Pressegespräch am 13. Februar in Puch – Grundsicherung der Energieversorgung durch Windkraftanlagen nicht zu bewerkstelligen

BI "Windkraft der Landkreise" für sinnvolle Energiewende

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 v. li.: Dr. Gerald Kurz, Peter Gittel und Karl-Erich Heilig aus Grafrath bzw. Oberschweinbach

Grafrath – „Wir sind nicht gegen die Energiewende und auch nicht gegen Windräder, nur sollte sie vernünftig sein“, wehrten sich Dr. Gerald Kurz und Karl-Erich Heilig aus Grafrath sowie Peter Gittel aus Oberschweinbach bei einem Pressegespräch am 13. Februar im Edigna-Raum des Gemeinschaftshauses in Puch. Es gehe ihnen nicht um Gegnerschaft, sondern darum, das Bewusstsein für eine sinnvolle Energiewende zu wecken  betonten die drei Mitglieder der Bürgerinitiativen „Windkraft der Landkreise“ aus den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Starnberg.

 Im Zuge der Energiewende wurde eindeutig festgestellt, dass die Grundsicherung der Energieversorgung durch Windkraftanlagen (WKA) nicht zu bewerkstelligen sein wird. „In Schwachwindzonen wie in Bayern machen WKA keinen Sinn“, sagte dann auch Dr. Kurz, Grafrather CSU-Gemeinderat. Die Grundsicherung kann nur über Gaskraft-, Wärmekraftwerke, Eigenstromversorgung, 10.000 Haushalte-Programm und Auslotung massiver Einsparmöglichkeiten erfolgen. Vor allem muss in die Speichertechnologie investiert werden, damit die erneuerbaren Energien auch in den Spitzenlastzeiten genutzt werden können. Für den Landkreis könne sich Dr. Kurz aber auch die Nutzung von Wasserkraft vorstellen. 

Grundsätzlich vertreten die Bürgerinitiativen den Standpunkt, dass sich Windkraft in den Landkreisen nicht rentiere. „Ich sehe in den beiden Landkreisen nicht den Wind, um Windkrafträder wirtschaftlich zu betreiben“, sagte der Grafrather CSU-Gemeinderat.. „Wir würden uns einen Energiedialog für den Landkreis mit Politikern, Bürgerinitiativen und Wirtschaftsvertretern sowie mit den Bürgerinnen und Bürgern wünschen, wie ihn Wirtschaftsministerin Ilse Aigner zur Zukunft der Energieversorgung initiiert hat.“ Die Ergebnisse des Energiedialogs haben klar aufgezeigt, dass durch Zufallsstrom mit Windkraftanlagen keine Energiewende erreicht werden kann. Durch das Fehlen von Speichertechnologie müssen Kohlekraftwerke die Grundsicherung produzieren. Dies führe neben erhöhten Kosten vor allem zu einer Verschlechterung der Werte der Klimaziele. „Zurzeit haben wir wieder den CO2-Ausstoss von 1990 erreicht“, so Dr. Kurz. „Für eine so problembehaftete und im windarmen Bayern ertragsschwache Technik sollten wir nicht Unfrieden in unsere Gemeinden tragen, unsere Wälder zerschneiden, den Artenschutz verraten und unsere schönen Erholungslandschaften industriell verschandeln“, zitierte Dr. Kurz eine Aussage von Herrn Fiedler aus Gauting, die dieser bei der Veranstaltung des bayerischen Energiedialogs am 17. Januar in München äußerte.

 Die Landkreis-Bürgerinitiativen empfehlen den Kommunen, von der Neuregelung des bayerischen Bauordnungsgesetzes (sogenannte 10-H-Regelung) Gebrauch zu machen. Dazu haben sie noch bis zum 21. Mai Zeit. Schließen sich die Gemeinden der größeren Abstandsregelung zu Wohngebieten an, dann dürfte im Landkreis kaum noch die Chance für den Bau von Windrädern bestehen. Gefreut haben sich die Bürgerinitiativen aus FFB und Starnberg über den Erfolg des Inninger Bürgerentscheids, die unlängst den Bau dreier Windräder ablehnten. Die Grafrather Bürgerinitiative hatte sich gegen den Bau der Inninger Windräder, die nur etwa 1.500 Meter von Grafrather Gemeindegebiet entfernt errichtet worden wären. Verärgert zeigte sich die Bürgerinitiative über die von ZIEL 21 mehrfache Falschmeldung, dass die Nachbargemeinden kein „echtes Nachbarschafts-Vetorecht“ besitzen würden. Eine Anfrage der Bürgerinitiative beantwortete die Oberste Baubehörde so: „Eine bloße Kenntnisnahme der Stellungnahme der Nachbargemeinde reiche nicht aus, sondern es müsse in der Abwägung auf eine einvernehmliche Festlegung hingewirkt werden. 

Dieter Metzler

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