Im Landkreis Fürstenfeldbruck leben derzeit 360 Asylbewerber

Hilfe für Asylsuchende

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Frau Grotheer bei ihrer Beratungstätigkeit.

Fürstenfeldbruck – Im Landkreis Fürstenfeldbruck leben derzeit in etwa 360 Asylbewerberinnen und Asylbewerber aus den verschiedensten Ländern, wobei es klare Schwerpunkte bezüglich der Herkunftsländer gibt: 88 Menschen stammen aus Afghanistan, 46 aus Syrien, 44 aus dem Senegal und 34 aus dem Irak.

17 stammen aus Nigeria, 13 aus dem Kongo, 11 aus Mazedonien, 10 aus Russland, 9 aus Pakistan, 7 jeweils aus Somalia und dem Kosovo, 6 aus Mali, jeweils 5 aus Sierra-Leone, Athiopien, Bosnien-Herzegowina und der Türkei, 3 aus dem Iran, jeweils 2 aus Myanmar, Uganda und Indien sowie einzelne Personen aus Marokko, Vietnam, Palästina, Jordanien und Sudan sowie 15 Personen mit ungeklärter Herkunft. 

Die Fluchtgründe sind unterschiedlich, die meisten Flüchtlinge stammen aber aus Regionen, in denen Bürgerkrieg herrscht oder zumindest die Sicherheitslage katastrophal ist. Dies gilt insbesondere für die Menschen aus Afghanistan, aus Syrien, dem Irak und dem subsaharischen Afrika. Andere wiederum geben an, in ihrem Heimatland individuell politisch verfolgt zu sein, etwa weil sie sich dort politisch engagieren oder einer verfolgten Minderheit angehören. Auch die Fluchtwege sind dementsprechend unterschiedlich. Wer jedoch in Deutschland erfolgreich Asyl beantragen möchte, muss nachweisen, dass er nicht zuvor bereits über einen „sicheren Drittstaat“, also etwa ein anderes EU-Land, nach Deutschland eingereist ist. Stellt sich im Zuge des Asylverfahrens heraus, dass er sich vor seinem Aufenthalt in Deutschland in einem solchen Land, auch nur kurzzeitig, aufgehalten hat, wird sein Asylantrag in Deutschland abgelehnt und er muss in diesen sogenannten sicheren Drittstaat zurück, um dort Asyl zu beantragen. 

Damit die Menschen bei Ankunft ihre Rechte wahrnehmen können und auch hier im Landkreis gut ankommen können, bietet die Caritas für alle im Landkreis FFB lebenden Flüchtlinge eine spezielle Beratung an. In den fünf großen Unterkünften in Fürstenfeldbruck, Geiselbullach, Germering, Mammendorf und Olching ist jeweils eine sozialpädagogische Fachkraft in Teilzeit für die Flüchtlinge vor Ort in einem Büro zu bestimmten Zeiten zu sprechen. Die anderen, kleineren Unterkünfte - dies sind üblicherweise Einfamilienhäuser, Reihenhäuser oder auch einzelne Wohnungen – sind im gesamten Landkreis verteilt und werden auf Bedarf angefahren, bzw. die Bewohner können zur zentralen Beratung im Caritas-Zentrum in FFB kommen. Die fünf Sozialpädagoginnen Beatrix von Bothmer, Lidiya Grubmüller, Thekla Grotheer, Katharina Lahmann-Mansour und Juliane Rother können bei einem Stellenschlüssel von 1:150 dringend notwendige Leistungen wie etwa Ämterbegleitungen, intensive Wohnungssuche aber auch die Organisation kultureller Veranstaltungen nicht leisten. 

Gerade für diese dringend notwendigen Einzelfallhilfen und eine gute Einbettung im Gemeinwesen sind sie auf die Struktur der ehrenamtlichen Helferkreise angewiesen. Und diese äußerst engagierten ehrenamtlichen Helfer gibt es an jedem Standort, an dem Asylbewerber untergebracht sind. Diesen haben es die Asylbewerber auch zu verdanken, dass sie in den Genuss von Deutschkursen kommen. Denn die wenigen Angebote, die es diesbezüglich für die Flüchtlinge gibt, reichen nicht aus. Deshalb organisieren die ehrenamtlichen Helfer, unter Koordination der Hauptamtlichen, Deutschkurse. Denn auch für die Flüchtlinge gilt: Sprache ist der entscheidende Schlüssel, um sich eine Zukunft in Deutschland aufbauen zu können.

Ralf Grath

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