Bürgermeister Frederik Röder informierte bei einem Pressegespräch über einen gemeinsamen Weg zwischen Landwirtschaft und Wohnbevölkerung

Schwelender Konflikt wegen Bebauung des "Allinger Moos"

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Allings Bürgermeister Frederik Röder (re.) sowie Hans Zeilmaier und Mathias Kral vom Bauamt informierten den Sachstand der Bebauung im Allinger Moos

Alling – Auch wenn es schwierig werde, bei dem schwelenden Konflikt wegen der beabsichtigten Bebauung des „Allinger Moos“ einen gemeinsamen Weg zwischen der Wohnbevölkerung und der Landwirtschaft zu finden, so wolle man dennoch nichts unversucht lassen, meinte Allings Bürgermeister Frederik Röder unlängst bei einem Pressegespräch. Gemeinsam mit dem Leiter des Bauamtes, Hans Zeilmaier, sowie seinem designierten Nachfolger, Mathias Kral, stellte Röder noch einmal die Motivation des Gemeinderats sowie die Beweggründe aus Sicht der Gemeinde dar. 

 Eigentlich beschäftige sich die Gemeinde schon seit knapp 20 Jahren damit, das Gebiet zwischen dem Ortsrand entlang der Gilchinger Straße bis zum Sportgelände hin im Zuge der Ortsabrundung einer Wohnbebauung zuzuführen. Spätestens mit dem Grunderwerb für den Gehweg im Jahre 1996 sei die Wohnbebauung eigentlich signifiziert, erklärte Röder. „Das Bürgerbegehren vor fünf Jahren brachte dann alles ins Rollen“, ging der Rathauschef auf die bisherige Entwicklung sowie die ergangenen Gerichtsentscheide ein. Mit dem Bürgerentscheid sollte seinerzeit eine Vergrößerung des landwirtschaftlichen Betriebs der Familie Killer unterbunden werden, die einen Schweinemaststall für 252 Tiere bauen wollten. Das Landratsamt hatte den Vorbescheid für den Bau des Stalls kurz vorher aber positiv beschieden. In der Planung legte die Gemeinde dann Sondergebiete für den Hof der Familie Killer und den in der Nachbarschaft liegenden Pferdepensionsbetrieb fest, die bauliche Veränderungen eingeschränkt zuließen. Zugleich wurde ein Ingenieurbüro beauftragt, Geruchskontingente zu errechnen. Gleichzeitig wurde das Gebiet entlang der Gilchinger Straße als Baugebiet ausgewiesen sowie der Bebauungsplan in einen nördlichen und südlichen Bereich aufgeteilt. An der Beurteilung der Geruchsimmissionen scheiden sich jedoch die Geister. Man habe sich beim Bebauungsplan bewusst auf die Festlegung von Geruchskontingenten geeinigt, teilten die Gemeindevertreter mit, weil die, im Gegensatz bei der Festlegung in Großvieheinheiten und Abständen, einen landwirtschaftlichen Betrieb weniger einschränken würden. Indirekt bestätigt wurde das Bauamt in seiner Ansicht durch das Urteil des Verwaltungsgerichts, das einen Antrag des gegnerischen Anwalts auf einen Baustopp abgewiesen hatte. Auch das Gericht vertrat die Auffassung, dass der nördliche Bebauungsplan von den Geruchsfestsetzungen nicht tangiert werde. Der Bebauungsplan wurde lediglich außer Vollzug gesetzt, weil eine Festlegung von Geruchskontingenten in Bayern nicht anerkannt ist. Auch wenn die Gemeinde mit ihren Bebauungsplänen vor Gericht gescheitert ist, werde man aber die im nördlichen Baugebiet fast fertiggestellten Wohngebäude zu Ende bauen, teilte Röder mit. Der Bau weiterer Wohngebäude soll erfolgen, wenn der Gemeinderat Ende Juli über den abgespeckten Bebauungsplan für das nördliche Baugebiet abgestimmt hat. Für dieses Areal bestehe nach Ansicht der Gemeinde Rechtssicherheit, auch wenn seitens der Bürgerschaft eine Beschwerde vorliegt. Wie es hingegen im südlichen Bereich des „Allinger Moos“ weitergehen werde, ist dagegen noch unklar. Sicher ist nur, dass der Betreiber der Pferdepension gegenüber der Sportanlage aufhört. 

Dieter Metzler

 

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