150 Besucher bei der Diskussion über Windkraft in Mammendorf - Auch mehrere Bürgermeister bei der Infoveranstaltung der FW

Das Podium war prominent besetzt mit (v.r.): Alfred Streicher. Max Keil, Michael Leonbacher, Walter Eglseer, Werner Zauser, Johann Thurner und Landtagsabgeordneter Markus Reichart. – Foto: Hans Kürzl

Eine Energiewende bis 2030 sei ohne Windkraft nicht möglich. Für Werner Zauser, Sprecher von Ziel21 für den Fachbereich Wind, gehört diese Energieform zu den wichtigen Standbeinen der Zukunft. Für den Freistaat sieht er Nachholbedarf. Denn Bayern steht bei der Stromproduktion durch Windkraft an elfter Stelle. Dies müsse aber nicht unbedingt ein Nachteil sein, so Zauser. So könne man auf neueste Technologie setzen und aus Erfahrungen anderer lernen, erklärte Zauser auf einer Informationsveranstaltung des Kreisverbandes der Freien Wähler im Mammendorfer Bürgerhaus. Die Veranstaltung war mit über 150 Besuchern sehr gut besucht.

„Genau das kann auch der Landkreis nutzen“, sagte Zauser weiter. Rein windtechnisch seien in der Region das Dachauer Hinterland sowie Gebiete um Maisach und Egenhofen interessant. Auch das südöstliche Gemeindegebiet von Mammendorf gehöre zu den guten Standorten. Ebenso weise der östliche Landkreis gute Windwerte auf. Doch hier stehe die dichte Bebauung in den Gemeinden Eichenau, Gröbenzell, Olching und Puchheim der Errichtung einer Windkraftanlage entgegen. Windkraft und Photovoltaik würden sich laut Zauser als alternative Energieformen gut ergänzen. Im Herbst und Winter würde der Wind mehr Leistung liefern, in Frühjahr und Sommer mehr die Photovoltaikanlagen. Ohne eine Reihung vorzunehmen, nannte Zauser weitere Alternativen, die für den Landkreis in Frage kommen: Biomasse, Wasserkraft, Geothermie und die Müllverbrennungsanlage. Alle Energieformen würde ein Vorteil einen: „Dezentrale Stromerzeugung erhöht Versorgungssicherheit und vermindert Abhängigkeit“, sagte Zauser. Dafür müsse man alle vorhandenen Ressourcen so gut als möglich nutzen. Wie der Weg des Landkreises Fürstenfeldbruck dahin aussehen könnte, erläuterte Walter Eglseer, Energieberater im oberpfälzischen Landkreis Neumarkt. Dort stehen bereits 20 Windkraftanlagen. Eglseer riet zu regional tätigen Energievereinen, an denen Bürger beteiligt werden könnten. Auch vernünftige Projektanten und Betreiber seien notwendig. „Das sind alles wichtige Punkte, um die Akzeptanz von Windkraft in der Bevölkerung zu sichern“, sagte Eglseer. Die Bildung einer Genossenschaft könne ein mögliches Modell sein. Viele Gemeinden im Landkreis Neumarkt hätte Anteile gezeichnet. Diese seien von der Anzahl her aber eher gering „und nur eher symbolisch zu nennen“. Man wolle so die Unabhängigkeit der Gemeinden bewahren und diese aus der Kritik nehmen. Privat könnten natürlich auch Anteile erworben werden. Im Hinweis auf gesetzliche Regelungen fügte Eglseer aber hinzu. „Man muss klar kommunizieren, dass man acht Jahre im Boot sitzt, wenn man Genossenschaftsanteile gekauft hat.“ Dies sei mit der Planungssicherheit begründet. Ebenso sei vor allem in Anfangsphase nach Gründung solcher Genossenschaften viel ehrenamtliches Engagement nötig, um die Kosten niedrig zu halten. Längerfristig könne man aber durchaus unter anderem über so genannte Naturalausschüttungen nachdenken. Als Beispiel nannte Eglseer vergünstigten Strom für die Gesellschafter. Eine Drei-Megawatt-Anlage wie sie in Mammendorf vorgesehen ist, kostet rund 4,5 Millionen Euro. „Im Moment habe ich den Eindruck, dass wir bei der Windkraft wieder anschieben müssen“, so Mammendorfs Bürgermeister Johann Thurner. Der Landkreis-Energiereferent Max Keil mahnte zu Besonnenheit und Nachhaltigkeit: Es nutzt nichts, etwas schnell in die Landschaft zu klatschen, nur weil davon gesprochen wird.“ Man müsse die Akzeptanz der Bevölkerung suchen. Auf welch großes Interesse die Veranstaltung stieß, zeigte auch die Anwesenheit etlicher Bürgermeister aus dem Landkreis. So konnte Moderator Stefan Bauer von den Freien Wählern Mammendorf begrüßen: Mathias Ettenberger (Hattenhofen), Dr. Michael Schanderl (Emmering) und Hans Seidl (Maisach).

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