Elsbeere – Brucker Forstamtsleiter stellte den Baum des Jahres 2011 vor

orstamtsleiter Hans-Jürgen Gulder mit Sebastian Werner, dem Auffinder der beiden seltenen Elsbeeren im Wildmoos an der Landkreisgrenze zwischen Starnberg und Fürstenfeldbruck. Alle Fotos: Günter Schäftlein

Nur ganz selten ist die Elsbeere in Bayern anzutreffen: Zu licht- und wärmebedürftig und dazu noch bevorzugt in Südhanglage wachsend passt sie viel mehr zu mediterranen Ländern. Wie sie in die Kältezone des Wildmooses kam, bleibt ein Rätsel. Zwei Exemplare von ihr machte der Wildmooskenner Sebastian Werner vom LBV (Landesbund Vogelschutz) Starnberg bei seinen Streifzügen dort zufällig ausfindig.

Hans-Jürgen Gulder, Leiter des Brucker Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, strahlt über diesen Zufall, denn die Elsbeere ist nicht zufällig „Baum des Jahres 2011“. Das einst sehr begehrte Holz wurde wohl bei der Wiederaufforstung schlicht übersehen. Es hat allerdings auch ein langsames durchschnittliches Jahreswachstum von nur 35 cm. Die Elsbeere erreicht Höhen von etwa 18 Meter und kann 200 Jahre alt werden. Die Wurzeltiefe beträgt bis zu 2 Meter, was ihr eine hohe Standfestigkeit verleiht. Hans-Jürgen Gulder rechnet vor, für welche exquisiten Zwecke dieses Holz früher eingesetzt wurde: Für den Instrumentenbau, Möbel und Intarsienarbeiten. „Ich weiß von Holzversteigerungen, in denen eine Elsbeere über 10.000 Euro einbrachte.“ Der Grund für die Seltenheit der Elsbeere in heimischen bayerischen Wäldern ist aber auch die natürliche Begebenheit, dass schneller wachsende Buchen und Fichten sich mit ihren Kronen über die langsameren Bäume legen. Darunter kann die Elsbeere nicht mehr blühen; sie stirbt allmählich ab. Der Baum mit den ahornähnlich gezackten Blättern „lässt sich aber zumeist erst nur auf den zweiten Blick erkennen.“ Die rotbraunen Früchte des Baumes reifen im Aug./Sept. und schmecken am besten, „wenn man sie lange am Baum hängen lässt, bis sie weich und mürbe werden. Sie eigenen sich sehr gut für die Herstellung eines Aufgesetzten, auch in Verbindung mit Wodka.“ Eine enge Verbundenheit über diesen seltenen Baum-Exoten besteht auch mit dem Forstlichen Versuchsgarten in Grafrath. Wie vollendet sich das Holz der Elsbeere bearbeiten lässt, beweist der Holzkünstler Volkmar Zimmer in Germering mit seinen Werken: Er folgt den Spuren der Holzstruktur und erhält die Seele des Holzes zurück. Im Wildmoos an den Landkreisgrenzen zwischen Starnberg und Fürstenfeldbruck musste im unmittelbaren Umfeld der beiden, unterentwickelten Elsbeerenstämme gelichtet werden, wozu die Waldbesitzer ihre Zustimmung gaben. Es betraf je eine Buche und Fichte. Hans-Jürgen Gulder: „Ich freue mich über das Zusammenwirken zwischen Waldbesitzern, Forstverwaltung und Naturschutz.“ Falls weitere Elsbeeren bis zum 15. Jan. 2012 ausfindig gemacht werden, können sich die Besitzer im Rahmen eines Gewinnspiels an Gero Brehm in der FFB-Forstverwaltung, 82256 Fürstenfeldbruck, Bismarckstraße 2, wenden: eMail: gero.brehm@aelf-ff.bayern.de

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