Erfolgreiches Birdrace 2016 – 76 Arten in 16,5 Stunden

Uferschwalbe, Pirol & Co.

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Dieser Vogel inspirierte das Team bei der Namensgebung: die Sumpfmeise

Fürstenfeldbruck - Am Samstag, den 7. Mai, fand bundesweit das 13. Birdrace des DDA (Dachverband Deutscher Avifaunisten) statt. Für den LBV Fürstenfeldbruck startete das Team Die Versumpfmeisen mit Gabriele Trinckler, Johanna Trischberger und Philip Vlaicu. Der Wettbewerb, bei dem es darum geht, an einem Tag so viele Vogelarten wir möglich in einem Landkreis zu bestimmten, verzeichnete in diesem Jahr eine Rekordteilnehmerzahl von über 1.000 Teilnehmern in 280 Teams.

Um 4 Uhr früh starteten Die Versumpfmeisen, bestens ausgerüstet mit Ferngläsern, Spektiv und Sonnencreme. Gleich vor der Haustür in Biburg konnten sie sich über den ersten Sänger des Tages, einen Hausrotschwanz, freuen. Mit dem Feldschwirl, der im Ampermoos noch gegen 20:30 Uhr ein Konzert gab, begegnete dem Team an diesem sonnigen Tag die letzte von insgesamt 76 verschiedenen Vogelarten.

Zwei Mitglieder des Birdrace-Teams für den Landkreis Fürstenfeldbruck: Die Versumpfmeisen

Die drei Birdrace-Teilnehmer waren den Tag über in unterschiedlichsten Lebensräumen unterwegs – von Brachflächen über Mischwälder bis hin zum Niedermoor –und konnten nur deshalb so viele Vogelarten entdecken. Vor allem in weitgehend ungestörten und deshalb auch artenreicheren Habitaten, wie dem Fußbergmoos, an Teilen der Amper und in Kiesgruben zeigten sich seltene und scheue Vögel wie der Pirol, der Eisvogel oder der Trauerschnäpper. Ein ganz besonderes Schauspiel boten die Kiebitze mit ihren spektakulären Flügen und Pfeifgesängen, die es im Landkreis wie so viele andere Vogelarten leider nur noch in geringer Zahl gibt. Einige der Vogelarten, wie etwa den Teichrohrsänger, konnten die passionierten Hobbyornithologen nur anhand ihres Gesangs identifizieren – gerade während des lautstarken Vogelkonzerts in den frühen Morgenstunden war das eine echte Herausforderung. Andere Vögel, wie der Gartenrotschwanz, der in einem Siedlungsgebiet mit abwechslungsreicher Bepflanzung brütete, ließen sich in Ruhe beobachten. Und auch beim Timing hatte das Team viel Glück: Die Uferschwalben, die noch eine Woche vorher nicht zu beobachten waren, waren rechtzeitig zum Birdrace aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt. Den drei „Birdern“, die das erste Mal am Wettbewerb teilnahmen, taten am Abend nicht nur die Füße, sondern auch Augen und Ohren vom intensiven Schauen und Zuhören weh. Dennoch haben Die Versumpfmeisen diesen Tag enorm genossen und wollen im kommenden Jahr wieder beim Birdrace mit dabei sein.

„Wir haben zwar einige Vogelarten, auf die wir gehofft hatten, wie zum Beispiel den Girlitz oder den Rotmilan, nicht gesehen. Dafür gab es aber etliche unerwartete Begegnungen, etwa mit dem Grauspecht, der Bekassine oder der Rohrweihe, über die wir uns riesig gefreut haben“, sagt Gabriele Trinckler. „Außerdem war es schön, unterwegs mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die uns von ihren eigenen Beobachtungen erzählt haben. Eine Familie hat von einem Waldkauz berichtet, der in der Nähe ihres Hauses wohnte, bis dort im letzten Jahr großflächig Bäume gefällt wurden. Sie waren richtig traurig, dass die schöne Eule nicht mehr da ist.“

Auch wenn die Zahl von 76 beobachteten Vogelarten eindrucksvoll klingt, so lässt sie dennoch nicht den Schluss zu, dass es um die Artenvielfalt und die Anzahl der Vögel im Landkreis gut bestellt ist. Die zunehmende Flächenversiegelung, intensive Landwirtschaft, Bejagung und eintönige Hausgärten machen es vielen Vogelarten zunehmend schwer, sich fortzupflanzen und ihre Jungvögel aufzuziehen. Um genauere Erkenntnisse darüber zu gewinnen, gibt es seit 2003 ornitho.de, eine europaweite Online-Datenbank, bei der Vogelbeobachtungen gemeldet werden können. Wer den Betrieb des Internetportals oder die Arbeit der Kreisgruppe des LBV unterstützen möchte, kann sich an Johanna Trischberger unter kernbeisser@lbv.de wenden.

Johanna Trischberger

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