Befragung zum Stand der Breitbandversorgung im Landkreis FFB - Unterschiedliche Entwicklung

Die anwesenden Bürgermeister erfuhren aus erster Hand das Ergebnis der Machbarkeitsstudie, das nun in den Gemeinderäten diskutiert werden soll. Bilder: Dieter Metzler

Die Versorgung des Landkreises Fürstenfeldbruck mit schnellen Internetverbindungen verläuft sehr unterschiedlich. Der östliche Teil des Landkreises, der überwiegend städtisch strukturiert ist, ist gut mit DSL (Digital Subscriber Line) versorgt. Dagegen sind ganze Dörfer und Gemeinden im ländlicheren Westteil des Landkreises fast ohne jede Breitbandversorgung. Eine vom Landratsamt initiierte und koordinierte Befragung der Haushalte und Betriebe zu Beginn des Jahres ergab, dass sich 59 Prozent der Haushalte und 73 Prozent der Unternehmen im Landkreis eine schnellere Datenübertragung wünschen.

Stellvertretend für die Gemeinden beauftragte deshalb das Landratsamt Fürstenfeldbruck das Ingenieurbüro IK-T (Innovative Kommunikations-Technologien) Karl Manstorfer und Hecht aus Regensburg mit der Erstellung einer Ist- und Bedarfsanalyse sowie einer Machbarkeitsstudie. Das Ingenieurbüro wurde bereits vom Nachbar-Landkreis Starnberg mit der Realisierung einer flächendeckenden Breitbandversorgung beauftragt. Am Freitag, 24. September, präsentierte Karl Manstorfer das Ergebnis für den Landkreis Fürstenfeldbruck und übergab die Machbarkeitsstudie an das Landratsamt sowie an die anwesenden Bürgermeister und Gemeindevertreter. Nachdem das Regenburger Unternehmen die Breitbandversorgungssituation in jedem einzelnen Ort im Landkreis analysierte, dabei auch die vorhandene Infrastruktur, die ggf. für einen Breitbandausbau mit verwendet werden könnte, berücksichtigte, wurde von IK-T für jede Gemeinde verschiedene Lösungen erarbeitet. Die sinnvollste Lösung für den Landkreis wäre allerdings ein flächendeckender Ausbau mit Glasfaserkabel, so Manstorfer. Die Kosten dazu würden ca. drei Millionen Euro betragen. Jede Kommune kann mit einer Förderung von 70 Prozent der Kosten, maximal 100.000 Euro rechnen. Bei der Vorstellung seines Gutachtens berichtete Manstorfer, dass im westlichen Landkreis in vielen Orten über das Fernsehkabel eine Internetverbindung möglich wäre. Der Anschluss über das TV-Kabelnetz biete große Bandbreiten, werde aber überwiegend nicht genutzt, weil die Menschen einen Anschluss von der Telekom haben wollen. Darüber hinaus erläuterte Manstorfer das Problem, dass die Netze nach ihrem Bau nie erweitert wurden, so dass sie in Neubaugebieten nicht zur Verfügung stehen. Die mögliche Versorgung über Funk lehnen die meisten ab, informierte Manstorfer, auch wenn sie im Vergleich zum Glasfaserkabel nur ein Zehntel kostet. Über Funk wäre zwar eine verbesserte Versorgung möglich, allerdings sind die Übertragungsraten deutlich schlechter. Bei der Versorgung über Glasfaserkabel ist man auf die Telekom angewiesen. Ihre vorhandenen Kabelnetze müsste die Telekom ausbauen, wobei das Unternehmen nur ein Interesse am Ausbau hat, wenn es sich auch rentiert. Die vom Ingenieurbüro IK-T erarbeiteten Lösungsvorschläge werden nun in den Gemeinderäten diskutiert. Inwieweit allerdings die Empfehlungen des Gutachters auf eine Zusammenarbeit der Gemeinden beim Bau eines Glasfaserkabelnetzes in den Gemeinderäten auf fruchtbaren Boden fällt, bleibt abzuwarten. Einige Kommunen wie beispielsweise Türkenfeld oder Mittelstetten haben bereits eigene Wege beschritten, um den Ausbau einer schnelleren Internetverbindung voranzutreiben.

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