Bauerntag mit Landwirtschaftsminister Brunner in Landsberied - Entwicklung vom Landwirt zum Energiewirt

Vor Beginn der Rede von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner präsentierte Johann Drexl, Kreisobmann des Brucker Baubernverbandes (BBV), den etwa 200 Bauern und Gästen stolz die elf neuen Landwirtschaftsmeister aus dem Landkreis. Er überreichte ihnen im großen Saal der überfüllten „Dorfwirtschaft“ die Ernennungsurkunden. Staatsminister Brunner gratulierte: „ Bei so vielen erfolgreichen Jungbauern braucht einem um die Zukunft des Bauernstandes im Brucker Landkreis und generell für die bayerische Landwirtschaft nicht bang zu werden.“ Auch die Anwesenheit vieler Mandats- und Entscheidungsträger aus der Politik, den Banken und Verbänden sah Brunner als Beleg für die „Vitalität der bayerischen Landwirtschaft“.

Unter vielen anderen Entscheidungsträgern waren drei Landtagsabgeordnete, Landtagsvizepräsident und Landwirtschaftsminister a. D. Reinhold Bocklet, der ehemalige Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel und SPD-MdL Kathrin Sonnenholzner anwesend. In den Grußworten kündigte Landrat Thomas Karmasin zum September 2011 den Einzug in die neue Landwirtschaftsschule in Puch an. Das Grüne Zentrum gehöre auch zu ihren Prioritäten, unterstützte Sonnenholzner das Vorhaben. Den geplanten Allinger Schweinemastbetrieb verteidigte Hans Merkel, der für die Grünen sprach, als „Vorzeigeprojekt“. Das Vorhaben des Landkreises, bis zum Jahr 2030 das Ziel 21 umzusetzen, nannte der Emmeringer Bürgermeister Michael Schanderl zwar visionär, aber ohne die Einbeziehung der Landwirtschaft „unmöglich“. Deshalb unterstütze er die „Entwicklung vom Land- zum Energiewirt“. Und Kreisrat Ulrich Bode (FDP) warnte vor den Negativfolgen einer staatlichen Schuldenpolitik auf die Landwirtschaft. Staatsminister Brunner begann mit der These, Landwirtschaftspolitik dürfe man nicht als Klientelpolitik betrachten, sondern sie sei „Gesellschaftspolitik, weil die Wertschöpfung entscheidend von der Landwirtschaft abhängt“. Deshalb sichere Bayern auch für die Zukunft die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel und betrachte dies als Sicherung der heimischen Wirtschaft, auch im Nebenerwerbsbetrieb. Er verteidigte die landwirtschaftlichen Initiativen der bayerischen Politik in der EU, weil „bei uns der Mensch im Mittelpunkt steht“. Notwendig sei aber die zukunftsorientierte „Qualifizierung der bäuerlichen Betriebe und die Minimierung der Produktionskosten“. Es gehe daher nicht darum, Preise von oben her zu diktieren, sondern die „Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Landwirte wirtschaftlich optimal produzieren können“. Aber die „Geiz ist geil-Parole“ sei in der „heimischen Wirtschaft völlig fehl am Platz“. Als „positiv“ an der Krise betrachtete Brunner die durch sie „erzwungene Renaissance der Nachhaltigkeit“. Entscheidend für die Landwirte sei es, ob Bayern den jetzigen Umfang der Agrarsubventionen halten könne, weil nicht überall in der EU die gleichen Produktionsbedingungen herrschen. Zum Ausgleich dafür erhalte der ländliche Raum zusätzlich zu den EU-Subventionen weitere Unterstützungen durch den Freistaat. Damit sicherte Brunner „den Bauern mindestens gleiche Förderung wie bisher“ zu. Großen Wert legte der Landwirtschaftsminister auf die „Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des Agrarstandortes Bayern“. Hierbei sei „neben der Qualifizierung der Betriebsleiter die Optimierung der betrieblichen Abläufe von entscheidender Bedeutung“. Zusätzlich gelte es, trotz der relativ stabilen Voraussetzungen in Bayern auch die Herausforderung durch die Klimaverschiebung zu bewältigen.

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