„Blacky“ Fuchsbergers Einsichten sind  zum Vermächtnis für alle Jüngeren geworden 

Warum "Blacky" in Puchheim als Baulöwe baden ging

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"Blacky" Fuchsberger 

Puchheim – Hätten Sie’s gewusst? Joachim „Blacky“ Fuchsberger scheiterte als Baulöwe in Puchheim.  Den alteingesessenen Einwohnern von Puchheim und Eichenau ist sie schon noch ein Begriff: die so genannte Fuchsberger-Siedlung an der östlichen Gemeindegrenze in Höhe Olchinger Straße, Bergstraße und Haydnweg.

Sie entstand 1963/64, überwiegend aus Okal-Fertighäusern und Flachdachbungalows. Auf Eichenauer Seite erhielten die neuen Siedlungsstraßen Namen aus der Alpenflora (Lavendelweg, Primelstraße, Bärlapp- und Steinbrechweg, Edelweiß- und Enzianweg). Auf Puchheimer Seite waren berühmte Komponisten Namengeber für die neuen Straßen und Wege: Haydn, Schumann, Richard Wagner, Beethoven, Johann Strauß, Schubert und Mozart. Im Stadtarchiv Puchheim liegt eine notarielle Urkunde vom 25. März 1965, in der sich die Firma Fuchsberger & Strobl OHG als Vertragspartner der Gemeinde Puchheim verpflichtet, bei der Durchführung ihres Bauvorhabens auf Puchheimer Flur die im Bebauungsplan vorgesehenen Straßen und Gehwege, die Straßenbeleuchtung sowie die Abwasserkanäle zu erstellen.

 Für die Gemeinde unterzeichnete der damalige Bürgermeister Heinrich Müller, für das Bauunternehmen der Mitgesellschafter Horst Roland Maria Strobl. Bleibt die Frage: War der andere Teilhaber der OHG etwa der Fuchsberger? Er war es tatsächlich. 1954 hatte Joachim „Blacky“ Fuchsberger seine Filmkarriere begonnen. Zehn Jahre später kam er auf die Idee, seinen Lebensstandard absichern zu müssen. Neben der Schauspielerei wollte er sich beruflich auf ein zweites Standbein stellen. So gründete er mit einem befreundeten Immobilienmakler ein Bauunternehmen – „mit allen nur denkbaren Risiken“, wie er, Jahre später und altersweise geworden, in seinem Buch „Altwerden ist nichts für Feiglinge“ (2011) bekannte. 

Schon mit ihrem ersten Bauprojekt im Puchheim-Eichenauer Grenzgebiet ging die Fuchsberger & Strobl OHG buchstäblich baden. „Im Klartext hieß das: Bei über einhundert ins Grundwasser gebauten Kellern würden wir ziemlich sicher bis ans Lebensende nicht mehr aus dem Schlamassel herauskommen.“ In seinem Buch, zuletzt (im April 2014) aber auch in der Talkshow „Menschen bei Maischberger“, schilderte Fuchsberger, wie cool seine Frau Gundel damals den Untergang des Bauunternehmens managte und wie sie die persönlich haftenden Gesellschafter vor der Zwangsversteigerung bewahren konnte. Und er erzählte von den mageren Jahren für seine Familie und ihn, „nachdem die Fuchsberger Siedlung in der Münchner Eichenau stand“ und die Schulden mühsam abgebaut werden mussten. „Einige lebenswichtige Erkenntnisse“ zog der Schauspieler Fuchsberger aus dieser bitteren Erfahrung – die wichtigsten vielleicht: „Mach nur Dinge, von denen du was verstehst!“ Und: „Hör auf den Rat deiner Frau. Mach sie zur letzten Instanz.“ Mit seinem Tod am 11. September 2014 sind Joachim „Blacky“ Fuchsbergers Einsichten zum Vermächtnis für alle Jüngeren geworden. 

Werner Dreher

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