Frederik Röder lud die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde zu einer Informations-Veranstaltung über "Asyl im Gemeindegebiet Alling" ein

Asyl in Alling 

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Sie informierten über „Asyl in Alling“ (v. li.) Helmut Beck, Thomas Epp, Frederik Röder, Eva Ott und Ralph Grath.

Alling – „Asyl in Alling - Wir müssen handeln und wir wollen helfen“. Mit diesem Aufruf lud Allings Bürgermeister Frederik Röder die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde zu einer Informations-Veranstaltung über „Asyl im Gemeindegebiet Alling“ am 28. Oktober ein. Die Resonanz war überwältigend. Die Bestuhlung im Saal des Bürgerhauses reichte für die ca. 250 Besucher nicht aus.

 Fensterbänke mussten als Sitzgelegenheit herhalten, und, nachdem Röder verkündete, dass der Boden frisch geputzt sei, nahmen die Besucher gar auf dem Fußboden Platz. Mit dem ersten aktuellen Informationsabend wollte Röder neben der Information in erster Linie die Fragen, die die Bürger bewegten, beantworten, zugleich aber auch Bedenken in der Bevölkerung ausräumen. Unterstützt wurde der Allinger Gemeindechef bei der Info-Veranstaltung von Ralph Grath von der Brucker Caritas, von Thomas Epp vom Ausländeramt im Brucker Landratsamt, von Eva Ott vom Helferkreis Asyl Gilching sowie von Helmut Beck, Pastoralreferent der kath. Kirche Eichenau und Alling.

 Etwa 50 Asylbewerber muss die Gemeinde Alling nach dem von den 23 Bürgermeistern des Landkreises und des Landrats festgelegten Verteilerschlüssel aufnehmen. „Wir können und wollen uns der moralischen Verantwortung nicht entziehen“, sagte Röder. Er freute sich über die Welle der Hilfsbereitschaft, die ihm einerseits durch bereits angelaufene Hilfsmaßnahmen sowie andererseits durch das große Interesse an der Veranstaltung signalisiert wurde. „Mit 200 Menschen aus 37 Nationen, die schon seit Jahren in Alling leben, sind wir durchaus eine gastfreundliche Gemeinde“, meinte Röder, da werde man keine Angst haben, weitere 50 Menschen aufzunehmen. Nach dem dringenden Aufruf des Landratsamtes an die Bürgermeister geeigneten Wohnraum für die Asylbewerber bereitzustellen, habe der Allinger Gemeinderat schon im September einstimmig beschlossen, Unterstützung zu leisten. Die Asylsuchenden sollen laut Beschluss des Gemeinderates auf kleinere Wohneinheiten in allen Allinger Ortsteilen verteilt werden, um eine Unterbringung in Großraumunterkünften wie beispielsweise in der Allinger Sporthalle, im Bürgerhaus Alling und Biburg zu vermeiden, ebenso wie die Aufstellung von Wohncontainern. 

Der Bürgersaal platzte aus allen Nähten, so viele Allinger kamen zur Info-Veranstaltung

Ein Helferkreis Asyl Alling, der sich aus privat engagierten Bürgern, aus Elternbeiräten, aus etlichen Vereinen, Organisationen, der Kirchen und den Pfarrgemeinderäten, des Seniorenbeirats sowie Gemeindevertreten zusammensetzt, hat sich bereits etabliert und auch ein Lenkungsteam mit Bürgermeister Röder, dem zweiten Bürgermeister Hans Schröder, dem Leiter des Bauhofs, Franz Heiß sowie Pastoralreferent Helmut Beck wurde eingerichtet. Zu einer Anlaufstelle, wo Helfer und Asylbewerber gleichermaßen Auskunft und Unterstützung erhalten, wird im Pfarrheim ein „Info-Point Asyl“ eingerichtet. Im Gegensatz zu Bekleidung und Sachspenden, die in großen Mengen bereits gespendet wurden und die wegen fehlender Lagerkapazität nunmehr vor Abgabe erst im Rathaus oder im Pfarrheim angezeigt werden sollte, bildet die Beschaffung von Wohnraum eine Herausforderung für die Gemeinde. 

Nach einem Aufruf konnten dem Landratsamt 16 leerstehende Häuser und Gebäude gemeldet werden. Allerdings scheinen nicht alle geeignet zu sein. Gut aufgenommen von der Bevölkerung wurde eine vierköpfige afghanische Familie, die in der Hirtenstraße eine Wohnung bezog, berichtete das Betreuerehepaar Helga und Peter Gaja. „Wir brauchen mehr Wohnraum, das ist noch zu wenig“, appellierte Röder an die Allinger. Dabei kommen aber nur abgeschlossene Wohneinheiten, keine Gästezimmer infrage. Röder dankte dem TSV Alling, der seine Geschäftsstelle zur Verfügung stellte. Dort kann eine dreiköpfige Familie untergebracht werden. Ein großes Problem stellen Minderjährige ohne Eltern dar. Eine Allinger Familie würde zwei Kinder in seiner Wohnung aufnehmen. Das sei rechtlich leider nicht möglich, teilte Ralph Grath von der Caritas mit. Die unbegleiteten Kinder werden vom Jugendamt betreut. Eine Erzieherin äußerte Bedenken, dass die Betreuung traumatisierter Kinder in Kindergärten das Personal überfordern könnte. „Kinder verarbeiten diese Erlebnisse häufig schneller“, berichtete Eva Ott vom Helferkreis Asyl Gilching dazu aus ihren Erfahrungen. Thomas Epp von der Ausländerbehörde riet den Besuchern, gelassen und ohne Angst auf die Flüchtlinge zuzugehen. „Die sind schneller integriert als Sie denken und sprechen schneller bairisch als so mancher Zugereiste.“ Pastoralreferent Helmut Beck pflichtete Bürgermeister Röder bei, als dieser die Bürger anmahnte, nicht nur jeden Sonntag beim Gottesdienst ihren Obolus zu entrichten, sondern nach ihrem christlichen Glauben auch zu handeln. Er sitze nicht nur mit im Boot, sondern gern auch mit am Ruder, kündigte Beck Unterstützung an. 

Ansprechpartner sind: Bürgermeister Frederik Röder, Tel. 018141-379490 (Rathaus) Email: roeder@alling.de oder Patoralreferent Helmut Beck, Tel. 08141-378212 (Pfarrbüro), Email beck.helmut@gmx.de  

Dieter Metzler

 

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