinandersetzung gibt es genug. Stichwort: Komasaufen“, so die Pädagogin. Um ins Thema zu kommen, haben die Schülerinnen und Schüler zunächst einen Fragebogen des Gesundheitsamtes für sich beantwortet. „Da habe selbst ich festgestellt, wie wenig man eigentlich über den Alkohol weiß“, informierte Jordan. „Ein halbes Glas Bier für eine Frau, das reicht schon. Deshalb halte ich das Thema für wichtig.“ Die Klasse, der die künstlerische Gestaltung völlig frei gestellt war, kam recht schnell zu dem Ergebnis, dass der Alkohol in der Gesellschaft einen viel zu hohen Stellenwert einnehme und daran in erster Linie die Werbung schuld sei. So entstanden – meist in Gruppenarbeit – recht unterschiedliche Ergebnisse, die die Klasse im Rahmen einer Ausstellung derzeit in der Schule präsentiert. Darunter befinden sich kritische, ironische und humorvolle aber auch nachdenkliche Kommentare in Form von kurzen Filmen, Fotos, Zeichnungen, Collagen und Objekten. Durch die Auseinandersetzung mit dem Thema und durch die Ausstellung soll bei den Kindern und Jugendlichen das Bewusstsein gestärkt werden. Der aktuelle Drogenbericht des Gesundheitsministeriums zeigt erschütternde Zahlen auf. Danach waren über 20 Prozent der Minderjährigen im vergangenen Jahr mindestens einmal pro Monat betrunken. Und ebenso viele haben bereits Erfahrungen mit Komasaufen. Mehr als 23.000 Kinder wurden teils bewusstlos betrunken ins Krankenhaus gebracht – so viele wie nie zuvor.

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