Ehemaliges Hotel Drexler in der Brucker Innenstadt für 29 minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt 

 "Zuhause auf Zeit" für Asylbewerber 

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Mitten in der Kreisstadt: Das ehemalige Hotel Drexler, nun Alveni-Jugendhaus für 29 unbegleitete minderjährige Asylbewerber

Fürstenfeldbruck – „Alveni – willkommen!“ heißt es in Esperanto, und mit dem Wort aus der Welthilfssprache bezeichnet die Caritas allgemein die Einrichtungen zur Unterbringung von Asylbewerbern. So wird das ehemalige Hotel Drexler in der Brucker Innenstadt für 29 minderjährige Flüchtlinge, zu einem neuen „Zuhause auf Zeit.“

Die 16- bis 18-jährigen ausschließlich jungen Männer, die ohne Begleitung Erwachsener im vergangenen Jahr nach Bayern kamen, waren zunächst an zwei Standorten im Landkreis, im Landschulheim in Grunertshofen und im Haus des Kreisjugendrings in Gelbenholzen, untergebracht. Ursprünglich sollten die Jugendlichen, die aus Syrien, Äthiopien, Eritrea, Afghanistan und Somalia kommen, in dem zentral an der Hauptstraße gelegenen Hotelgebäude unterkommen. Doch es waren einige Umbauarbeiten notwendig, teilte Caritas-Kreisgeschäftsführerin Claudia Ramminger bei einer Pressekonferenz am 27. Februar mit. So musste aufgrund der strengen Brandschutzvorschriften die gesamte Elektrik im Haus erneuert und die Heizungsanlage nachgerüstet werden.

Im Alveni-Jugendhaus, wie das ehemalige Hotel nun offiziell heißt, das die Caritas vom neuen Besitzer zunächst auf fünf Jahre mit der Option auf eine Verlängerung gemietet hat, leben die unbegleiteten minderjährigen Jugendlichen in den ersten beiden Etagen in 14 Zweibett- und einem Dreibett-Zimmer. Darüber hinaus beherbergt das Haus einen Speiseraum, drei Küchen, in denen sich jeweils zwei Personen einen Kühlschrank und jeweils vier einen Herd teilen, und Räume für das Personal, in denen auch Erzieher übernachten können. In einem Schulungsraum sollen noch Computer aufgestellt werden, um den Jugendlichen über eine Internetverbindung den Kontakt mit ihren Angehörigen in der Heimat zu ermöglichen. Die Einrichtung des Hotels, das zehn Jahre lang leer stand, stammt noch aus den 70-ziger Jahren.

Ramminger nannte es einen glücklichen Umstand, dass die Caritas das ehemalige Hotel anmieten konnte, womit für die Minderjährigen eine mehrmonatige Zwischenunterbringung endete. Sie dankte dem Landratsamt für die Unterstützung und der Stadt sowie den Nachbarn für ihr Einverständnis. Um die 29 Jugendlichen, die seit ersten Februar die Berufsschule besuchen, kümmern sich abwechselnd sieben Sozialpädagogen, eine Psychologin, eine Hauswirtschafterin und ein Hausmeister, teilte der Leiter der Einrichtung, Tommy Beer, selbst Sozialpädagoge und BBV-Stadtrat, mit. Rund um die Uhr werden sich die „Betreuer“ um das Wohl der jungen Flüchtlinge kümmern.

Sie informierten über das neue „Zuhause“ der jugendlichen Asylbewerber (v.li.): Leiter Jugendamt Dietmar König, stellvertretender Landrat Johann Wieser, Caritas-Kreisgeschäftsführerin Claudia Ramminger, Jugendhaus-Leiter Tommy Beer und Landratsamt-Sprecherin Ines Roellecke

„Sie sollen auf eine eigenständige Lebensführung vorbereitet werden“, sagte Beer. So dürfen die Jugendlichen ihre Zimmer selbst gestalten und können sogar die Möbel bei Bedarf in einer kleinen Werkstatt, die im Hof noch eingerichtet werden soll, selbst reparieren. Wichtig wäre, so Beer, dass die Jugendlichen Anschluss in den Sportvereinen der Kreisstadt finden und Kontakte knüpfen können. Mit dem Viscardi-Gymnasium besteht bereits eine Kooperation. Dort nehmen die Jugendlichen am Zirkusprojekt teil und erhalten von den Gymnasiasten Nachhilfeunterricht. Auch beim TuS Fürstenfeldbruck dürfen die jungen Asylbewerber ohne Beitrag am Sport teilnehmen. Nachdem sich die Asylverfahren doch länger hinziehen, rechnet Beer mit einem Aufenthalt der Jugendlichen von mindestens einem Jahr. Er rechne erst in sechs Monaten mit den ersten Interviews. Ehrenamtliche Helfer sind willkommen. „Und wenn sie nur die Jugendlichen zu Freizeitangeboten begleiten oder mit ihnen auf den Bolzplatz gehen.“

Mit den 29 Flüchtlingen ist das Jugendhaus in der Kreisstadt voll belegt. Während es sich bei der Unterbringung von Asylbewerbern in Gelbenholzen um eine einmalige Aktion handelte, werden in Grunertshofen schon in den nächsten Tagen die nächsten unbegleiteten minderjährigen Jugendlichen erwartet. Geplant ist auch ggf. die alte Landwirtschaftsschule an der Bismarckstraße als Unterkunft herzurichten.

Dieter Metzler

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