1707 neue Handwerksmeisterinnen und -Meister erhielten Meisterbriefe in München 

Zwei Jahresbeste des Handwerks kommen aus Gröbenzell 

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Friseurin Manuela Heiland aus Gröbenzell wurde von Handwerkskammerpräsident Heinrich Traublinger, MdL a. D., als Jahresbestmeisterin besonders geehrt.

Gröbenzell - Friseurin Manuela Heiland aus Gröbenzell und Maler und Lackierer Michael Kloyer, beide aus Gröbenzell, waren jeweils die Besten ihres Berufes und wurden von Handwerkskammerpräsident Heinrich Traublinger, MdL a. D., als Jahresbestmeister/in besonders geehrt.

Als "die Zukunft und die Hoffnungsträger des Handwerks", bezeichnete Handwerkskammerpräsident Heinrich Traublinger, MdL a. D., die 1.707 jungen Frauen und Männer, die heute bei der Meisterfeier der Handwerkskammer im Internationalen Congress Center München (ICM) ihre Meisterbriefe entgegennehmen konnten. Mit dem Meistertitel hätten sie den Gipfel der beruflichen Bildung erlangt, erklärte Traublinger.

Lange Zeit habe sich das Handwerk des Vorurteils erwehren müssen, dieser Bildungsweg sei sozusagen die Holzklasse der Ausbildung, während Abitur und Studium als First Class galten. Hier habe sich mittlerweile einiges bewegt, auch international sei die Anerkennung für die berufliche Bildung deutlich gewachsen. Andererseits sehe sich der Meisterbrief aktuell Angriffen der EU-Kommission gegenüber. In den länderspezifischen Empfehlungen für Deutschland sei die Forderung enthalten, den aus Sicht der Kommission beschränkten Wettbewerb in bestimmten Handwerken zu fördern und angebliche Marktzutrittsbarrieren abzubauen. Anfang Oktober habe die EU-Kommission außerdem eine Mitteilung zu den regulierten Berufen vorgelegt. Die nationalen Regelungen des Berufszugangs sollen auf den Prüfstand. Der Handwerkskammerpräsident: "Wir haben die große Sorge, dass die EU mit diesen Initiativen versucht, dem Meisterbrief Schritt für Schritt den Boden zu entziehen."

Der Meisterbrief als Voraussetzung für die Selbständigmachung sei aber ein tragender Pfeiler für die Stabilität des Wirtschaftsbereichs Handwerk und eine unverzichtbare Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit des dualen Systems der Ausbildung im Handwerk, betonte Traublinger. Breche man ihn heraus, dann fehlten bald die qualifizierten Handwerksmeister, die ihr Wissen und Können vermitteln und damit die hohe Qualität der Ausbildung sicherstellen können. Traublinger: "Hier sind Handwerk und Politik in Deutschland gefordert, diese Widersprüche offen zu legen und den Meisterbrief gegen diese Angriffe zu verteidigen."

Maler und Lackierer Michael Kloyer aus Gröbenzell  wurde von Handwerkskammerpräsident Heinrich Traublinger, MdL a. D., als Jahresbestmeister besonders geehrt.

Es gebe aus dem Bereich der beruflichen Bildung aber durchaus auch positive Nachrichten, erklärte der Handwerkskammerpräsident. Auf dem Weg zu einer echten Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung sei man in den vergangenen Jahren große Schritte voran gekommen. Insbesondere der Hochschulzugang für Handwerksmeister und qualifizierte Gesellen sei wesentlich erleichtert worden. Ein maßgeschneidertes Angebot im Hochschulbereich stelle der Bachelor-Studiengang "Unternehmensführung" für beruflich Qualifizierte dar, den die Handwerkskammer für München und Oberbayern und die Hochschule München gemeinsam entwickelt hätten.

Im Namen der Landeshauptstadt gratulierte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude den 1.707 Meisterinnen und Meistern. Er bezeichnete München als "Stadt des Handwerks", als "Stadt der beruflichen Bildung und der Meisterschulen". Das Handwerk habe sich für die Landeshauptstadt auch immer als wirtschaftlicher Stabilitätsfaktor erwiesen. Er ermunterte die Jungmeisterinnen und Jungmeister, sich hier selbständig zu machen. Ude: "Es stehen etliche Betriebe zur Übernahme an und wir freuen uns ebenso über solide Neugründungen." Der Kabarettist Helmut Schleich unterhielt die Jungmeisterinnen und Jungmeister sowie die zahlreichen Gäste aus Politik und Wirtschaft mit seinen humorvollen Spitzen zur Tagespolitik und seinen "mahnenden Worten" posthum als Franz Josef Strauß.

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