Zurück nach Vasilevo? Asylantrag der Familie schon zweimal abgelehnt – Petition an den Bayerischen Landtag

Mazedonische Familie kämpft um Bleiberecht 

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Sie wollen Narcida und Aki Demirov helfen (v. li.) Hedwig Heigl vom Asylhelferkreis Moorenweis, Christiane Göttner und Helmut Heins vom Asylhelferkreis Fürstenfeldbruck.

Fürstenfeldbruck – Zurück nach Vasilevo? Aki und Narcida Demirov schüttelten beide mit dem Kopf. Ganz klar: Da will der 38-jährige Mazedonier nicht wieder hin. Er will mit seiner Familie in Deutschland bleiben. Nachdem sein Asylantrag schon zweimal abgelehnt wurde, droht jeden Tag die Abschiebung. Mit einer Petition an den Bayerischen Landtag wollen Helmut Heins und Christiane Göttner vom Brucker Asyl-Helferkreis das verhindern und erreichen, dass der Familie das Aufenthaltsrecht in Bayern doch noch gewährt wird. 

Das wird sehr schwer, glauben Heine und Göttner. „Der Bundestag hat Mazedonien als sicheres Herkunftsland eingestuft“, sagte Heins. „Welcher Richter in Deutschland wagt es schon, dagegen ein anderes Urteil zu fällen?“ Seit einem Jahr betreuen die Brucker zusammen mit Hedwig Heigl vom Asylhelferkreis Moorenweis ehrenamtlich die in Moorenweis wohnenden Flüchtlinge aus Mazedonien. Die aktive Parteimitgliedschaft bei der SDSM (Sozialdemokratische Liga Mazedoniens) von Aki Demirov passte den neuen Machthabern in Mazedonien, der VMRO (Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation), nicht. Nicht nur Demirov, sondern auch Frau und Kinder hatten schwere körperliche Angriffe zu überstehen. Ein Onkel von ihm wurde von einem Schlägertrupp der neuen Machthaber totgeschlagen. Demirovs Mutter erlitt schwere Brandverletzungen, als VMRO-Mitglieder ihren Rock anzündeten. Die Eltern Demirovs sind inzwischen auch nach Deutschland geflohen und leben in der Erstaufnahmeeinrichtung in Freyung. Erstmals flüchteten Aki Demirov und seine Ehefrau Narcida, zur Familie zählen auch die 8-jährige Tochter Nergis, der 16-jährige Sohn Doush und die 19-jährige Tochter Anife, im Mai 2013 nach Deutschland. 

Die Asylanträge wurden im November 2013 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abgelehnt. Die Demirovs mussten in ihre Heimat zurück. In Vasilevo fanden sie ihr Haus völlig zerstört vor. Die Familie mit drei Kindern wurde von den Eltern von Aki Demirov aufgenommen. Weiteren Gewalttätigkeiten schutzlos ausgeliefert, selbst die Polizei kam nicht zur Hilfe und gar der Bürgermeister von Vasilevo forderte die Familie auf, das Dorf zu verlassen, veranlasste Aki Demirov schließlich ein zweites Mal mit seiner Familie nach Deutschland zu fliehen. Doch auch im Januar 2015 wurde Demirovs Asylantrag erneut abgelehnt. Nachdem die Familie, trotz Versuche in der Heimat, weder Arztberichte noch andere Dokumente, wie den Totenschein des totgeschlagenen Onkels vorweisen konnte, und damit die geschilderten Gewalttaten nicht glaubwürdig belegen konnte, hatte er keine Chance. 

Doch das Brucker Asyl-Helferpaar will nichts unversucht lassen, um ein Bleiberecht für die mazedonische Familie zu erwirken. So nutzten sie die Halbzeitpause beim Drittliga-Handballspiel des TuS am 5. September, um auf das Schicksal der mazedonischen Familie aufmerksam zu machen. Helmut Heins und Christiane Göttner ließen zur Unterstützung der Petition unter den 900 Zuschauern eine Unterschriftenliste herumgehen. Aki Demirov saß wie bei jedem Heimspiel der Brucker Handballer mit einem „Schweinsteiger-Trikot“ in der Halle und feuerte die Handballer als Mitglied der Trommlergruppe Diappo an. 200 Zuschauer unterstützten mit ihrer Unterschrift das Vorhaben der Asylhelfer. „Wir werden noch fleißig weiter Unterschriften sammeln“, teilte Heins mit. „Bei allen ehrenamtlichen Helferkreismitgliedern, bei Nachbarn, bei der Kirche.“ 

Dieter Metzler

 

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