Als einzige Frau in Bayern Meisterin für Schutz und Sicherheit - Auftragsboom bei Privaten Security-Unternehmen

„Endlich wurden mir Aufgaben übertragen, die mir Spass machten“, erinnert sich Eckart Lutzeier, Chef des PSD-Security-Service aus Steinbach bei Moorenweis, als er als Personenschützer für Modeschöpfer Rudolph Moshammer, den Bundesliga-Fußballer Giovane Elber oder für Außenminister Joschka Fischer im Brucker Festzelt im Einsatz war. „Aufgrund zunehmender Gewalt und Kriminalität im Privat-, Wirtschafts- und Öffentlichkeitsbereich rückt das Thema „Sicherheit“ in der heutigen Zeit immer mehr in den Fokus des allgemeinen Interesses“, berichtet Lutzeier. Häufig könne die Polizei nicht überall dort sein, wo sie gebraucht werde. Viele Bundesländer würden nur über unzureichende Finanzmittel verfügen, so dass nicht genügend Personal vorhanden sei. Steigende Nachfragen nach privaten Wachdiensten waren die Folgen.

Diese Entwicklung gab bei Marianne und Eckart Lutzeier im Jahr 2000 den Ausschlag, den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen. Eckart Lutzeier hatte vor 15 Jahren als Türsteher in einer Disco in Weilheim ausgeholfen. Die Firma bot ihm eine Festanstellung an. Lutzeier ließ sich ausbilden, belegte Seminare in Psychologie und für die rechtlichen Vorschriften, für den Personenschutz, absolvierte ein Fahrtraining, eine Schießausbildung, machte Sprengstoffschulungen, denn er träumte schon damals von der Selbständigkeit. „Das hörte sich recht einfach an. Aber das war es nicht“, erinnert sich Marianne Lutzeier. Stellte der Schritt in die Selbständigkeit eine große Herausforderung dar, so barg er auch Risiken. „Ich hatte eine sicheren Job bei einer Bank, den ich dabei aufs Spiel setzte“, so Marianne Lutzeier, der bei der Bewältigung der organisatorischen und administrativen Aufgaben ihre kaufmännische Ausbildung und Berufserfahrung zugute kam. Als Franchise-Nehmer der PSD Sicherheitsdienst-Unternehmensgruppe baute sich das Ehepaar im Laufe der Jahre ein Unternehmen auf, das inzwischen 100 Mitarbeiter in Vollzeit sowie etliche Teilzeit-Kräfte beschäftigt. Zum Repertoire des Security-Unternehmens zählen von der Sicherheitsanalyse und Beratung über die Bewachung und Ermittlungen aller Art bis hin zum Objekt- und Werkschutz auch die Sicherheitstechnik, Videoüberwachungsanlagen, Revierfahrten und Schließdienste, Personenschutz, Veranstaltungsschutz, Ordnungs- und Empfangsdienst. „Circa 80 Prozent macht der Werk- und Objektschutz aus“, schlüsselt Lutzeier die Aufträge auf. „Den Rest machen Messen, Veranstaltungen und vor allem das Münchner Oktoberfest aus.“ Mit ihrem im Jahr 2002 gegründeten Lutzeier Facility Service (LFS) schafften sich die ehrgeizigen Lutzeiers sogleich noch ein zweites Standbein, das sich vom Gebäudemanagement über einen Veranstaltungsservice bis hin zum Chauffeurservice erstreckt. Mit Andrea Zitzelsberger verfügt Lutzeiers Sicherheitsdienst bayernweit über die einzige Meisterin für Schutz und Sicherheit. Zitzelsberger begann als Assistentin für Sicherheitswesen. Waffensachkunde, Schießausbildung, waffenlose Selbstverteidigung zählten zu ihrer Ausbildung. Drei Jahre arbeitete sie als Werkschutzfachkraft, dann erfuhr sie, dass man in diesem Beruf auch den Meister „machen kann“. Am 20. Februar 2008 erhielt sie ihren Meisterbrief, so dass Lutzeiers Unternehmen nun auch ausbilden darf. „Darauf sind wir besonders stolz, dass wir nun auch selbst ausbilden können“, so Lutzeier. „Voraussetzung für die Akzeptanz unserer Arbeit ist vor allem ein hohes Maß an Vertrauen“, betont er. Die Einführung des Ausbildungsberufes „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ im Jahre 2002 sei dazu ein Meilenstein für das Gewerbe.

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