Dreikönigstreffen - Die FDP ist stolz auf ihren kunstsinnigen Minister

Er könne sich nicht erinnern, wann die Freien Demokraten letztmals in Bayern einen Minister gestellt hätten, meinte der Kreisvorsitzende der FDP Klaus Coy aus Gröbenzell bei der Begrüßung von Bayerns neuem Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, aber so ungefähr 45 Jahre muss das schon her sein, schätzte Coy. Der Nachfolger von CSU-Staatsminister Dr. Thomas Goppel besuchte am vergangenen Mittwochabend das traditionelle Dreikönigstreffen des FDP-Kreisverbandes Fürstenfeldbruck im Hotel Post.

Zu Beginn seiner Ausführungen hob der im Juli 63 Jahre alte werdende Heubisch hervor, dass ohne den neuen bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer die Koalition mit der CSU wohl nicht zustande gekommen wäre. Der dreifache Familienvater lobte das ausgezeichnete Klima unter den Koalitionspartnern. „Mit Günther Beckstein und Erwin Huber wäre das nie gegangen“, meinte der einstige Zahnarzt. „Die waren überzeugt davon, dass sie die alleinige Regierung stellen würden.“ Zum Ausgang der Landtagswahlen in Bayern meinte Heubisch, dass man vom Ergebnis überrascht war, „erstens sind wir im Landtag, und zweitens in der Regierung“, aber dass man sich in der FDP intensiv auf die Koalitionsgespräche vorbereitet habe. Die große Stärke der Freien Demokraten sei vor allem ihre Verlässlichkeit betonte Heubisch und forderte die Anwesenden auf, diese Botschaft auch nach außen zu tragen. Das Jahr 2008 stellte für die Freien Demokraten in Bayern ein Erfolgsjahr dar, und das solle es auch im Superwahljahr 2009 werden, so Heubisch. Als einen ersten Erfolg liberaler Hochschulpolitik nannte der Wissenschaftsminister den Wegfall der 50 Euro Verwaltungsgebühren an den Universitäten ab dem nächsten Sommersemester. Weiter versprach Heubisch, sich mit ganzer Kraft am weiteren Ausbau der Autonomie der Hochschulen einzusetzen, insbesondere auch was das Thema Berufungen angehe. „Für mich ist die Stärkung der Hochschulen ein zentraler Standortfaktor für den Freistaat.“ Von Beginn seines Amtsantritts drängte Heubisch darauf, über den Koalitionsvertrag hinauszugehen und den Hochschulen größere Freiheiten zu gewähren. Laut Vereinbarung sollen nur zwei Hochschulen in Bayern die freie Berufung neuer Professoren ohne Einmischung des Ministeriums ausprobieren dürfen. Zur Vermeidung einer Wettbewerbsverzerrung will Heubisch diesen Modellversuch jedoch auf alle Hochschulen in Bayern ausweiten. Mehrere Faktoren trügen dazu bei, dass es nicht genügend qualifizierte Nachwuchswissenschaftler in Deutschland gebe: niedrige Professorengehälter, schlechte personelle Ausstattung der Hochschulen und fehlende Stipendien für die Studenten. Die Studiengebühren müssen aber bleiben – dies sei zur Sicherung und zum Ausbau des Hochschul-Standortes wichtig, so Heubisch. Würden zwei Kinder einer Familie studieren, solle zukünftig nur ein Kind die Gebühren bezahlen müssen. Zudem stellte der Wissenschaftsminister auch ein neues Stipendien-System in Aussicht. Der Bau neuer Hochschulen sei allerdings ohne die Unterstützung von Wirtschaft und Kommunen illusorisch. Ein zentrales Anliegen von Heubisch stellt auch die Kunst dar, fällt sie doch in seinen ministeriellen Zuständigkeitsbereich. München stelle in dieser Beziehung für Heubisch, der aus einer kunstinteressierten Familie kommt, den „Nabel der Welt“ dar, aber auch hier setzt der Staatsminister auf privates Engagement. Dabei erwähnte er die private Sammlung Brandhorst, für die der Freistaat einen Museumsneubau errichten ließ. Er wolle den Neubau der Graphischen Sammlung vorantreiben und dazu beitragen, das Problem der Verkehrsberuhigung zu lösen.

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