250 Bäuerinnen beim Landfrauentag in Mammendorf - Mit Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler

Als „einen Festtag und zugleich Höhepunkt des Jahres“ bezeichnete Kreisbäuerin Gabi Waldleitner bei ihrer Begrüßung der rund 250 Bäuerinnen sowie den zahlreichen Vertretern aus Politik, Kirche und Wirtschaft am 25. Februar den traditionellen Landfrauentag. Neben einer Reihe von Grußworten stand der Vortrag mit dem Motto „Ohne Frauen kein Land“ von Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler am Vormittag im Mittelpunkt der Veranstaltung im neuen Mammendorfer Bürgerhaus.

Bevor Waldleitner den diesjährigen Landfrauentag eröffnete, zelebrierten Pfarrer Wojciech Halys und der Landfrauenchor unter der Leitung von Paul Weigl zunächst einen feierlichen Gottesdienst. Längst habe die Wirtschaftskrise auch die Landwirtschaft erreicht, ging die Kreisbäuerin sogleich in medias res. „Die Preise sind im Keller, unsere Produkte sind mehr wert“, klagte sie. Auch verstehe sie nicht, warum Verbraucher und Bürger beim Bau von Biogasanlagen oder von Tierhaltungsbetrieben Sturm laufen. „Wir brauchen doch die Landwirtschaft.“ Freute sich Waldleitner über die vielen anwesenden Gäste, die einerseits die große Wertschätzung zeige, die den Landfrauen entgegengebracht werde, so liege ihr andererseits aber die immer geringer werdende Akzeptanz in der Bevölkerung im Magen. Gleichwohl sei sie überzeugt davon, dass der Beruf der Bäuerin der schönste sei, den es gibt. „Wir sind selbständige Unternehmer, wir managen uns selbst“, so Waldleitner. In Erinnerung an den letztjährigen Kampf um den Milchpreis riet der Hausherr des neuen Mammendorfer Bürgerhauses, Bürgermeister Johann Thurner, der Vertretung der Bauernschaft zu einem einheitlichen Sprachrohr. „Nur Geschlossenheit bringt sie weiter“, so Thurner bei seinem Grußwort. Der stellvertretende Landrat, Dr. Peter Braun, lobte die Bäuerinnen als Ernährungsfachfrauen, die auf jede neue Herausforderung flexibel reagierten. Sei es bei beim Umstieg auf alternative Energieformen oder mit Bioprodukten in eigenen Hofläden. Der Kreisobmann des Bauernverbandes, Johann Drexl, freute sich über den beispielhaften Zusammenhalt der Bauern in Alling bei den Angriffen der Schweinestallgegner gegen die Landwirtschaft. „Das hat gut getan“, so Drexl. Dass immer mehr Betriebe aus finanziellen Gründen aufgeben müssen, das belaste ihn allerdings sehr. „Ohne Frauen kein Land“, dieser Satz habe Zukunft, meinte CSU-Landtagsabgeordneter Dr. Thomas Goppel und bezeichnete die Höfe der Bauern im momentanen Feld der Unruhe als „ruhende Pole“. Scharf verurteilte Goppel die herabwürdigenden Äußerungen über die zurückgetretene Vorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Margot Käßmann, von Talkmaster Harald Schmidt in einer unlängst ausgestrahlten ARD-Sendung. SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner appellierte an die Bäuerinnen neben der Bewältigung ihrer vielfältigen Aufgaben sich selbst nicht zu vergessen. „Ohne Frauen ist kein Staat zu machen, auch kein Land“, eröffnete die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler ihren Festvortrag. Unter den Frauen gebe es mindestens ebenso viel Kompetenz wie unter Männern, stellte sie heraus und führte Bundeskanzlerin Angela Merkel als Beispiel an. Es sei längst an der Zeit, dass Frauen und Männer gleichberechtigt ihren Platz im privaten wie auch im öffentlichen Leben einnehmen. „Wie wäre es beispielsweise demnächst mit einer Bauernverbandspräsidentin?“ Die Landfrauen heutzutage seien nicht nur für die Produktion der Nahrungsmittel zuständig, sondern sie verteidigen und behüten Werte, die entscheidend für das gesellschaftliche Zusammenleben seien, so Breit-Keßlers Botschaft in Anlehnung an den griechischen Philosophen Platon.

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