Ein halbes Jahrhundert Kunst- und Zeitgeschichte besichtigen – das ermöglicht die Ausstellung „Henrik Moor (1876-1940) – Avantgarde im Verborgenen“.

„Henrik Moor (1876-1940) – Avantgarde im Verborgenen“

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v.l. Prof. Klaus Wollenberg, Rita Ring, Dirk Hoogen, Frau Weller, Angelika Mundorff, Dr. Eva von Seckendorff

Fürstenfeldbruck - Freilichtmalerei, Expressionismus, abstrakte Malerei und Futurismus, der Erste Weltkrieg und die Gefährdungen des jüdischen Künstlers durch den Nationalsozialismus – all das hat sich in die Bilder Henrik Moors eingeprägt. Neben Porträts, Stadt- und Landschaftsbildern war die Darstellung von Musik ein zentrales Anliegen des Künstlers, der selbst ein ausgezeichneter Pianist war und Pablo Casals zu seinen Freunden zählte.

Das Leben von Henrik Moor begann international: Geboren in Prag, aufgewachsen in Ungarn, New York und Wien, studierte er in London, Paris und München. Seine professionelle Laufbahn begann Moor als gefragter Porträtist in der pulsierenden Kunstmetropole München zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Wie viele andere Künstlerkollegen jener Zeit zog es auch ihn aufs Land und er siedelte sich 1908 in Fürstenfeldbruck an, wo er bis zum Ende seines Lebens blieb. Von 1917 bis 1918 diente Moor der österreichischen Armee als Kriegsmaler. Nach dem Krieg experimentierte der Künstler mit expressionistischen Stilmitteln und wagte sich weit in die Abstraktion vor. Er suchte Anschluss an die Malerei der Avantgarde, doch als Ernährer einer großen Familie stand Moor in ständigem Zwang, auch Kunstwerke produzieren, die sich verkaufen ließen.

In der NS-Zeit steigerten sich die Belastungen für den Künstler erheblich. Das Gemälde „Motiv aus Bern“ entsprach nicht den Vorgaben nationalsozialistischer Kunstpolitik und wurde 1937 aus der neuen Staatsgalerie in München als „entartet“ eingestuft und entfernt. Mit seinen Landschafts- und Städtebildern nahm Moor jedoch weiterhin am nationalsozialistischen Kunstbetrieb teil. Seine avantgardistischen Experimente konnte er jedoch nur noch im Verborgenen weiterführen. Enorm war die Gefährdung, die von seinen jüdischen Wurzeln herrührte: Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten begann ein Kräfte zehrendes Katz- und Mausspiel um seinen sogenannten „Ariernachweis“. Mit Hilfe des Brucker Landrates gelang es ihm bis zu seinem Tod 1940, seine jüdische Abstammung geheim zu halten.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Henrik und Emanuel Moor Stiftung

Sponsoren und Förderer:

Kulturfonds Bayern, Bezirk Oberbayern, Landkreis Fürstenfeldbruck, Sparkasse Fürstenfeldbruck

Bürgerstiftung für den Landkreis Fürstenfeldbruck, Lions Club Fürstenfeldbruck, Elke Oschmann

 

 

Museum Fürstenfeldbruck

Fürstenfeld 6

82256 Fürstenfeldbruck

Tel. Museum: 08141/44046

Tel. Verwaltung: 08141/61130

 www.museumffb.de

Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag: 13 - 17 Uhr

Sonntage & Feiertage: 11 - 17 Uhr

 

Führungen für Gruppen und Schulklassen mit einem speziellen Angebot zur Ausstellung auch außerhalb der Öffnungszeiten nach telefonischer Vereinbarung

 

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