Anti-Atomkraft-Demonstration am 19.03.2011 -09.30 Uhr

Kern

kraft ist eine Risikotechnologie mit höchstem Schadenpotentials im Havariefall und schon aus diesem Grund nicht tragbar. Die damalige rot-grüne Bundesregierung des Bundeskanzlers Gerhard Schröder hatte dies erkannt, nach langwierigen Verhandlungen mit der Industrie den Ausstieg beschlossen und gegen den erbitterten Widerstand von CDU/CSU/FDP auch eingeleitet. Allen guten Argumente zum Trotz und unbeeindruckt der vielen Proteste von Atomkraftgegnern, u.a. dem SPD-Ortsverein Fürstenfeldbruck, kündigte nach dem Regierungswechsel die neue schwarz/gelbe Bundesregierung im Oktober 2010 diesen gesellschaftlichen Konsens auf und verlängerte die Laufzeiten der Atomkraftwerke in Deutschland. Zudem wurden die Sicherheitsauflagen gesenkt, um auch ältere AKW´s länger am Netz belassen zu können. Nun ist es am 11.03.2011 zu einer Naturkatastrophe unglaublichen Ausmaßes gekommen. Ein Erdbeben mit der Stärke von ca. 8,9 auf der offenen Richterskala und eine nachfolgende meterhohe Tsunamiwelle hat die Nordostküste Japans verwüstet. Viele Städte sind komplett oder zum großen Teil zerstört, so zum Beispiel auch die Millionenstadt Sendai. Hunderttausende Menschen haben ihr Hab und Gut, ihre ganze Existenz verloren, wahrscheinlich zehntausende Tode zu beklagen. Aber die Berichterstattung darüber in den Medien wird immer mehr überlagert von der sich anbahnenden weit größeren Katastrophe eines atomaren GAU´s bzw. Super-Gau´s im Atomkraftwerk Fukushima. Die schlimmsten Befürchtungen der Atomkraftgegner sind damit ziemlich genau 25 Jahre nach Tschernobyl leider wahr geworden. Und plötzlich werden mit Merkel & Co. aus glühenden Atomkraftbefürwortern radikale Atomkraftgegner, die schwarz-gelbe Bundesregierung will 7 ältere Atomkraftwerke sofort abschalten und den Weiterbetrieb der anderen AKW´s auf den Prüfstand stellen. Dies alles wird in einem atemberaubenden Tempo durchgedrückt, ohne Rücksicht auf Verträge, energiepolitische Versorgungskonzeptionen und ohne gesetzliche Basis. Ist einer Bundesregierung, welche nach einem knappen halben Jahr schon bei einem ihrer umstrittensten Entscheidung nun eine kapitale Kehrtwendung um 180 Grad vollführt, überhaupt zu trauen? Ist es vielleicht gar eine Panikreaktion, schließlich stehen mehrere Landtagswahlen an und die Bilder aus Japan sind für eine Politik „Pro Atomkraft“ zu vernichtend? Daher stellt sich die Frage nach der Ernsthaftigkeit des Politikwechsels, denn natürlich ist die Rede nur von einem 3-monatigen Moratorium, wer garantiert bei dieser Sprunghaftigkeit nach den Landtagswahlen nicht eine erneute Kehrtwende? Von der Kanzlerin und auch vom Bayerischen Ministerpräsident Seehofer sind solch tolle Worte zu hören wie „Es gehe um die Sicherheit, da gibt es keine Tabus.“ Aber welche Tabus hat es denn zuvor gegeben? Oder stand die Sicherheit nicht an erster Stelle? Hatte die Kanzlerin als Physikerin auch nicht so viel „Phantasie“, das vorhandene reale Gefahrenpotential der Kernkraft, auf das Atomkraftgegner immer hingewiesen hatten, zu richtig erkennen? Und war etwa die Sicherheit der Atomkraftwerke nicht tabu- und vorbehaltlos, bevor die Brücke „Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke“ errichtet wurde, überprüft worden? Natürlich ist die Richtung „Abschalten“ richtig und zu begrüßen, aber trauen kann man bei all den Widersprüchen im Agieren den Politikern von CDU/CSU und FDP wohl nicht. Daher und um hier die richtigen, klaren Zeichen zu setzen, veranstaltet der SPD-Ortsverein Fürstenfeldbruck, initiiert vom Fraktionsvorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion Axel Lämmle, eine Anti-AKW-Demonstration am Samstag, den 19.03.2011 auf der Hauptstraße vor der Sparkasse. Beginn ist um 09.30 Uhr, Treff ab 09.00 Uhr. Als Hauptredner konnten Natascha Kohnen, Generalsekretärin der SPD-Bayern, und die Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner gewonnen werden. Zudem ist geplant, dass die Teilnehmer der Demonstration die Möglichkeit erhalten, sich mit kurzen Statements / Reden ebenfalls zu äußern. Der SPD-Ortsverein ruft alle Bürgerinnen und Bürger aus Fürstenfeldbruck und Umgebung zur Teilnahme auf. Demonstrieren Sie mit uns gemeinsam für die rasche Abschaltung der gefährlichsten Atom-Meiler, die Rücknahme der Laufzeitverlängerungen und einen schnellstmöglichen kompletten Ausstieg aus der Kernenergienutzung.

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