Dr. Reinhard Unterberg vom Klinikum FFB hielt Vortrag bei den Gesundheitstagen am 24./25. Mai 

Volkskrankheit Bluthochdruck: Der Patient spürt nichts 

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Dr. Reinhard Unterberg, Oberarzt Kardiologie und Pneumologie, Klinikum FFB informierte umfassend über Bluthochdruck, Chancen der Prävention und Therapie

Fürstenfeldbruck - Bluthochdruck als Volkskrankheit, Chancen der Prävention und Therapie war das Thema des Vortrags am 25. Mai von Dr. Reinhard Unterberg, Oberarzt Kardiologie und Pneumologie vom Klinikum Fürstenfeldbruck. Die Anzahl der Hypertoniker in Deutschland wird auf 30 Mio. geschätzt, aber nur 60% der Betroffenen wissen von ihrer Erkrankung.

 Denn: Blutdruck kann man nicht spüren, man kann ihn nur messen. Man spricht bei Bluthochdruck von einer Erkrankung des Gefäßsystems, bei der die Blutdruckwerte dauerhaft zu hoch sind. "Die Tagesmittelwerte sollten 135/ 85 mm Hg nicht überschreiten. Bei Blutdruckmessungen in Arztpraxen spricht man bei einem Wert von 140/ 90 mm Hg noch von einem Normalwert", erklärt Dr. Reinhard Unterberg. Alles, was darüber liege bezeichnet man als Hypertonie, die leicht, mittelschwer oder schwer ausgeprägt sein kann. Die primären Ursachen für Bluthochdruck sind in erster Linie Erbanlagen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Stress, zuviel Alkohol oder sehr salz- und fetthaltige Ernährung. 

Zu den sekundären Ursachen gehören u.a. Nieren- und Gefäßerkrankungen sowie hormonelle Erkrankungen. Dr. Unterberg führte bei den Folgen von unbehandelter Hypertonie eine Herzmuskelverdickung bzw. -schwäche an, Gefäßschäden, Schäden an Nieren (Schrumpfniere) und Gehirn. Das Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden, steigt. Schon ab dem jugendlichen Alter von 20 Jahren können Gefäßveränderungen beginnen, diese manifestieren sich aber erst viel später. "Die dauerhafte Senkung des Blutdrucks auf einen normalen Wert ist das wichtigste Ziel bei der Behandlung von Bluthochdruck", so der Experte. Eine gesunde Lebensweise kann dazu führen, dass eine leichte Hypertonie auf normale Werte sinkt. Bei Erkrankten mit einer schweren Form der Hypertonie könne erreicht werden, dass diese möglichst wenig Medikamente nehmen müssen. Durch sportliche Betätigung wie drei mal wöchentliches Ausdauertraining von 30 bis 45 Minuten, kann man den systolischen Belastungsblutdruck (obere Wert) um 10 bis 20 mm Hg senken. Bei leichter Hypertonie sieht Dr. Unterberg Sportarten wie Laufen, Joggen, Radfahren und Schwimmen als empfehlenswert an. Weniger günstig sind Kniebeugen, Liegestützen, alpiner Abfahrtslauf, Squash, Tennis und Tischtennis. Die Trainingsfrequenz des Herzens sollte dabei etwa 180 minus Lebensalter betragen. 

Auch die Bewältigung von Stress ist ein wichtiger Aspekt: Um Stress dauerhaft zu vermindern, ist oft schon eine Änderung des Tagesablaufes hilfreich. Betroffene sollten sich mehr Ruhepausen gönnen, Aufgaben verteilen und nicht geliebte Ehrenämter abgeben. "Muskelentspannung nach Jacobsen, autogenes Training und Gespräche können Stress abwehren", erklärt Dr. Reinhard Unterberg. Auch Ernährung und Kochsalzverbrauch spielen bei Bluthochdruck ein sehr wichtige Rolle: Neben einer Gewichtsabnahme bei Übergewicht ist es ratsam, die Kochsalzaufnahhme auf unter 6 g/Tag zu beschränken und stattdessen Kräuter zu verwenden. Auf regelmäßigen Alkoholkonsum sollte verzichtet werden (unter 30g/Tag). Außerdem: Zweimal wöchentlich Seefisch (Omega-3-Fettsäuren) essen, Kaliumzufuhr (Obst, Gemüse, Kartoffeln) steigern, Ballaststoffe erhöhen und die Cholesterinzufuhr auf unter 300mg/ Tag senken. Die Gesamtfettzufuhr sollte auf unter 70-80g/ Tag reduziert und auf hochwertige Pflanzenfette (Öle, Margarine) mit einfach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren zurückgegriffen werden. In diesem Zusammenhang erwähnt der Kardiologe die "DASH-Diät"aus den USA, was soviel bedeutet wie "Diättipps zur Senkung des Blutdrucks". Dabei handelt es sich um eine Ernährungsumstellung mit viel frischem Gemüse, Obst, fett- und salzarmen Lebensmitteln.

Am Ende seines Vortrags ging der Mediziner auf die fünf wichtigsten Blutdruckmedikamente ein: ACE-Hemmer (Gefäßerweiterung), Sartane, Diuretika (ergänzend, haben entwässernde Wirkung), Calciumantagonisten (Gefäßerweiterung) und Betablocker. "Die individuelle Behandlung steht immer im Vordergrund. Es ist besser, zwei oder mehr Medikamente in mäßigen Dosen zu kombinieren, als ein Medikament in Maximaldosis".

Nicole Burk

 

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