Deutsch-Sprachkurse der vhs nicht nur für  Asylsuchende, sondern auch  für künftige Arbeitskräfte aus Spanien 

Wermutstropfen:  Die Kosten für Kurs-Abbrecher werden auf  die vhs abgewälzt 

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Silvia Reinschmiedt, seit Juni Geschäftsführerin der Brucker vhs, freut sich, wenn sich die vhs mit zusätzlichen Kursen „Deutsch für Spanier“ in das Projekt zur Beseitigung des Fachkräftemangels einbringen kann

Fürstenfeldbruck  – Die  angestrebte Vermittlung von Fachkräften und Auszubildenden aus Spanien für den Landkreis Fürstenfeldbruck beinhaltet auch Sprachkenntnisse.   Geplant sind Sprachkurse an der Volkshochschule (vhs). „Unser Sprachangebot enthält naturgemäß in erster Linie Kurse in umgekehrter Richtung, also für diejenigen, die eine fremde Sprache erlernen möchten“, erklärte dazu  Silvia Reinschmiedt, die Geschäftsführerin der vhs. 

 Jeder zweite Spanier unter 25 Jahren hat in seiner Heimat keine Arbeit. Im Landkreis fehlen dagegen junge Fachkräfte und Auszubildende. Was liegt da näher, als arbeitslose Spanier in den Landkreis zu holen. Mitte November fliegt eine Delegation aus Vertretern von Stadt, Landkreis, Wirtschaftsverbänden und Unternehmern aus dem Landkreis in die spanische Partnerstadt Almunecar, um erste Kontakte zu knüpfen. Die Vermittlung von Fachkräften und Auszubildenden ist aber nur ein erster Schritt,  die jungen Spanier, die in den Landkreis kommen, sollten sich auch schnell integrieren. 

Wichtigstes Instrument dazu ist das Erlernen der deutschen Sprache. Gedacht wird dabei an zusätzliche Sprachkurse an der Volkshochschule (vhs). „Unser Sprachangebot enthält naturgemäß in erster Linie Kurse in umgekehrter Richtung, also für diejenigen, die eine fremde Sprache erlernen möchten“, so Reinschmiedt, die Geschäftsführerin der vhs.  „Außer natürlich die speziellen Integrationskurse für Migranten.“ Reinschmiedt würde sich sehr freuen, wenn die vhs bei dem Projekt mit den spanischen Fachkräften mit Deutschkursen weiterhelfen könnte. 

 „Das sind junge willige Leute, die vorwärts kommen wollen“, so Reinschmiedt. Sie habe  kein Problem damit, zusätzliche Deutschkurse durchzuführen. Die  neue vhs-Geschäftsführerin – seit Juni  2013 im Amt  –   wurde von dieser Entwicklung nicht überrascht. Bereits im Sommer sei Oberbürgermeister Sepp Kellerer schon einmal vorab auf die vhs diesbezüglich zugekommen. „Ich begrüße die Initiative. Das ist ein Projekt, wo sich die vhs zusätzlich profilieren kann. Außerdem ist es ein schöner Kulturkreis.“ 

Wesentlich arbeitsintensiver gestalteten sich hingegen die Integrationskurse Deutsch für ausländische Zuwanderer:  Reinschmiedt berichtet  von vielen Problemen bei der Abwicklung und Durchführung dieser Kurse. Nicht nur, dass sich die Voraussetzungen regelmäßig verkomplizieren –  der Bürokratismus durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sei eine zusätzliche Hürde.  Reinschmiedt bedauert,  wenn manche Zuwanderer einfach nicht mehr im Kurs erscheinen.  Das sei unfair, wenn dafür andere an umliegende Volkshochschulen  verwiesen werden müssten. 

13 Kurse à sechs verschiedene Module enthält das aktuelle Programm der vhs. Die Teilnehmerzahl  bewegt sich zwischen 16 und 20.   „Es wäre durchaus Bedarf für weitere Kurse da“, so Reinschmiedt. „Aber dazu bräuchten wir mehr Lehrkräfte. Wir verweisen die Teilnehmer an umliegende Volkshochschulen.“ Im Integrationskurs erhalten die Teilnehmer Deutschunterricht und in einem Orientierungskurs Informationen zum politischen, wirtschaftlichen und sozialen Leben in Deutschland. Am Ende des Kurses steht die Prüfung „Deutschtest für Zuwanderer“.

 Wenn die Teilnehmer eine bestimmte Niveaustufe erreicht haben, verfügen sie über ausreichende Deutschkenntnisse für den Beruf oder die Einbürgerung. Auf Antrag werden von den entsprechenden Ämtern Berechtigungsscheine ausgegeben, so dass sich die Kursgebühr um die Hälfte reduziert. Die Erstattung der Kursgebühren von der Bamf stelle allerdings für die vhs das nächste Problem dar. „Wir erhalten die Erstattung von der Bamf nur, wenn der Teilnehmer den Kurs auch bis zu Ende besucht“, erklärte Reinschmiedt. Ansonsten bleibe die vhs auf den Kosten sitzen.

Dieter Metzler 

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