Mit dem VdK in die baltischen Länder Litauen und Lettland - Mit russischen Reiseleitern

38 Senioren, vorwiegend aus den Landkreisen FFB und Starnberg unternahmen im Juli mit dem VdK eine 12-tägige Bus-Rundreis durch die Baltischen Länder und Polen. Mehrere um ihre Heimat bzw. die ihrer Eltern heute (wieder) zu erleben. Was manche vorab abschreckte, klappte dann reibungslos: der Wechsel in 8 verschiedenen Hotels. Neben einigen hervorragend ausgebauten neuen Autobahnstrecken rumpelte der Bus auch stundenlang über äußerst enge, endlos geflickte, Schlagloch übersäte wellige Straßen insgesamt 4200 km. Vor allem in Polen werden aber massiv neue Straßen gebaut. In Polen schien auf den endlos großen Feldern das Getreide schon weitgehend reif und trotzdem war niemand auf den Feldern zu sehen. Gelegentlich graste einsam eine einzelne Kuh neben der Straße. Störche tauchten viele auf; ihre Horste haben sie bevorzugt auf Strommasten. Mais- und Kartoffel-Felder waren nur wenige zu sehen, umso mehr aber riesige Rapsflächen.

Nicht nur für die russische Exklave Kaliningrad sondern auch in den seit seit knapp 20 Jahren wieder selbstständigen neue Ländern Litauen und Lettland begleiten die Gruppe russische Reiseleiter. Großartig die Stadtkerne von Posen und der Kopernikus-Stadt Thorn, herrlich die wasser- und seenreiche Landschaft der Masuren im ehemaligen Ostpreußen. In Litauen besichtigten die Bayern Kaunas, die heimliche und Vilnius, die aktuelle Hauptstadt mit dem größten Altstadtkern aller Baltischen Länder, wegen der Vielzahl der Kirchen auch das „Jerusalem des Ostens“ genannt. Lohnend auch der Ausflug zur malerisch gelegenen Wasserburg Trakai, einem Nationaldenkmal der Litauer. Auf dem Weg in die lettische Hauptstadt Riga, die mit ihren 750.000 Einwohnern rd. 1/3 aller Letten, beherbergt besichtigten die Teilnehmer noch das prächtig restaurierte Rokoko-Schloß Rundale, einst herzogliche Sommerresidenz. Schon auf dem Rückweg wurde bei Schaulen ein Fotostopp am Wallfahrtsort „Berg der Kreuze“ eingelegt. Unzählige große und kleine Kreuze wurden hier angehäuft, keiner weiß ob es schon eine Million sind. Ein besonders wertvolles Bronze-Kruzifix erinnert an den Besuch von Papst Joh. Paul II. Auf das zum 100 km lange Naturparadies Kurische Nehrung kommt man von Memel her nur mit der Fähre. Im Hauptort Nidden stiegen wir zum Ferienhaus von Thomas Mann, auf eine 60 Meter hohe Wanderdüne und über den Hexenberg mit 80 großen Hexenmotiven aus Eichenholz. Eine Rundfahrt mit dem Segelschiff bot Erholung. Die Besucher erfuhren, dass die Nehrung im Winter für etwa l ½ Monate mit einer 50 – 80 cm dicken Eisschicht zufriert und mit Schlitten und Autos befahren werden kann. Obwohl alle Teilnehmer vorher schon 4 Wochen vorher ihren Pass einreichten für ein Einreisevisum nach Russland, dauerte der Grenzübertritt ins russische Gebiet Kaliningrad immer noch ca. 2 ½ Std., was angeblich als sehr "flott" angesehen wird - zum Glück war kein Bus vor der Reisegruppe. Von allen besuchten Städten war nur Kaliningrad, das ehemalige Königsberg, eine Enttäuschung. Vom berühmten Schloß nichts mehr da, der Dom zwar weitgehend