Delphine helfen kranken Kindern – Viola Hindemit berichtete im ZAP über ihre Erfahrungen mit dieser Therapie

Der kleine Andreus mit seinem Therapeuten und den Delphinen. Foto: priv

Alles hat damit angefangen, dass Viola Hindemits Sohn im Kleinkindalter Verhaltensauffälligkeiten aufwies: Der kleine Andreus konnte weder Worte noch Laute sprechen, noch reagierte er, wenn man ihn ansprach. Eine genaue Untersuchung in einer Münchener Klinik ergab, dass der Junge autistische Züge mit Entwicklungs- und Sprachrückstand aufzeigte. Dank einer Nachbarin wurde Viola Hindemit auf die Delphintherapie aufmerksam: Menschen mit Verhaltensstörungen, Behinderungen wie Down Syndrom, Autismus, Hirntrauma, Neurose, Unfallschädigungen u.v.a können durch die Therapie mit Delphinen neue Wege der Genesung finden.

Gerade wegen ihrer hochgezogenen Mundwinkel sehen Delphine aus, als würden sie lächeln. Aufgrund ihrer Hilfsbereitschaft, Intelligenz und immer guten Laune, eignen sie sich perfekt als Partner in einer Therapie für Menschen mit oben genannten Beeinträchtigungen. Über den Verein „Dolphin Aid“ hat Viola Hindemit einen kostenlosen Therapieplatz in Florida für den damals 5jährigen Andreus bekommen. „Vorher musste ich etliche Formulare ausfüllen, einen genauen Befund meines Sohnes und eine DVD von ihm einschicken“. Delphine nähern sich den Patienten spielerisch mit der Folge, dass diese ihre Angst vor den Tieren verlieren und über sie wieder Kontakt mit der Umwelt aufnehmen. Blockaden werden gelöst und neues Selbstvertrauen aufgebaut. Während der 2wöchigen Therapie beobachtete Andreus Mutter die Fortschritte ihres Sohnes mit Argusaugen. „Ich war total begeistert, wie motivierend die Delphine auf Andreus einwirkten. Durch sie fangen Kinder wieder an zu leben“. Zusammen mit dem Therapeuten und dem Delphin arbeitet der Patient an bestimmten Aufgaben, die speziell an seine Situation angepasst sind. Dabei wird der Kontakt mit den Tieren stufenweise aufgebaut: Nach anfänglichem Streicheln und Berühren wird der Patient vom Delphin im Wasser gezogen oder geschoben: „Andreus ist dadurch richtig aufgeblüht. Schon nach wenigen Tagen hat er versucht zu sprechen“ so Viola Hindemit. Leider werden die Kosten für eine Delphintherapie nicht von der Krankenkasse übernommen. Allerdings lohnt es sich, sich frühzeitig mit einem der zahlreichen Vereine zusammenzusetzen – diese vermitteln Kontakte zu Therapiestationen und unterstützen Familien finanziell. Neben den USA, bieten auch Länder wie Mexiko, Türkei, Dominikanische Republik, Deutschland z.B. Nürnberg oder Israel am Roten Meer Delphintherapien an. Mittlerweile besucht der 8jährige Andreus die 2. Klasse der Stiftung Kinderhilfe. Er hat seine Aggressivität abgelegt, spricht erheblich besser, ist ruhiger und ausgeglichener geworden. Seine Mutter schreibt das hauptsächlich der Delphintherapie zu: „Ich möchte anderen Betroffenen Mut machen, sich auch für diesen Schritt zu entscheiden und ihren Kindern eine neue Chance zu geben“.

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