Charlotte Knobloch und Israelischer Generalkonsul beim Gedenken an die Opfer des Olympia-Attentats in FFB – Generalkonsul will Begegnungsstätte im ...

Charlotte Knobloch legt nach jüdischer Sitte einen Stein auf die Gedenkstätte vor dem Fliegerhorst FFB nieder. Foto: Dieter Metzler

Zur Erinnerung an die israelischen Opfer des Olympia-Attentats und des getöteten deutschen Polizeibeamten vor 39 Jahren hatten sich am Vormittag des 5. September 2011 Charlotte Knobloch und der neue Generalkonsul des Staates Israel in München, Tibor Shalev-Schlosser zusammen mit Vertretern des Landkreises, der Stadt, einer Abordnung der Polizei und der Bundeswehr sowie Vertreter der Sportverbände der Opfer und deren Hinterbliebenen am Mahnmal vor dem Haupttor des Brucker Fliegerhorstes versammelt.

Vor 39 Jahren überfielen palästinensische Terroristen während der XX. Olympiade in München die Olympia-Mannschaft des Staates Israel. Sie töteten zwei israelische Sportler und nahmen neun weitere als Geiseln, die bei dem Versuch, sie zu befreien, gefesselt und geknebelt auf dem Flugfeld des Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck starben - im Kugelhagel auch ein deutscher Polizeibeamter. Auch der erste Vizepräsident des Bayerischen Landtages, Reinhold Bocklet und CSU-Landtagsabgeordneter Dr. Thomas Goppel sowie der Gröbenzeller Bildhauer Johannes Götz, der das Mahnmal geschaffen hat, und die Witwe des getöteten Polizeibeamten Anton Fliegerbauer nahmen an der Gedenkstunde bei strömendem Regen teil. Jedes Jahr am 5. September rücke das Geschehen von damals in die Öffentlichkeit, rief Landrat Thomas Karmasin die Ereignisse vom 5. September 1972 in Erinnerung. „Den Verantwortlichen in der Region ist es insbesondere gegenüber den Angehörigen Verpflichtung und tiefempfundenes Anliegen, auch 39 Jahre nach dem Attentat, die zwölf jungen Menschen, die auf so schreckliche Weise getötet wurden, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen“, sagte Karmasin. Mit der Errichtung der Gedenkstätte habe man ein Zeichen gesetzt und werde auch in Zukunft die Erinnerung an die Geschehnisse wach halten. Die Geschichte des internationalen Terrorismus in Deutschland beginne nicht am 5. September 1972 in München und Fürstenfeldbruck, erinnerte die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland und jetzige Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern sowie Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses, Charlotte Knobloch, an islamistische Terroranschläge, die sich bis heute fortsetzten. „Wo auch immer wir mit der hässlichen Fratze des Terrorismus konfrontiert werden – eines steht fest: Die Terroristen nehmen nicht allein den jüdischen Staat oder das imperialistische Feindbild Nummer eins, die USA, in den Fokus, sondern der islamistische Terror richtet sich gegen die gesamte aufgeklärte zivilisierte Welt – gegen uns alle, die wir bewusst und wehrhaft in freiheitlich-demokratischen Systemen leben wollen“, betonte Charlotte Knobloch. Nach einer Schweigeminute erinnerte anschließend auch der neue Generalkonsul des Staates Israel in München, Tibor Shalev-Schlosser, an die Geschehnisse im olympischen Dorf und auf dem Brucker Fliegerhorst. Olympia stehe von jeher für sportlichen Geist, Fairness, für herausragende Leistungen und Freude an den Spielen. Auch Deutschland wollte diese Ideale honorieren, denn es war die erste Rückkehr der Olympiade nach Deutschland seit den Spielen unter der Naziherrschaft 1936 in Berlin. München sollte dieses dunkle Kapitel ersetzen, so Shalev-Schlosser. Doch leider kam ein neues schreckliches Kapitel dazu. Es wurde zu einer Katastrophe nicht nur für das israelische und deutsche Volk, sondern für die gesamte olympische Gemeinschaft. Er hoffe, so Shalev-Schlosser, dass bei den Spielen 2012 in London, die Gedenkzeremonie für die israelischen Teilnehmer unter der Schirmherrschaft des Internationalen Olympischen Komitees stattfinden wird. Von deutscher Seite werde seit 1999 mit der Gedenkfeier an das entsetzliche Ereignis erinnert, so Shalev-Schlosser, der dem Landkreis dafür dankte, dass die Erinnerung an die Opfer wach gehalten werde. Zum 40. Jahrestag des Terroranschlags möchte der Münchner Generalkonsul ein besonderes Mahnmal ins Leben rufen. Eine Begegnungsstätte im olympischen Dorf für die Münchner Bevölkerung, Besucher und die Jugend, damit die Ereignisse auch „in der Erinnerung eines jeden Israeli und Deutschen meiner Generation wach bleiben“.

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