Rund 100 Gäste des Neujahrsempfangs der Egenhofener CSU in der Furthmühle wollten Statement zur Energiepolitik hören 

Dr. Marcel Huber in Egenhofen: "Die Energiewende funktioniert nur im Konsens"

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Eine Stärkung aus dem Brucker Land: die Egenhofener CSU-Chefin Gabriele Dietrich überreichte dem Umweltminister Dr. Marcel Huber einen Korb mit regionalen Lebensmitteln.

Furthmühle – „Die Energiewende funktioniert nur im Konsens“, lautete eine der wichtigsten Botschaften des Bayerischen Umweltministers Dr. Marcel Huber beim Neujahrs-Empfang der Egenhofener CSU, der wieder in der Furthmühle ausgetragen wurde. Rund 100 Gäste wollten wissen, wie sich der Staatsminister zu dem brandaktuellen Thema äußert.

 Darunter viel Prominenz wie Landrat Thomas Karmasin und die Bezirksrätin Gabriele Off-Nesselhauf sowie die Bürgermeister Josef Nefele (Egenhofen), Dieter Rubenbauer (Gröbenzell) und Joseph Schäffler (Moorenweis). Sie hörten nachdenkliche Worte Hubers: „Die alten Feindbilder gelten nicht mehr. Hier die guten Umweltschützer, dort der böse Rest – das ist vorbei.“ Der Minister verwies auf Allianzen zwischen Landwirten und Naturschützern in Sachen Windkraft, früher undenkbar. Manchmal müsse man sogar zwischen Natur- und Umweltschutz unterscheiden. Insbesondere wenn es um den Klimawandel gehe, der inzwischen allenthalben spürbar sei: „Die extremen Wettersituationen werden häufiger“, führte Huber als Beispiel an. Zudem bewirkten die höheren Temperaturen auch bei uns ein Aussterben von Tieren und Pflanzen. „Jede ausgestorbene Art mindert die Möglichkeiten für uns Menschen“, erklärte der gelernte Tierarzt und fuhr fort: „Rund die Hälfte aller Medikamente basiert auf Heilstoffen aus der Natur.“ Daher sei der Umbau unseres Wirtschaftssystems von einem Kohlenstoff- und Atom-basierten Energiesystem auf regenerative Energiequellen wie Sonne, Wind und Wasser unumgänglich. „Da kann es im Einzelfall schon passieren, dass ein Windrad einen Roten Milan stört“, so Huber weiter. Zwar freute sich der gebürtige Mühldorfer: „80 Prozent der Bevölkerung befürworten die Energiewende“, schränkte aber gleich darauf ein: „Theoretisch. Doch sobald ein Windrad, eine Hochwasserschutzwand oder ein Pumpspeicherwerk in der eigenen Nachbarschaft gebaut werden soll, sinkt die Toleranz erheblich.“ 

Hubers Rezept heißt Umwelt-Bildung: „Nicht nur in der Schule, sondern auch in der Freizeit.“ Er verwies auf die Informationszentren in den Nationalparks bei Berchtesgaden und im Bayerischen Wald – Einrichtungen, die von seinem Ministerium gefördert werden – sowie auf das Programm „Bayerntour Natur 2014“, „die größte Umweltbildungsaktion in Deutschland“, wie der Minister stolz anmerkte. Huber schloss seinen Vortrag mit der optimistischen Botschaft: „Bei uns könnte die Energiewende gelingen, denn in Bayern schauen die Menschen noch aufeinander.“

 Horst Kramer

 

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