Vier Freunde gründeten das "Alphorndinga" -  Nicht nur in der Vorweihnachtszeit erfüllen wundervolle Töne das Kirchenschiff in Türkenfeld 

Alphorn – Das Handy der Alpen 

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Das Alphornquartett, die ,,Alphordinga“ in der Türkenfelder Mariä Himmelfahrtskirche: (von li): Rupert Klass, Stefan Dietrich, Peter Thalmayr, Georg Thalmayr

Türkenfeld –  Seit 40 Jahren spielen sie zusammen in der Blaskapelle und im Blasorchester Türkenfeld. Vor fünf Jahren haben sie das Alphornquartett die ,,Alphordinga“ gegründet: Die Rede ist von Peter und Georg Thalmayr, Rupert Klass und Stefan Dietrich. Vier Freunde, die zusammen Musik machen und die jetzt mit ihren Alphörnern durchstarten. Am 2. Adventsonntag konnte man die Türkenfelder in der Philharmonie im Gasteig bei der ,,Bayerischen Weihnacht“ sehen und hören, wo sie vier Stücke spielten. 

 Angefangen hat alles damit, dass sich Peter Thalmayr vor Jahren einen Traum erfüllte und sich ein Alphorn bauen ließ. Als Wald- und Flügelhornist verstärkt er das Türkenfelder Blasorchester - doch zum Oktoberfest der Blaskapelle im Oktober 2009 überraschte er zusammen mit seinen Musikerkollegen mit einer Alphorneinlage. ,,Die Resonanz der Festgäste war riesig und auch wir waren so begeistert, dass wir die Idee hatten, ein Alphornquartett zu gründen“, erzählt Peter Thalmayr. Nachdem sich auch Georg, Stefan und Rupert ein eigenes Alphorn zulegten, fand sich mit ,,Alphordinga“ (zusammengesetzt aus dem bayerischen ,,Wolperdinga“ und Alphorn) der passende Name für das neu gegründete Quartett. Seitdem spielen sie regelmäßig bei verschiedenen Events und erfreuen das Publikum mit ihren Stücken. Neben der Arbeit und den üblichen Orchesterproben, versuchen sich die Musiker  einmal im Monat im Musikraum der Schule zu treffen und zu spielen. ,,Um in Übung zu bleiben“, sagt Peter Thalmayr und weil es großen Spaß mache. ,,Idealerweise probt jeder für sich zusätzlich zu Hause, sofern es die Räumlichkeiten zulassen“. Viel Platz bedeutet in dem Fall eine Alphornlänge von etwa 3,40 Meter. Im Sommer spielen die vier Hobbymusiker am liebsten im Freien, da sich dann der Schall viel besser ausbreiten kann. Was den Transport eines Alphorns angeht, so ist dieses in drei Teile zerlegbar und bringt es damit immer noch auf eine stattliche Länge von ca. 1,10 m.

Ursprünglich war das Alphorn im gesamten Alpenraum verbreitet, bis es im Lauf der Zeit verschwand und als Folkloreinstrument in der Schweiz wiederbelebt und gefördert wurde. Aufgrund der Anblasetechnik zählt das Alphorn zu den Blechblasinstrumenten, obwohl es überwiegend aus Holz gefertigt wird. Außerdem besitzt es weder Ventile zum Greifen noch Klappen oder Züge und beschränkt sich auf das Spielen der Naturtonreihe. ,,Der Ton wird an der Lippe erzeugt“, erklärt einer der Musiker. ,,Für jeden Ton braucht man eine andere Lippenspannung“. Gestimmt sind die Alphörner in F-Dur, was ein sehr gutes Zusammenspiel mit dem Blasorchester ermöglicht. Worauf freuen sich die ,,Alphordinga“ am meisten? ,,In den Bergen zu spielen ist gigantisch. Dort kann man mit sich selbst mehrstimmig spielen“. Das ,,Handy der Alpen“, wie das Alphorn auch genannt wird, ist mehrere Kilometer weit zu hören - je nach Landschaft 5 bis 10 km.

Nicole Burk 

 

 

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