Brucker Hauptfeldwebel Thorsten Bauer beim 10. OstseeMan-Triathlon 2011 erfolgreich - Harter Männersport

Überholen beim Radrennen. Alle Fotos: priv

Triathleten sind Extremsportler. Das ist harter Männersport und nichts für Weicheier. 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen – diese Disziplinen mussten die rund 1.400 Sportler beim „10. OstseeMan-Triathlon 2011“, Deutschlands einzigem Langdistanz-Triathlon mit der Schwimmstrecke im Meer, am 7. August, in Glücksburg überwinden, um am Ende vielleicht den Sprung aufs „Treppchen“ zu schaffen. Für viele lautet das eigentliche Ziel des Sportevents aber auch: „Überwinde deinen inneren Schweinehund.“ Bei der diesjährigen Jubiläumsveranstaltung zählte Hauptfeldwebel Thorsten Bauer von der Offizierschule der Luftwaffe mit zu den „Eisenmännern“ (Ironman). Er trotzte seinem inneren Schweinehund und wurde, trotz persönlichem Pech, mit einer herausragenden Leistung belohnt. Das typisch norddeutsche Wetter verlangte nämlich allen Athleten noch zusätzlich alles ab, so dass der Wettkampf zu einem echten Härtetest unter erschwerten Bedingungen wurde.

Nicht genug, dass in der Früh stürmische Winde die Ostsee aufwühlten, so dass die Schwimmer die Markierungsbojen kaum erblickten, und auch beim Radfahren böiger Gegen- und Seitenwind den Athleten schon vor der mörderischen Marathonstrecke die Kräfte aus den Beinen raubten, wurde das Radrennen für Thorsten Bauer zu einer harten Bewährungsprobe. Nach 20 Kilometern hat er einen „Platten“. Doch er steckte nicht auf, wechselte den Schlauch und machte schnell wieder verlorenen Boden gut. Doch dann geschah das nächste Malheur. 300 Meter vor dem Ziel, in der letzten Kurve, sprang Bauer der Schlauchreifen von der Felge des Vorderrades. Er stürzte schwer, rappelte sich aber wieder auf, schulterte sein Rad und legte unter dem Applaus der Zuschauer am Straßenrand die letzten Meter über die Ziellinie bis ins Wechselzelt zu Fuß zurück. Mit Schmerzen in der Schulter, blutigem Knie und Knöchel machte sich Bauer auf die Marathonstrecke. Dann streikte sein Körper. Er wurde von Krämpfen geschüttelt, musste mehrmals anhalten und die durch den Schweiß brennenden Wunden mit Wasser auswaschen. Nach jeder Runde baute ihn seine Freundin Anett wieder auf. Jetzt gings ans Limit, an die Substanz. Als Thorsten Bauer als Fünfter nach neun Stunden und 15 Minuten durchs Ziel lief, konnte er es kaum fassen. Trotz Reifenpanne und einem Sturz erzielte der in Grunertshofen bei Moorenweis wohnende Soldat ein überragendes Resultat. Zu diesem Zeitpunkt war er aber noch nicht in der Lage, seine tolle Leistung einzuordnen. Erst nach einigen Tagen erfasste er, dass er ohne die beiden Missgeschicke heuer zu den ganz Großen hätte zählen können. Doch auch mit dem fünften Gesamtplatz, den zweiten Platz in seiner Altersklasse und den zweiten Platz in der Militärwertung, die Bundeswehr war mit 74 Teilnehmern an den Start gegangen, zählt er zweifellos zu den wahren Helden und avancierte zu einem echten „Ironman“. Wie sich nach dem Marathonlauf bei der Untersuchung durch einen Arzt im Sanitätszelt herausstellte, hatte sich Thorsten Bauer beim Sturz mit dem Rad einen Bänderriss in der Schulter zugezogen.

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