Bäckerinnung wird nicht mehr bei der nächsten FFB-Schau mitwirken - Höfelsauer als Innungsvorsitzender bestätigt

Auf der Frühjahrssitzung der Brucker Bäckerinnung verkündete der alte und neue Obermeister der Bäckerinnung Franz Höfelsauer eine Trendwende: Die Innung, die 23 Bäckerei-Handwerksbetriebe im Landkreis vertritt, wird in der kommenden FFB-Schau in Fürstenfeldbruck nicht mehr aktiv mitarbeiten können. Der Zeit- und Arbeitsaufwand und die damit verbundenen Kosten für die gläserne Werkstatt und die Versorgung der Messebesucher mit frischen Backwaren seien nicht mehr zu rechtfertigen. Man müsse sich aufs Kerngeschäft und die Zukunftssicherung der Innungsbetriebe konzentrieren, erklärte dazu der in den Vorstandswahlen einstimmig wiedergewählte Obermeister der Bäckerinnung Franz Höfelsauer. In einem Nebensatz informierte er die Öffentlichkeit als Kreishandwerksmeister gleichzeitig, dass auch die Metzgerinnung ihre Mitarbeit bei der FFB-Schau einstelle. Damit ist die Brucker Messe um eine publikumswirksame Attraktion ärmer geworden.

In den Vorstandswahlen war Höfelsauer vom Ehrenobermeister der Bäcker Lukas Drexler vorgeschlagen worden. Als Höfelsauers Stellvertreter wurde Bäckermeister Ulrich Drexler aus Jesenwang gewählt. Er könne aber die große Lücke, die der kürzlich verstorbene stellvertretende Innungsmeister Anton Winkler hinterlassen habe, sicher nicht ausfüllen, erklärte der 36-Jährige, wolle aber das Innungsteam nach Kräften unterstützen. Ebenfalls in den Innungsvorstand neu und einstimmig gewählt wurden die Bäckermeister Thomas Bömmel (Neuesting), Werner Nau (Grunertshofen) und Brigitte Schmitt (Germering). Sie rücken damit für Werner Buchauer (FFB), Josef Drexler (Jesenwang) und Hugo Fritz (Eichenau) nach, die aus Altergründen alle nicht mehr zur Wahl angetreten waren. „Damit hat sich ein Generationswechsel in der Innung vollzogen“, kommentierte Höfelsauer das Wahlergebnis. Als Innungsvorsitzender bedankte er sich bei den ehemaligen Vorstandsmitgliedern für ihre langjährige, engagierte Mitarbeit. Auf ihren Rat muss Höfelsauer dennoch nicht verzichten: So stellte sich beispielsweise Werner Buchauer im Innungsausschuss für Berufsausbildung neben Willy Bücherl und Höfelsauer wieder zur Wahl. Alle wurden einstimmig wieder gewählt. Dem Ausschuss für Lehrlingsangelegenheiten gehören nach einstimmiger Wahl die neuen Vorstandsmitglieder Werner Nau und Ulrich Drexler und als Vertreter der Arbeitnehmer der in seinem Amt wieder bestätigte, langjährige Bäckergeselle Manfred Leitl von der Bäckerei Bücherl in Bruck an. Schon gleich zu Beginn der Jahreshauptversammlung hatte der Innungsmeister eine Kerze für seinen im Dezember überraschend verstorbenen Stellvertreter Anton Winkler angezündet und der weiteren verstorbenen Mitglieder der Bäckerinnung gedacht. Über die zahlreichen Aktivitäten des vergangenen Jahres erstattete Höfelsauer ausführlich Bericht: Der Tag des Butterbrotes im September, die Restauration und gläserne Werkstatt zur FFB-Schau im Oktober, die Stollenprüfung im Dezember, die Brotprüfung im Januar sowie die Teilnahme an der Freisprechungsfeier, der Handwerksmesse in München und am Berufsinfomarkt in der Brucker Sparkasse seien mittlerweile traditionelle Veranstaltungen, die sich bei den Besuchern großer Beliebtheit erfreuen. Gleichzeitig würden sie auch das Interesse für das Bäckereihandwerk wach halten, das wie andere traditionelle Handwerksbetriebe schwer gegen die Konkurrenz von Supermärkten, Einkaufsketten und Großbetrieben ums Überleben kämpfen müsse. Allein im vergangenen Jahr hätten 3 Betriebe im Landkreis schließen müssen. Höfelsauer zeichnete für die Zukunft ein „durchwachsenes“ Bild und summierte dabei die eher negativen Trends in wenigen Stichworten auf: Wachsende Konkurrenz durch Zentralisierung, Banken-, Finanz- und Wirtschaftskrise bei noch guter Auftragslage und ungebrochener Konsumbereitschaft bei den Verbrauchern. Der Himmel verdüstere sich aber schon durch Haushaltssperrungen in vielen Städten, zu zögerliche Konjunkturprogramme im Bund, Mangel an öffentlichen Aufträgen und weiter durch deutlich wachsende Arbeitslosigkeit und steigende Kurzarbeit in vielen Betrieben. Daher sei auch für die Landkreisinnung, so erklärte Höfelsauer unter der Zustimmung der Versammlungsteilnehmer, eine Konzentration auf die eigene Zukunftssicherung geboten. Alles in allem werde ja offiziell mit einer Abnahme des Wirtschaftswachstums auf minus 6 Prozent gerechnet, was sich natürlich auch im Bäckereihandwerk niederschlagen werde. Hierzu kommen noch die Gesamtsituation eher erschwerende Vorschriften aus der EU, die in einigen Fällen durch Überbürokratisierung, Dokumentationspflichten, Doppelkontrollmaßnahmen und Kostensteigerungen aller Art sogar das Überleben von kleinen und mittleren Handwerksbetrieben in Frage stellen.

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