VdK-Kreisgeschäftsführer Robert Otto referierte beim 52. Liberalen Gesprächskreis der FDP in Puchheim 

Altersarmut ist weiblich – VdK fordert Pflichtabsicherung

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Die Altersarmut im Landkreis wächst. Das zeigte das Referat von VdK-Kreisgeschäftsführer Robert Otto (r.) beim Liberalen Gesprächskreis der Kreis-FDP um den Vorsitzenden Hendrik Grallert und seine Stellvertretrin Birgit Thomann (v. l.).

Puchheim – Die ganze Welt schaut auf Griechenland und die dortigen Finanzprobleme. „Doch darüber sollten wir die Armen im eigenen Land nicht vergessen“, sagt der Brucker FDP-Kreisvorsitzende Hendrik Grallert. Dass die Armut auch im eigenen Landkreis zunimmt, bestätigte der VdK-Kreisgeschäftsführer Robert Otto beim 52. Liberalen Gesprächskreis der FDP in Puchheim. „Die Schere zwischen Reichtum und zunehmender Armut klafft immer weiter auseinander“, sagte auch Birgit Thomann, Grallerst Stellvertreterin und Organisatorin des Gesprächskreises, angesichts der Zahlen, die Otto vorlegte. 

Die Mitgliederzahl des Sozialverbandes VdK hat sich demnach in den letzten fünf Jahren auf 7400 mehr als verdoppelt. „Das freut uns zwar“, sagte Otto. „Es zeigt aber auch, dass es im sozialen Bereich nicht so passt, wie sich die Bürger das vorstellen.“ Das belegten auch weitere Statistiken. 1000 Menschen im Landkreis beziehen mittlerweile Grundsicherung im Alter. Auffällig laut Otto: Dabei handelt es sich um 80 Prozent Frauen. „Altersarmut ist weiblich“, sagte Otto. Der Grund: In vielen Familien sind früher die Männer in die Arbeit gegangen. „Die Frauen sind daheim bei den Kindern geblieben und haben nichts in die Rentenkasse eingezahlt.“ Bei Witwenrenten von im Schnitt 600 Euro liege man aber weit unter der Bedürftigkeitsgrenze – alleine schon wegen der hohen Mieten. Aber auch auf die Rentner der heutigen Arbeiter-Generation sieht Otto Probleme zukommen. Genauer gesagt auf die hohe Zahl Selbstständiger, die gerade so über die Runden kommt und deshalb keine private Vorsorge aufbauen kann.

 „Deshalb fordert der VdK eine Pflichtabsicherung nicht nur für abhängig Beschäftigte, sondern auch für Selbstständige in der gesetzlichen Rente“, sagte Otto. Diese habe sich bewährt. Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Not im Landkreis groß ist: Laut Otto hat die Caritas bei ihrer Schuldnerberatung derzeit bereits 739 Klienten – Tendenz steigend. Und auch die Kinderarmut ist laut Otto ein Problem. Das Problem seien oftmals nicht die Vereinsbeiträge, für die es meistens Härtefallregelungen gibt. Aber die entstehenden Kosten zum Beispiel für eine Fußball-Ausrüstung oder für ein Instrument könnten viele Familien nicht schultern. „Viele Kinder sind deshalb von kulturellen Angeboten ausgeschlossen.“ Verbesserungsbedarf sieht Otto auch bei der Pflegeversicherung. Als „unwürdig“ bezeichnete er das derzeitige Prozedere bei der Einstufung in die Pflegestufe, bei der um die Minuten geschachert wird, wie lange der Pflegende sich um seinen Angehörigen kümmern muss. Otto erhofft sich hier eine Verbesserung durch die anstehende Umstellung auf Pflegegrade. Kritik übte Otto auch an den Gastgebern von der FDP bezüglich des sogenannten „Pflege-Riesters“. Die Liberalen haben durchgesetzt, dass es für eine private Pflegezusatzversicherung einen Zuschuss von fünf Euro im Monat gibt. Dieser Betrag sei aber kein Anreiz, sich privat abzusichern. „Eine Zusatzversicherung kostet monatlich 100 Euro, das kann sich ohnehin nur jemand leisten, dem fünf Euro mehr oder weniger egal sind“, sagte Otto. 

Andreas Daschner

 

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