Für die Buchenlanddeutschen - Ewald Zachmann Vorsitzender des Stiftungsrates der Sozial- und Kulturstiftung Buchenland

Seit 15 Jahren ist Ewald Zachmann der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen e.V.. Die Buchenlanddeutschen, darunter Zachmanns Vorfahren, lebten und wirkten in der Bukowina (am Osthang der Karpaten gelegen, etwa so groß wie Niederbayern), das von 1772 bis 1918 als Kronland (Herzogtum mit dem Recht auf einen eigenen Landtag) zur Habsburgermonarchie gehörte. Nach dem 1. Weltkrieg kam es zu Rumänien. Im Hitler-Stalin-Pakt von 1939 wurde die Bukowina geteilt. Der Norden kam zur Ukraine, der Süden blieb bei Rumänien. Die Deutschen wurden 1940/41 umgesiedelt (Aktion „Heim ins Reich“).

Partnerschaft und Toleranz kennzeichneten das Leben der Bevölkerung zwischen Dnjestr und Goldener Bistritz, die sich aus Ukrainern (Ruthenen), Rumänen, Juden, Deutschen, Polen, Magyaren, Slowaken, Armeniern, Lippowenern und Huzulen zusammensetzte. In der Landeshauptstadt Czernowitz nahm 1875 die südöstlichste deutschsprachige Universität Europas ihre Tätigkeit auf. Die umgesiedelten Buchenlanddeutschen wurden u. a. im Warthegau, Oberschlesien, Elsass, Lothringen angesiedelt oder in der Rüstungsindustrie im Reich eingesetzt (beispielsweise in Salzgitter). Nach Flucht und Vertreibung entstanden in der Bundesrepublik zahlreiche Siedlungen, so in Darmstadt, wo heute auf einem vor über 60 Jahren von der Stadt überlassenen Gelände etwa 7000 Nachfahren leben. In Darmstadt schufen die Buchenlanddeutschen schon 1972 ein Seniorenwohnheim mit 64 barrierefreien Wohnungen, einem Festsaal, einer Gaststätte, einem Laden und einem großen grünen Innenhof. Die Wohnungen wurden in den letzten Jahren vollständig renoviert und den heutigen Bedürfnissen angepasst. Nach einer intensiven jahrelangen Diskussion wurde nun beschlossen, dieses Grundvermögen (Wert etwa 5 Millionen Euro) in eine Stiftung mit dem Namen „Sozial- und Kulturstiftung Buchenland“ zu überführen. Nach der von Ewald Zachmann entworfenen und von der Stiftungsaufsicht geprüften Satzung verfolgt die Stiftung den Zweck, das Seniorenwohnheim fortzuführen, Veranstaltungen zum Kulturgut der Buchenlanddeutschen durchzuführen und die Erforschung der Geschichte der Bukowina zu fördern. Ewald Zachmann wurde in den Stiftungsrat gewählt und zu dessen Vorsitzenden bestimmt. Ferner gehört dem Stiftungsrat ein Vertreter der Bewohner, der Vereine der umliegenden Siedlung, eine Vertreterin der Siedlungsgemeinschaft sowie der Präsident des Bezirkstages von Schwaben Jürgen Reichert an. Letzterer deshalb, weil der Bezirk Schwaben seit 1955 die Patenschaft über die Landsmannschaft ausübt, der wesentliche Förderer des Bukowina Instituts an der Universität Augsburg ist sowie seit 15 Jahren eine Partnerschaft mit der Süd- und Nordbukowina pflegt. Ewald Zachmann bezeichnete auf der Versammlung im April in Darmstadt die Beschlüsse als von bukowinisch-historischer Bedeutung. Dadurch werde ein wesentliches Vermögen im sozialen Sinne der Gründer „auf ewig“ erhalten und der Grundstock zur Erhaltung und Förderung des bukowinischen Kulturgutes geschaffen, der auch im Falle der Auflösung der 1949 gegründeten Landsmannschaft dafür sorgen wird, dass die historische Bukowina als ein gelungenes Beispiel des Zusammenlebens verschiedener Völker, Kulturen und Religionen, das schließlich vom totalitären Nationalsozialismus und Kommunismus zerstört wurde, in Erinnerung bleibt.

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