Grafrather Spaziergänger sah "Einbrecher mit Brechstange" an offenem Fenster einer Fensterfabrik  und alarmierte den Nachbarn 

Polizeieinsatz in Grafrath wegen "Einbrecher" wie aus dem Bilderbuch 

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Der vermeintliche Einbrecher in Grafrath entpuppte sich als hilfsbereiter Freund für ein Werbe-Foto-Shooting für einbruchshemmende Fenster.

Grafrath – Der Schock fuhr einem Grafrather auf einem nächtlichen Spaziergang mit dem Hund  am 21. 7. in die Glieder: Als er an den Ausstellungsräumen einer bekannten Fensterfabrik, die direkt am Wald liegt, vorbeiging, sah er einen Einbrecher - wie aus dem Bilderbuch: Schwarz gekleidet, Sturmhaube, mit Brechstange  an einem offenen Fenster. Drinnen wartete bereits ein vermeintlicher Kumpan mit Taschenlampe. Der Spaziergänger alarmierte sofort den Nachbarn, und dieser den Inhaber der Firma. Als sich niemand telefonisch meldete, rief der Nachbar die Polizei, die die mysteriöse Einbruchsgeschichte schnell auflösen konnte.

Es war der Firmeninhaber und Geschäftsführer Oliver Detenhoff persönlich, der hier mit einem Freund, dem vermeintlichen Einbrecher, Fotos für eine Werbeaktion zum 50-jährigen Jubiläum der Firma Klappex schoss. Die Ehefrau assistierte als Beleuchterin mit einem 1000-Watt-Strahler.  Detenhoff sagte, er habe angesichts steigender Einbruchszahlen eine mailing-Aktion für seine Kunden geplant, denen er einen Sicherheits-Check für ihre Fenster anbieten und für einbruchshemmende  Fenster werben wollte. Illustriert werden sollte die Werbebotschaft mit dem abschreckenden Konterfei eines Einbrechers. 

"Meine Frau recherchierte im Internet, aber es war kein Foto dabei, das ihr gefiel," sagte Detenhoff. So entschied der Firmenleiter, selbst Fotos zu produzieren, obwohl er damit bisher keine Erfahrung hatte.  Er rief einen alten Spezl an, und der sagte sofort zu. Noch am selben Nachmittag erschien dieser im passenden Outfit mit Brechstange. Doch Detenhoff war nicht zufrieden: "Einbrecher kommen bekanntlich nachts, also entschieden wir, es in der Dunkelheit nochmals zu versuchen." Während des Foto-Shootings nahm Detenhoff das Telefon nicht ab, so vermutete der besorgte Nachbar, den der Spaziergänger alarmiert hatte, schon das Schlimmste und alarmierte die Polizei in Fürstenfeldbruck.

Detenhoff: "Plötzlich stand  uns ein etwa 195 cm großer Polizeibeamter mit schusssicherer Weste in unserem Büro gegenüber." Große Erleichterung machte sich auf beiden Seiten breit, als der Polizist zu dem vermeintlichen Einbrecher sagte: "Das hätte ich mir denken können, dass Du das bist." Zum Schluss wurde eines der Fotos ausgedruckt und Detenhoffs Freund übergab es quasi als "Autogramm" an den Hüter des Gesetzes.  Weitere Streifenbesatzungen  waren  inzwischen zur Verstärkung am "Tatort" eingetroffen. PHK Hartmann von der PI Fürstenfeldbruck merkte sodann im Polizeibericht an: "Der Geschäftsführer konnte sich hierbei auch persönlich vom Engagement und der Schnelligkeit der örtlichen Polizei überzeugen."

Detenhoff stimmt dem Lob voll zu: "Und auch meinen Nachbarn bin ich sehr dankbar, dass sie sich um unsere Sicherheit gesorgt haben." 

H. Spies

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