Olchinger Bürgermeister Andreas Magg lud zu einem Treffen für Unterstützer ein 

150 Asylbewerber im Landkreis Fürstenfeldbruck 

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Dipl. Pädagogin Daniela Paunert, Bürgermeister Andreas Magg und Dipl. Pädagogin Sabine Probst  

Olching - Rund 150 Asylbewerber befinden sich aktuell im Landkreis Fürstenfeldbruck, davon 35 in Olching. Die derzeit in einem Haus in der Hermann-Böcker-Straße im Ortsteil Geiselbullach untergebrachten Flüchtlinge stammen aus Afghanistan, Syrien, Irak, Nigeria, Kongo, Sierra Leone, Armenien und Aserbaidschan.

 Am 31. Januar lud Bürgermeister Andreas Magg soziale Vereine und Institutionen sowie interessierte Bürger zu einer Veranstaltung im Sozialzentrum „Haus der Begegnung“ ein, die sich im Rahmen eines „Unterstützerkreises“ für die Integration der in Olching untergebrachten Menschen engagieren möchten. Vom zuständigen Ausländer-Referat im Landratsamt nahmen Christian Obojkovits und Dieter Bamesreiter an der Info-Veranstaltung teil. 

„Wir sind begeistert, dass so viele gekommen sind und Interesse haben, Unterstützung zu leisten“, zeigte sich Magg positiv überrascht, dass so viele Olchinger der Einladung Folge geleistet haben. „Grundlegendes Ziel unserer Bemühungen ist es, den Asylbewerbern in Olching das Gefühl zu geben, dass Sie bei uns willkommen sind“, nannte Magg als einen der Gründe, die ihn zu der Veranstaltung veranlasst haben. Ein weiterer Grund sei aber auch die Vermeidung von unkoordiniertem Aktionismus.  Der Unterstützerkreis  benötigt Helfer in allen Bereichen. Sei es beim Erlernen der deutschen Sprache sowohl für die Erwachsenen als auch für die Kinder, bei der Unterstützung von Kindern in schulischen Angelegenheiten, bei der Begleitung zu Behörden oder zu Ärzten oder einfach, um für die Probleme der Flüchtlinge ein offenes Ohr zu haben. 

Gesucht werden aber auch Paten, die sich einer Familie annehmen. „Wir brauchen dringend ehrenamtliche Helfer“, appellierten Magg und die beiden Diplom-Pädagoginnen Daniela Paunert und Sabine Probst an die interessierten Besucher. Im Vorfeld des ersten Koordinationstreffens haben Paunert und Probst zehn Arbeitskreisthemen entwickelt, die sich aus den Gesprächen mit den Asylbewerbern ergaben. Schon bei der Vorstellung der Arbeitskreise (Deutschkurse für Kinder, Deutschkurse für Erwachsene, Schulpatenschaften, Familienpatenschaften, Dolmetscherpool, Begleitung Arzt/Behörde, Sportpatenschaften, Hausaufgabenbetreuung, Mathe/Physik, Ausstattung mit Material) ergab sich reger Diskussionsbedarf unter den Besuchern.

 „Deutsch, deutsch und nochmals deutsch“, berichtete Bürgermeister Magg von einem Treffen mit den Asylbewerbern, dass das Erlernen der deutschen Sprache ihr größter Wunsch sei, dann sofort der Wunsch nach einer Beschäftigung. Schwierig sei die Unterbringung der schulpflichtigen Kinder, teilte Magg mit. Drei Jugendliche habe man in Germering und Puchheim unterbringen können, zwei Kinder befinden sich noch im Grundschulalter. Auch will man prüfen, ob einem 19-jährigen, nicht mehr schulpflichtigen Burschen der sehnlichste Wunsch erfüllt werden kann, dass er seine Mathe und Physikkenntnisse ggf. als Gastschüler vertiefen kann. 

 „Die Sprache ist der Schlüssel für alles andere“, meinte ein Zuhörer. „Wenn der Amtsschimmel es nicht ermöglicht, dann ist ehrenamtliches Engagement gefordert“, meinte ein Veranstaltungsbesucher, als er erfuhr, dass die Asylbewerber, solange sie nicht anerkannt sind, keinen Anspruch auf Deutschkurse haben. Ein Besucher regte an, ein Spendenkonto einzurichten. Viele, die sich aus Zeitmangel nicht zur Verfügung stellen können, würden vielleicht mit Geldspenden Unterstützung leisten wollen. 

Magg versprach den Gedanken weiter zu verfolgen. Für Bargeld statt Lebensmittelgutscheine oder gar Lebensmittelpaket sprachen sich die Besucher der Veranstaltung aus und bezeichneten das Gutscheinverfahren als diskriminierend. Um die Hilfsbereitschaft und Unterstützung in geordnete Bahnen zu lenken, habe man sich entschlossen im Haus der Begegnung eine Koordinierungsstelle einzurichten. Die soll für alle, die sich ehrenamtlich einbringen wollen, Anlaufstelle werden. Die beiden Diplom-Pädagoginnen fungieren dabei als Ansprechpartner und sind von montags bis mittwochs von 9 Uhr bis 12 Uhr und am Donnerstag und Freitag von 9 Uhr bis 16 Uhr unter 08142 – 2842345 oder sozialberatung@sozialzentrum-olching.de zu erreichen. Nach dem Koordinationstreffen ist bereits für den 6. Februar, 20 Uhr, das erste Organisationstreffen der Arbeitskreise, erneut im Haus der Begegnung, angesetzt.

Dieter Metzler 

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