wieder hergestellt, aber nicht zu besichtigen, da nur Museum/Musikhalle. Als Deutsche auch im Kommunismus wohlgelitten der Philosoph Immanuel Kant und der Dichterfürst Friedrich Schiller. Angeblich habe dessem Denkmal beim Einmarsch der Russen ein Offizier ein Schild umgehängt: „Nicht schießen! Ist einer von uns“. Wie der russische Staat sein Verhältnis zu den christlichen Kirchen praktiziert erläuterte Reiseleiter Wladimir so: Nach dem Zerfall der UdSSR erstattete der Staat den Orthodoxen alle früheren Besitztümer zurück. Auch die vor der Oktoberrevolution. Im Bereich der Exlave Kaliningrad gab es aber keine Orthodoxie, sondern die Katholische und die Protestantischen Kirchen. Deren frühere Besitzungen erhielten aber nicht sie zurück, sondern die Orthodoxen. So glänzen heute im Stadtzentrum Kaliningrad zwei prächtige neue orthodoxe Kirchen mit gol- dig leuchtenden Kuppeln und ganz mit italienischem Marmor verkleidet. Grenzenlose Bewunderung fand die Stadt Danzig. Obwohl 1945 nur noch 5% der Bausubstanz heil geblieben ist, haben die Polen die ganze Altstadt stilvoll wieder mit großartigen Fassaden hergestellt. Auch das herrliche Rathaus mit dem 82 m hohen Turm, den gewaltigen gotischen Dom und das Krantor. Da unser Hotel ganz nahe an der Danziger Bucht lag, war am langen Abend noch Zeit in der Ostsee zu waten und mit Tausenden anderen zu baden. Warum die russischen Mädchen alle so hübsch und herrlich schlank sind, wurde uns vom Reise- leiter Wladimir so erklärt: Auf 100 Mädchen kommen in Russland nur 80 Männer. Die Konku- renz ist somit groß. Man muß viel Geld für Kleidung und die Schönheit ausgeben, also bleibt we- nig übrig fürs Essen ­- und man bleibt schlank. Außerdem belasten russische Männer wenig die Rentenkasse, da sie im Durchschnitt nur 59 Jahre alt werden, die Frauen dagegen 68. Eine Marotte in allen Baltischen Städten: Hochzeitspaare hängen an eisernen Brückengeländern Schlösser mit eingravierten Daten und Namen. Damit die Ehe ewig hält, werfen sie den Schlüssel in den Fluß. Laut Statistik ist es ratsam, vorsichtshalber den Zweitschlüssel aufzubewahren, da die Scheidungsrate bei 50% liegt. Angesichts der Tatsache, dass der Durchschnittsverdienst in den Ländern weit unter dem in Deutschland liegt, verwundert es, dass so viele extrem lange und teure „Schlitten“ auf den Stras- sen sind. Ein Zeichen, dass es eine von der Mehrheit der Gering- und Normalverdienenden weit abgehobene reiche Kaste gibt.

Meistgelesene Artikel

Erneut tödlicher Verkehrsunfall auf B2

Hattenhofen/Mammendorf - Erneut ereignete sich auf der Bundesstraße 2 zwischen Hattenhofen und Mammendorf ein tödlicher Verkehrsunfall. Erst am 7. …
Erneut tödlicher Verkehrsunfall auf B2

Bedrückende Stimmung im Sitzungssaal

Fürstenfeldbruck – Brucks 53-jähriger Oberbürgermeister Klaus Pleil (BBV) ist nach Feststellung einer amtsärztlichen Untersuchung auf Dauer …
Bedrückende Stimmung im Sitzungssaal

Famata erfolgreich behandelt

Fürstenfeldbruck – Als Fatama Cephas vor vier Jahren das erste Mal im Klinikum behandelt worden ist, war sie acht Jahre alt. Nach einem Sturz ist ihr …
Famata erfolgreich behandelt

Kommentare