Susanne Mühlbauer ist hauptamtliche Dorfhelferin im Landkreis Fürstenfeldbruck

Kuhstall, Kinder und Kochen

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v.l.n.r.: Marlies Grandl, Kreisbäuerin Gabi Waldleitner, Susanne Mühlbauer und Norbert Hornauer

 Olching - Wenn die Mutter plötzlich ausfällt oder wenn Not am Mann ist, übernimmt die Dorfhelferin alle wichtigen Aufgaben in der Familie: Ob Betreuung der Kinder, Hilfe im Stall oder im Haushalt - Susanne Mühlbauer ist zur Stelle. Seit Dezember 2015 ist die 25-Jährige als hauptamtliche Dorfhelferin im Landkreis Fürstenfeldbruck tätig.

 Vorgestellt wurde sie auf dem Wolfgangshof von Marlies Grandl, Stationsvorsitzende der Katholischen Dorfhelferinnen & Betriebshelfer in Bayern GmbH. Aktuell hat die Dorfhelferin einen Stall- und einen Haushaltseinsatz und ist damit an mehreren Orten aktiv. ,,Die meisten Einsätze finden aber in normalen Familien statt", erzählt Marlies Grandl. Die Aufgaben umfassen- je nach Situation und Lage - die Führung des Haushalts, die Kinderbetreuung oder die Mitarbeit im Stall oder bei Erntearbeiten. ,,Das hängt immer davon ab, wo die Hilfe gerade am dringendsten benötigt wird", erklärt Marlies Grandl. So kann bei einem Krankenhaus- oder Kuraufenthalt eines Elternteils, Arbeitsunfähigkeit, Schwangerschaft, Todesfall oder Unfall die Dorfhelferin vonnöten sein. Norbert Hornauer, Geschäftsführer des Maschinenrings FFB und für die Einsatzvermittlung für Dorfhelferinnen im Landkreis zuständig, weist darauf hin, dass er die Dorfhelferin nur vermittelt, wenn eine akute Notlage besteht. Wenn zum Beispiel ein Betrieb aufgrund eines Krankenhausaufenthaltes nicht aufrecht erhalten werden könne. ,,Dann muss ein ärztliches Attest erbracht und die Arbeitsunfähigkeit nachgewiesen werden", fügt er hinzu. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Susanne Mühlbauer kommt aus Vilsbiburg bei Landshut und ist zusammen mit vier Geschwistern auf einem Milchviehbetrieb aufgewachsen. Dort kam sie schon sehr früh mit einer Dorffhelferin in Kontakt, die ihr großes Vorbild für ihren zukünftigen Berufswunsch war. Die insgesamt fünfjährige Ausbildung begann sie unmittelbar nach dem Quali mit einer Hauswirtschaftslehre. Im Anschluss daran folgten drei Semester Weiterbildung auf einer Dorfhelferinnenschule. Für Susanne Mühlbauer ein absoluter Traumberuf, der neben Projekt- und Haushaltsmanagement auch Kenntnisse in gerontopsychiatrischer Pflege, Familienpsychologie und -soziologie mit einschliesst : ,,Ich liebe vor allem die Arbeit mit Kindern und im Kuhstall", schwärmt sie. In schwierigen Fällen, wenn z.B. die Mutter verstorben ist, hat die Dorfhelferin eine große Verantwortung. Dann geht es in erster Linie darum, die Kinder zu trösten und ihnen ein Ansprechpartner zu sein. ,,Trotz aller Tragik muss das Leben weiterlaufen. Für mich ist es das Schönste, wenn ich dem Kind ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann". Die wichtigste Eigenschaft einer Dorfhelferin sei ,,Empathie", beschreibt es Susanne Mühlbauer abschließend. ,,Außerdem muss man auch mal beide Augen zudrücken können".

Maschinen- und Betriebshilfsring Fürstenfeldbruck.e.V.

Telefon: 08141/ 223350 Notfall/WE 0172 8656614 www.KdbH.de

Nicole Burk

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