Am Jexhof vom 4. Dezember 2015 bis zum 31. Januar 2016

Eröffnung der Ali Mitgutsch Ausstellung

1 von 11
2 von 11
3 von 11
4 von 11
5 von 11
6 von 11
7 von 11
8 von 11

Schöngeising – Am 21.August feierte der Münchner Bilderbuchautor, Grafiker, Illustrator, Maler und Schöpfer der „Wimmelbücher“ Ali Mitgutsch seinen 80. Geburtstag. Dies nahm der Jexhof, das Bauernhofmuseum des Landkreises, zum Anlass für eine Sonderausstellung. Am 3. Dezember eröffnete der stellvertretende Landrat Johann Wieser in Anwesenheit zahlreicher Gäste die Weihnachtsausstellung des bekannten Kinder- und Bilderbuchautors, die stimmungsvoll vom Kinderchor der Heinrich-Scherrer-Musikschule musikalisch begleitet wurde.

„Wer behauptet, dass man nur mit Worten erzählen kann, der kennt Ali Mitgutsch nicht“, sagte Wieser zur Begrüßung. „Mit seinen Bildern lässt er die Kleinen und die Großen die Welt und den Alltag entdecken. Er erzählt Geschichten in Bildern mit Phantasie und Witz, liebevoll und schlitzohrig, detailreich und farbenfroh. Und er hat selbst Geschichte gemacht, als Vater der Wimmelbilderbücher, die in vielen Ländern veröffentlicht sind und bereits die dritte Kindergeneration auf Entdeckungsreise schicken.“ Am 20. Januar 2016 wird der 80-jährige gebürtige Münchner mit dem Ernst-Hoferichter-Preis geehrt. Mit dem Preis in Höhe von 5.000 Euro werden seit 1975 jährlich freischaffende Münchner Künstlerinnen und Künstler aus dem Bereich Literatur und Kabarett ausgezeichnet, die Originalität mit Weltoffenheit und Humor verbinden. „Die am meisten gestellte Frage in den vergangenen Wochen war, wieso Werke von Ali Mitgutsch auf dem Jexhof?“ sagte Museumsleiter Dr. Reinhard Jakob. Die Frage beantwortete Dr. Jakob so: „Erste Antwort: inhaltlicher Natur – Mitgutsch hat auch das Land behandelt, das zweite Buch heißt bei uns „Im Dorf“. Zweiter Aspekt der Motivation, ein biografischer.“ Seinen persönlichen Bezugspunkt zu Mitgutsch hat Dr. Jakob, als er als Volkschüler Lesen lernte. Leider musste Mitgutsch aus gesundheitlichen Gründen die Ausstellungseröffnung absagen, berichtete Ingmar Gregorzewski, freier Autor und Dramaturg aus München, der mit Mitgutsch beispielsweise das „Ritterbuch“ zusammen gemacht hat, für das er den Text schrieb.

Für die ARD lieferte er mehrere Folgen für die Krimi-Reihe "Der Fahnder" sowie den "Tatort: Viktualienmarkt". Er habe schon viele Mitgutsch Ausstellungen besucht, aber in seiner Gesamtheit sei diese hier am Jexhof einmalig. „Hier haben wir einen komplett historischen Überblick. Von den allerersten Büchern aus den 50er Jahren, dann den Schulbüchern und dann folgten erst die Wimmelbücher „Stellen Sie sich vor eines der großen Wimmelbilder und machen ein „Selfie“, dann sind sie dort wo Mitgutsch Sie eigentlich hin haben will. Mittendrin in seinen Wimmelbildern“. Neben den berühmten Wimmelbilder- und büchern zeigt das Jexhof-Museum etliche Skizzen und Zeichnungen und bisher unveröffentlichte Arbeiten des Münchner Künstlers. Der Illustrator will beim gemeinsamen Anschauen seiner Bücher auch die Erwachsenen anregen, Antworten zu finden auf die Frage „Was passiert da?“ und bestimmte Details zu erklären, die die Kinder noch nicht so genau kennen. Von Ali Mitgutsch gibt es aber nicht nur „Wimmelbücher“. „Rund ums Rad“ und „Rund ums Schiff“ beispielsweise sind Bildsachbücher mit Text für ältere Kinder. Darin erklärt er mit witzigen, humorvollen Zeichnungen und Kommentaren die Geschichte des Rades und des Schiffes, ohne dabei die zeitliche Reihenfolge einzuhalten.

Die Sachbuchreihe, zu der die Bücher „Vom Baum zum Tisch“ oder „Vom Kakao zur Schokolade“ gehören, vermittelt dagegen Wissen an Kleinkinder. Mit vielen Bildern und kurzen Sätzen wird darin die Verarbeitung eines Rohstoffs bis zum fertigen Produkt erklärt. Darunter sind auch die Traumkästchen, mit denen Mitgutsch die Erwachsenen anspricht. Auf einer Bühne kleiner, gerahmter Kästchen richtet der Künstler magische Momente und mythische Bilder ein. Gesammelte Merkwürdigkeiten, wie zerbrochene Porzellan- und kopflose Holzpüppchen in zerschlissenen Kleidern, kombiniert mit skurrilen Fundsachen, treten vor Hintergründe aus vergilbtem Papier und Fragmenten alter Stoffe in Dialog miteinander oder verharren auf Sockeln und Podesten in einsamem Geste. Den Durchbruch als Bilderbuchmacher schaffte Mitgutsch 1968 mit „Rundherum in meiner Stadt“, das als erstes seiner erzählenden „Wimmelbilderbücher“ 1969 mit dem Deutschen Jugendpreis ausgezeichnet wurde. Insgesamt hat Ali Mitgutsch über 70 Bücher veröffentlicht, darunter 40 Schulbücher. Seine Bücher wurden in 19 Sprachen übersetzt und über acht Millionen Mal verkauft.

Die Ausstellung kann vom 4. Dezember bis 31. Januar jeweils von Dienstag bis Samstag in der Zeit von 13 Uhr bis 17 Uhr besucht werden. An Sonn- und Feiertagen ist die Ausstellung von 11 Uhr bis 18 Uhr geöffnet (Heiligabend und Silvester ist geschlossen).

Dieter Metzler

Meistgesehene Fotostrecken

Pkw überschlägt sich - 15-Jährige stirbt

Hattenhofen – Eine 15-jährige sowie ein 52-jähriger, beide aus Althegnenberg, verunglückten am Samstagmorgen, 7. Januar. 
Pkw überschlägt sich - 15-Jährige stirbt

Zu Ehren des heiligen Silvester

Türkenfeld – Der Wettergott war beim diesjährigen Silvesterritt in Türkenfeld offenbar auf Wiedergutmachung aus: Nachdem im Vorjahr pünktlich mit dem …
Zu Ehren des heiligen Silvester

Flüchtlinge feiern Weihnachten

Fürstenfeldbruck – Ein gemeinsames Fest mit den Asylbewerbern organisierten die Stadt, die Caritas und die Kirche sowie die ehrenamtlichen Helfer in …
Flüchtlinge feiern Weihnachten

Kommentare