Nur 6 799 Bürger beteiligten sich an dem Bürgerentscheid der BI "Grünflächen an der Cerveteristraße" 

Grünes Licht für Baupläne der Stadtwerke nach Scheitern des Bürgerentscheids 

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Mit einem wahren Schilderwald machten die Gegner des Bürgerentscheids vor Ort wochenlang mobil.

Fürstenfeldbruck – Bleibt die so genannte „Hundewiese“ an der Cerveteristraße im Brucker Westen eine grüne Fläche oder dürfen die Stadtwerke ihr neues Domizil dort errichten? Der Bürgerentscheid, zu dem die „Bürgerinitiative Grünflächenerhalt Cerveteristraße“ aufgerufen hatte und der von der Brucker Bürgervereinigung (BBV) und dem Bündnis 90/Die Grünen unterstützt wurde, ist am Sonntag, 28. Juli, an zu geringer Wahlbeteiligung gescheitert.

Damit können die Stadtwerke gebaut werden. 26.380 wahlberechtigte Brucker waren zum Bürgerentscheid „Grünflächenerhalt  an der Cerveteristraße“ aufgerufen. Nur 6.799 (25,77 Prozent) folgten dem Aufruf. Mit „Ja“, also für den Erhalt der „Hundewiese“ stimmten 4.219 Bürgerinnen und Bürger (61,18 Prozent), mit „Nein“ 2.566 (37,82 Prozent), 14 Stimmen waren ungültig. Damit wurde das notwendige Quorum (Ja-Stimmen mindestens 20 Prozent der Abstimmungsberechtigten, d. h. 5.276) um 1.057 Stimmen verfehlt. 

Allein nach dem Ergebnis der abgegebenen Stimmen gemessen, ging die Bürgerinitiative (BI) als klarer Sieger aus dem Bürgerentscheid hervor, dennoch hat sie verloren. Mit einer Beteiligung von nur 15,99 Prozent der wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger verfehlte die Bürgerinitiative die erforderlichen 20 Prozent. Auch der „letzte Versuch“ der Brucker Bürgervereinigung und der Grünen zum Bürgerentscheid über die Bebauung an der Cerveteristraße konnte die Brucker Bevölkerung nicht wirklich dazu bewegen, am vergangenen Sonntag zur Abstimmung zu gehen. Die von der Bürgerinitiative am Freitag vor dem Wahlsonntag verteilte Hauswurfsendung landete meist ungeöffnet im Abfallkorb.

 Eine Auswertung der Ergebnisse in den einzelnen Stimmbezirken lässt erkennen, dass sich in erster Linie die Bevölkerung im Brucker Westen am Bürgerentscheid beteiligte, also die Menschen, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu der Grünfläche an der Cerveteristraße wohnen. So betrug die Wahlbeteiligung im Wahllokal im Viscardi-Gymnasium 36,24 Prozent und in drei von vier Wahllokalen der Schule West jeweils über 25 Prozent (26,55 %, 27,44 % und 26,07 %). Auch im Ortsteil Puch betrug die Wahlbeteiligung 29,10 Prozent. In den übrigen Wahllokalen pendelte die Wahlbeteiligung zwischen 14,52 Prozent und maximal 20,14 Prozent. Während Stadtwerke-Chef Karl Heinz Schönenborn den Ausgang des Bürgerentscheids mit Erleichterung aufnahm, war die Enttäuschung bei der BI sowie der BBV und den Grünen riesengroß. „Der Bürger hat verloren“, sagte BI-Sprecherin Gabi Hebestreit, und Grünen-Fraktionssprecherin Karin Geißler meinte, das Verfehlen des Quorums sei „das Schlechteste für eine Demokratie“. 

Als einen „Sieg der Hitze über die Demokratie“ bezeichnete Stadtrat Christian Stangl (Grüne) das Ergebnis. CSU-OB-Kandidat Andreas Lohde kommentierte das Ergebnis so: „Ich hatte gedacht, dass das Quorum erreicht wird. Die Bürger haben abgestimmt, auch durch ihr Fernbleiben“, und der SPD-OB-Kandidat Axel Lämmle meinte: „Die, die es verhindern wollten, sind wählen gegangen. Dem Rest war es offensichtlich nicht so wichtig.“

Dieter Metzler 

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