Gespräche über aktuelle Baumaßnahmen/Planungen des Staatlichen Bauamtes Freising im Landratsamt

Der 1905 errichteten Eisenbetonbrücke über die Amper droht der Abriss

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Der 1905 errichtete Eisenbetonbrücke über die Amper droht der Abriss

Fürstenfeldbruck – Die Erneuerung der Amperbrücke in Fürstenfeldbruck erwies sich beim jährlichen Gespräch über die aktuellen Baumaßnahmen sowie Planungen des Staatlichen Bauamtes Freising am 14. Juli im Brucker Landratsamt weiterhin als ein „Dauerbrenner.“ Auch nach Aufnahme der Amperbrücke in die Denkmalschutzliste hält das Bauamt einen Neubau der Brücke für unumgänglich. 

Die 110 Jahre alte Amperbrücke weist einen schlechten Zustand auf. Daher müssen in absehbarer Zeit Maßnahmen ergriffen werden, um die Verkehrssicherheit weiter gewährleisten zu können, teilte der Leiter des Bauamtes Peter Weywadel mit. Der Denkmalschutz allein stelle kein absolutes Bauverbot dar, so Weywadel weiter. Vielmehr sei das Für und Wider abzuwägen. Eine Sanierung der 1905 errichteten Eisenbetonbrücke sei unwirtschaftlich, teilte Michael Neupert vom Straßenbauamt mit. Unwirtschaftliche Investitionen in ein Bauwerk sind seitens des Bundes ausgeschlossen. 

Um die Verkehrsfunktion der Bundesstraße 2, die über die Amperbrücke führt, aufrechterhalten zu können, sei ein Neubau der Brücke die einzige Alternative. Um die Unwirtschaftlichkeit näher belegen zu können, werde man zeitnah eine erneute Bauwerksprüfung durchführen, teilte die Expertin für Brückenbau vom Straßenbauamt, Jessy Swoboda, mit. Der Zustand einer Brücke wird nach eine Skala von eins bis vier bewertet. Im Jahre 2011 war der Zustand der Amperbrücke mit 2,9 bewertet worden. Im vergangenen Jahr ergab die Prüfung den Wert 3,5. „Es sind massive Risse aufgetreten und die tragenden Eisenstäbe in der Brücke sind korrodiert“, so die Expertin. „Wir sind an der Grenze angelangt“, meinte Weywadel. Man werde um einen Neubau der Brücke, der etwa 2,5 Millionen Euro kosten werde und nach Einschätzung des Bauamtes für 2019 zu erwarten ist, nicht herumkommen. Auch eine weitere Tonnagebeschränkung stelle, insbesondere im Hinblick auf den Busverkehr, keine realistische Option dar. 

Außerdem würde sich dadurch das Problem nur in die Zukunft verlagern, nicht aber lösen, da sich der Bauwerkszustand weiter verschlechtern wird. Eine neue Brücke wäre uneingeschränkt für den Schwerlastverkehr nutzbar. Die derzeitige Beschränkung für Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 16 Tonnen ist nur dem schlechten Zustand der alten Brücke geschuldet. Diejenigen, die seinerzeit mit einem Bürgerentscheid die Umfahrung über den Deichensteg verhinderten, haben damals schon wissen müssen, dass die Problematik der Brücke kommen wird, meinte Landrat Thomas Karmasin. Das Staatliche Bauamt ist bemüht, im Vorfeld der Baumaßnahme mit den zuständigen Straßenverkehrsbehörden zu klären, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Sperrung der Ortsdurchfahrt für den Schwerverkehr auch nach der Erneuerung der Brücke möglich ist. Selbst bei einer Umwidmung der Bundes- in eine Staatsstraße könne die Stadt „nicht schalten und walten wie sie will“, so Weywadel, denn die Straße bleibe „weiterhin eine überörtliche Straße“. Und einer Abstufung in eine Ortsstraße räumt der Fachbereichsleiter Straßenbau keine Chance ein. Die Verkehrsbedeutung sei bei der Klassifizierung einer Straße mit entscheidend und im Rahmen der bisherigen Maßnahmen zum Ausbau der Bundestraße 2 habe der Bund schon viel investiert. Er könne sich nicht vorstellen, dass deshalb nennenswerte Straßen-Netzveränderungen vorgenommen werden. 

Dieter Metzler

 

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