Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, Landrat Thomas Karmasin und der Brucker OB Klaus Pleil informierten bei Pressegespräch

Außenstelle für 600 Flüchtlinge am Fliegerhorst FFB

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Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, Brucks Landrat Thomas Karmasin und Oberbürgermeister Klaus Pleil beim Pressegespräch über die Unterbringung von Asylbewerbern in Fursty

Fürstenfeldbruck – Auf dem Brucker Fliegerhorst entsteht eine Außenstelle der Münchner Asyl-Erstaufnahmeeinrichtung für 600 Flüchtlinge. In den nächsten Tagen sollen die ersten 240 Asylbewerber im ehemaligen Unteroffizierheim auf dem nicht mehr militärisch genutzten Teil der Kaserne einziehen. Fursty wird die erste Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung außerhalb Münchens sein. Dies teilten am 19. September Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, Brucks Landrat Thomas Karmasin und der Brucker Oberbürgermeister Klaus Pleil bei einem Pressegespräch im Brucker Landratsamt mit.

 Hillenbrand sprach von einem Kraftakt aller Beteiligten. Erst Ende August hatte die Bundeswehr auf Bitten des Landratsamtes einige Gebäude des Fliegerhorstes für die Aufnahme von Flüchtlingen angeboten. Dabei war zunächst erwogen worden, eine Gemeinschaftsunterkunft für einen längeren Aufenthalt von Asylbewerbern zu schaffen. Da aber die Erstaufnahmeeinrichtung in München total überfüllt ist, entschied sich die Regierung von Oberbayern für eine Dependance. Drei solcher Außenstellen existieren bereits in der Landeshauptstadt. Dort werden die Flüchtlinge registriert und ihr Asylverfahren eingeleitet, ehe sie in Gemeinschaftsunterkünfte oder dezentrale Quartiere kommen.

 Dem Pressegespräch vorausgegangen war ein „Runder Tisch“, an dem neben den örtlich bzw. fachlich berührten Abgeordneten aus Bundes- und Landtag Vertreter des Bezirks- und Kreistags, der Großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck, der Gemeinde Emmering und Maisach, der Bundeswehr, des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, der Immobilien Freistaat Bayern, der Diakonie, der Caritas, der Arbeiterwohlfahrt und der Kirchen teilnahmen. Nach dem Pressegespräch besichtigten Teilnehmer des Runden Tisches und der Pressekonferenz die Örtlichkeiten am Brucker Fliegerhorst. Das Medieninteresse war groß, auch mehrere Fernseh- und Radioteams waren vor Ort. Wegen der Dringlichkeit sollen die Asylbewerber zunächst in drei Sälen des Unteroffizierheims untergebracht werden. Weil das Heim erst zum ersten Juli seinen Betrieb einstellte, ist das Gebäude relativ schnell bezugsfertig. In jedem Saal sollen jeweils 80 Flüchtlinge untergebracht werden. Zudem hält das Gebäude eine Küche, einen Speisesaal und im Untergeschoss zahlreiche Toiletten und Waschgelegenheiten vor. Gegebenenfalls müssten noch zusätzlich Duschkabinen aufgestellt werden. Neben dem Gebäudekomplex des ehemaligen Unteroffizierheims stellt die Bundeswehr weitere 144 Unterkünfte mit einer Gesamtstubenfläche von 3.900 Quadratmetern zur Verfügung, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Unteroffizierheim befinden. 

Letztlich wollte sich Hillenbrand nicht auf eine Zahl, wie viele Asylbewerber in Fursty unterkommen können, festlegen. Sollte der Zustrom weiter so anhalten, könnten es weit mehr als die zunächst geplanten 400 werden. Bevor Neuankömmlinge in Zelten oder einer Garage in der Bayernkaserne in München wohnen müssen, werden die Stuben im Fliegerhorst mit mehr Personen belegt, so Hillenbrand. Landrat Karmasin sprach von einer schwierigen Situation, sei aber dankbar über die Lösung, zumal die Zahl der in Fursty untergebrachten Asylbewerber auf das Kreis-Kontingent angerechnet wird. „Die Welt ist aus den Fugen geraten, da müssen wir jetzt alle zusammenhelfen“, sagte OB Pleil. Er will in Kürze eine Info-Veranstaltung abhalten, denn neben einer professionellen Beratung durch die sozialen Organisationen gehe es auch darum, viele ehrenamtliche Helfer zu gewinnen und die Akzeptanz in der Bevölkerung zu fördern. 

Der Zugang für die Asylbewerber soll über einen aus früheren Jahren bestehenden Feldweg von Emmering aus erfolgen. Gegenüber dem Unteroffizierheim existiert im Zaun noch ein altes Zugangstor. Der den Fliegerhorst umsäumende Zaun bleibt bestehen, es werden nur die Essdrahtrollen entfernt. Zusätzlich werden aber die zur Verfügung gestellten Gebäudeteile vom militärischen Gelände des Fliegerhorstes durch einen weiteren Zaun abgetrennt. In Fursty sollen die Flüchtlinge nur wenige Wochen, maximal drei Monate bleiben, bevor sie auf andere Landkreise in Oberbayern verteilt werden, um den Ausgang ihrer Asylanträge abzuwarten. 

Dieter Metzler

 

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