Blinde Musiker spielten zum 40jährigen Kinderhilfe-Jubiläum

Durch die Stiftung Kinderhilfe werden viele soziale Einrichtungen in der Kreisstadt betrieben, mit dem Ziel der Integration behinderter Kinder und von Behinderung Bedrohter in die Gesellschaft, um „zum Teil am Regelleben teilzuhaben“. Dies wurde jetzt in der Brucker Feldstraße 15 zum 40Jährigen angemessen gefeiert.

Zu diesen Einrichtungen zählen die kindliche Frühförderung, Kindertages- und heilpädagogische Tagesstätten, eine schulvorbereitende Einrichtung, die Cäcilienschule sowie zwei Wohnanlagen für Erwachsene mit geistiger Behinderung. Der Anfang am 2. Juli 1969 war in jeder Hinsicht schwierig genug. Er wuchs aus der anfänglichen Vereinsgründung einer elternlichen Selbsthilfegruppe bis zur heutigen Bedeutung einer Stiftung von hoher sozialer Kompetenz: 650 Kinder aus FFB und Umgebung erfahren hier jährlich Betreuung und Förderung durch 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, durch 18 beamtete Lehrkräfte und 15 Zivildienstleistende. Zu denen der - seit 6 Jahren - hauptamtliche Kinderhilfe-Vorstand Jost Brockmann feststellte, „daß bei der Kinderhilfe die Arbeitsplätze sicher sind. Dies ist ansonsten keine selbstverständliche Aussage mehr.“ Brockmann lobte das starke Engagement der offiziellen Kräfte ebenso wie die unverzichtbare Hilfe/Unterstützung tätiger und ehemaliger Mitglieder im Stiftungsrat, von Ex-Landrat Gottfried Grimm, von Eltern, Spendern/Fahrzeugsponsoren und die weitere Mitarbeit auch ehemaliger Zivildienstleistender. Der besondere Gruß galt Klaus Knörr, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse FFB, der man von Gründung an als Geschäftsbank angehöre. Sie sei ein verlässlicher Partner in Gelddingen in den 40 Jahren und steuere nicht unerhebliche Beträge zur Finanzierung der Kinderhilfe-Aufgaben bei. Ein besonderer Dank des Vorstandes Brockmann ging auch an die amtierende Stiftungsratsvorsitzende Rodica Melmer, an ihren Durchsetzungswillen zum Wohle der Kinderhilfe und auch in Würdigung ihrer „Spitzenleistung, der in der Ferdinand-Feldigl-Straße errichteten Wohnanlage“. In ihrem Grußworte zur Jubiläumsveranstaltung freute sich die Stiftungsratsvorsitzende Melmer auf nachfolgende spannende weitere 40 Jahre … In weiteren Grußworten sprach die stv. Landrätin Gisela Schneid für den Landkreis, OB Sepp Kellerer für die Kreisstadt. Man betrachte die heute gefeierte Einrichtung als phänomenal und beispielhaft im Landkreis: „Immer wieder neu positioniert und mit immer wieder neuen Ideen von der Führungsmannschaft“. Hilmar Buchwald als Elternvertreter der Cäcilienschule und Vater einer seit über elf Jahren behinderten Tochter, äußerte „Man kann froh sein, wenn man in einer Stadt wie Fürstenfeldbruck mit seinem Kind lebt.“ Uwe Köneke, Vorsitzender des Konzernbetriebsrates Kinderhilfe und seit Mitte der 80er Jahre hier tätig, nannte die unter Kostendruck gestiegene Belastung der von ihm vertretenen Mitarbeiter, zeigte sich aber nachwievor beeindruckt von den räumlichen Möglichkeiten im heilpädagogischen Zentrum in der Feldstraße 15. Die stv. Vorsitzende der Stiftung, Beatrix Mülling-Urban, hielt Rückblick auf das Gewordene in der Kinderhilfe FFB seit dem Anfang mit 35 Personen, auf Grundstückserwerb und Bebauung und insbesondere auf die langjährige, ehrenamtliche Gründungsvorsitzende Anita Heß, die ohne behindertes Kind 25 Jahre lang für diese Einrichtung geradezu leidenschaftlich eintrat und die „ihre Leidenschaft für die Kinderhilfe bis zu ihrem Tod nicht verloren hat, trotz fortschreitender Erkrankung.“ Als Ehrung, die Tochter Ursula Heß für ihre vor 2 1⁄2 Jahren verstorbene Mutter entgegennahm, erfolgte jetzt die Umbenennung des heilpädagogischen Zentrums in „Anita-Heß-Zentrum“. Ursula Heß: „Es wäre heute ein ganz besonderer Tag für meine Mutter gewesen. Obwohl ich die einzige Tochter von ihr bin, hatte sie immer noch ein zweites Kind: Die Kinderhilfe. Das hat sich inzwischen prächtig entwickelt.“ Musikalisch wurde die Fest-Veranstaltung begleitet von den bekannten „Blinde Musiker München“, die sowohl als vorzügliche Bläsergruppe wie auch als singende/summende Vocalisten in der Art der Comedian Harmonists begeisterten. Im weiteren Pro-grammverlauf traten noch das Jugendorchester FFB, die Monday Night Bigband des Musikvereins Grafrath-Kottgeisering und die hauseigene Musikband der Wohnanlage in der Lützowstraße auf. Neben anderen Helfern sorgte die Reservisten- und Soldaten-gemeinschaft FFB mit ihrer Gulaschkanone für den „guten Appetit“ der zahlreichen Jubiläums-Gäste.

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