Wahlbeteiligung von 75,02 Prozent im Wahlkreis Dachau-Fürstenfeldbruck bei der Bundestagswahl 

Jetzt liegt der Ball bei Angela Merkel 

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CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt erringt zum siebten Mal ihr Direktmandat im Wahlkreis DAH/FFB (hier ein Archivfoto von der letztjährigen Nominierungsveranstaltung)

Landkreis – Deutlich erholt präsentierte sich die Union von CDU und CSU bei der Bundestagswahl am 22. September gegenüber der Wahl vor vier Jahren. Mit 41,8 Prozent erreichte die CDU/CSU acht Prozent mehr als 2009 und liegt damit klar vor der SPD, die bundesweit auf 25,6 Prozent kam. Ein historisches Debakel erlebte die FDP, die erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik nicht dem Deutschen Bundestag angehört. Die FDP stürzte von 14,6 Prozent auf 4,7 Prozent ab und scheiterte an der Fünf-Prozent-Hürde. 

Schwere Verluste mussten auch die Grünen und die Linken hinnehmen, die nur noch auf 8,4 Prozent bzw. 8,6 Prozent kamen. Für die Überraschung sorgte die erstmals angetretene Alternative für Deutschland (AfD), die auf Anhieb 4,8 Prozent schaffte und damit nur knapp den Einzug in den Bundestag verpasste.

 „Das ist ein großartiges Ergebnis für die CSU und CDU und für unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Menschen haben sich klar für unsere Politik entschieden. Die Union hat eindrucksvoll bewiesen, dass sie eine große Volkspartei ist. Ich danke allen Wählerinnen und Wählern für das Vertrauen. Wir werden mit dem Ergebnis verantwortungsbewusst umgehen“, meldete sich die CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt, die diesmal nicht zum öffentlichen Wahlabend im Brucker Landratsamt erschien, sondern in Berlin neben Bundeskanzlerin Angela Merkel an der „Berliner Runde“ im ZDF teilnahm.

 Neben Hasselfeldt gehört auch die Grünen-Abgeordnete Beate Walter-Rosenheimer  aus Germering dem neuen Bundestag wieder an. Enttäuscht zeigte sich Studienrat Michael Schrodi aus Olching, der sich für die SPD erstmals für den Bundestag bewarb. Nur drei Prozent habe seine Partei nach dem Absturz im Jahre 2009 diesmal dazugewonnen. Das sei einwandfrei zu wenig und müsse jetzt genau analysiert werden. Er selbst verpasste den Einzug knapp als erster Listennachrücker. 

Die FDP-Vertreter Andreas Teichmann (li.) und Andreas Schwarzer ertrugen die niederschmetternden Wahlergebnisse mit Fassung.

 Er sei nicht traurig, dass die FDP aus dem Bundestag geflogen ist, meinte Kreishandwerksmeister und CSU-Stadtrat Franz Höfelsauer. So würde endlich die Debatte um die Aufweichung des Ladenschlussgesetzes verstummen. Der FDP-Direktkandidat, Rechtsanwalt Andreas Schwarzer aus Türkenfeld, meinte, seit dem vergangenen Sonntag nach dem Ausgang des Landtagswahlen in Bayern habe man eigentlich gewusst, dass es knapp werden würde. Aber auf der Fahrt  zum Wahlabend ins Landratsamt habe er noch geglaubt, dass die FDP die Fünf-Prozent schaffen werde.

 „Was nützt mir der Sieg mit 50 Prozent“, kommentierte CSU-Stadtrat Ludwig Lösch das Ergebnis der CSU in Bayern zum Bundestag. „Das ist so, als wenn ich heiraten will, und ich habe keine Frau dazu.“ Damit spielte Lösch auf die Situation an, die sich jetzt für die Union im Bund ergibt, nachdem der Koalitionspartner FDP nicht mehr im Bundestag vertreten ist. Mit wem wird sie nun verhandeln, um eine Regierungsmehrheit im Bundestag zu erhalten? Wird es eine Große Koalition mit der SPD geben oder Schwarz/Grün? 

Brucks dritter Bürgermeister Uli Schmetz meinte zum bayerischen Wahlergebnis: „Was muss die CSU noch alles anstellen, dass sie vom Wähler endlich abgestraft wird?“ Für Schmetz ist erstaunlich, dass die CSU innerhalb einer Woche nochmals zugelegt hat. 

 Im Wahlkreis Dachau/Fürstenfeldbruck entschieden sich von den 251.148 Wahlberechtigten 188.412 zur Wahl zu gehen. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 75,02 Prozent (2009: 76,4 Prozent). Nach Auszählung der Stimmen in den insgesamt 39 Wahlbezirken ergab sich am Sonntagabend um 21.25 Uhr bei den Direktkandidaten (Erststimme) nachfolgendes vorläufiges Endergebnis: 55,6 Prozent für Gerda Hasselfeldt (CSU), 20,09 Prozent für Michael Schrodi (SPD), 7,76 Prozent für Beate Walter-Rosenheimer (Grüne), 4,64 Prozent für Florian Jäger (AfD), 3,2 Prozent für Bernd Heilmeier (Freie Wähler), 2,7 Prozent für Irina Graf (Die Linke), 2,28 Prozent für Ralf Reinhardt (Piraten) und 2,23 Prozent für Andreas Schwarzer (FDP). Das Ergebnis der sogenannten Parteistimme (Zweitstimme)  im Wahlkreis:  (in Klammern das Ergebnis von 2009): CSU 50,5 Prozent (42,7), SPD 18,5 Prozent (15,7), FDP 5,0 Prozent (16,1), Grüne 8,9 Prozent (12,5), Die Linke 3,1 Prozent (4,7), Piraten 1,9 Prozent (1,9), AfD 5,2 Prozent (n. a.) und Freie Wähler 2,7 Prozent (n. a.).

Dieter Metzler

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