Demo am Gymnasium Olching - "Uns stinkt's"

Zerrissene Vorhänge und 30 Jahre alte Teppiche, in die sich bereits kleine Haustiere eingeschlichen haben – dazu Toiletten, deren Geruch kaum mehr zu ertragen ist. „Uns stinkt’s“ machten die Schülerinnen und Schüler des Olchinger Gymnasium ihrem Unmut in einer Demonstration optisch wie akustisch Luft. Der Protest richtet sich gegen die Politik. Buh-Rufe gegen Landrat Thomas Karmasin erklingen in der Aula.

Und Schulleiter Ralf Kaulfuß erklärt sachlich-nüchtern: „Bereits vor sechs Jahren ist zum Beispiel festgestellt worden, dass die Teppichböden saniert werden müssen.“ Auf Kosten in einer Größenordnung von etwa 400.000 Euro schätzen Kaulfuß und Josef Gigl vom Elternbeirat die notwendigsten Sanierungsmaßnahmen. „Das wäre aber nur der erste Abschnitt“, betont Schulleiter Kaulfuß. Er verweist darauf, dass man ja auch zusehen müsse, die Lernmittel und -medien auf einem zeitgemäßen Stand zu halten. Indirekt spreche man mit den Anliegen des Olchinger Gymnasiums auch für andere Schulen, so Kaulfuß. Das Viscardi-Gymnasium in Fürstenfeldbruck hatte jüngst ebenfalls Sanierungsbedarf angemeldet. Landrat Thomas Karmasin wehrt sich gegen die Vorwürfe. „In den letzten Jahren sind sehr viele Investitionen des Landkreises in die weiterführenden Schulen geflossen“, heißt es in einer Presseerklärung. Nicht nur der Neubau des Schulzentrums Fürstenfeldbruck bedeute einen finanziellen Kraftakt. Insgesamt habe der Landkreis in den vergangenen zwölf Jahren rund 150 Millionen Euro für Schulbaumaßnahmen ausgegeben. „So wurden allein beim Gymnasium Olching entsprechend den technischen Anforderungen seit 2003 über 2,7 Millionen Euro investiert“, heißt es in der Erklärung weiter. Dies haben die Schülersprecherinnen Tamara Herzner, Lisa Mutke und Mirja Wegge durchaus registriert. „Uns ist sehr wohl bewusst, dass es in der Vergangenheit bereits einige positive Ansätze gab“, sagten sie im Rahmen der Demonstration. Beispiele seien die Hallenbeleuchtung und der Mensabau. Sie verwiesen zudem darauf, dass sie auch zur aktuellen Problematik in Eigeninitiative einen Beitrag geleistet hätten. So wurden 40 Prozent des am Weihnachtbasar der Schule eingenommenen Geldes für neue Klobrillen verwendet. Landrat Thomas Karmasin signalisierte inzwischen Gesprächsbereitschaft. Vertreter des Olchinger Gymnasiums wurden am 19. Dezember zu Diskussion und Meinungsaustausch in das Landratsamt eingeladen. „Wir sind gespannt, was sich langfristig daraus entwickelt“, so Schülersprecherin Mirja Wegge.

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